Volleyball

Stefan Baum ist dem Volleyball weiterhin treu

In seiner Wahlheimat Göttingen ist Badens ehemaliger Kapitän Stefan Baum als Spieler und Co-Trainer aktiv.
13.01.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Stefan Baum ist dem Volleyball weiterhin treu
Von Florian Cordes

Stefan Baum ist dabei gewesen. Ende April 2019 war den Volleyballern des TV Baden ein allerletzter Strohhalm geblieben, um in der 2. Bundesliga zu bleiben. Beim Moerser SC mussten Baum – damals Kapitän – und seine Mitstreiter gewinnen, um dieses Ziel zu erreichen. Nach etlichen Matchbällen und einem nicht enden wollenden Krimi war es aber vollbracht: Baden rang Moers im Tiebreak nieder. Gleich in ihrem ersten Zweitliga-Jahr packten die Schwarz-Weißen den Klassenerhalt. Für Stefan Baum war es ein besonderes Erlebnis, denn es war gleichzeitig sein Abschiedsspiel. Er verließ den TV Baden nach der Saison 2018/2019 und zog mit seiner Freundin nach Göttingen. Nicht wegen der sportlichen, sondern wegen der beruflichen Zukunft. Dem Volleyball ist Stefan Baum aber auch im Süden Niedersachsens treu geblieben.

Angesprochen auf seine momentane Volleyball-Aktivität, muss der frühere Kapitän des TV Baden durchaus schmunzeln. Sie sei bei Weitem nicht so spannend wie in der 2. Bundesliga. Einerseits ist Baum nun auf einem niedrigeren Niveau aktiv, andererseits würde er sich aber freuen, wenn überhaupt seiner sportlichen Leidenschaft nachgehen dürfte. Denn in Sachen Volleyball ist Stefan Baum momentan zur Untätigkeit gezwungen. Der Mannschaftssport auf Amateurebene ist nun bereits seit mehr als zwei Monaten untersagt und zudem hat sich der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband (NWVV) bereits vor Weihnachten dazu entschieden, unter die Saison 2020/2021 einen Strich zu ziehen. Von diesem Entschluss ist eben auch Stefan Baum betroffen. Mit seinem aktuellen Team DJK Kolping Northeim ist der Außenangreifer in der Oberliga 2 und somit im Zuständigkeitsgebiet des NWVV unterwegs.

„Am Anfang der Saison hatte man schon ein bisschen Hoffnung, dass es gut geht. Aber es hatte sich dann ja doch recht schnell wieder erledigt und es liegt wieder alles brach“, sagt Stefan Baum. Nun warte er auf den Frühling, in der Hoffnung, dass er und seine Mitspieler dann vielleicht wieder an den Ball dürfen. Eine geringe Chance, dass er in dieser Saison noch ein Volleyballspiel an der Seitenlinie erlebt, besteht jedoch. Denn Stefan Baum ist zudem Co-Trainer des Frauen-Regionalligisten Tuspe Weende. Der Deutsche Volleyball-Verband wird zeitnah entscheiden, wie es in dieser Liga weitergehen soll.

Der Job als Co-Trainer sei ihm bereits angeboten worden, bevor er so richtig in seiner Wahlheimat angekommen war. „Einer meiner Mitspieler trainiert die Frauen aus Weende. Als er davon gehört hatte, dass ich nach Göttingen gezogen bin, hat er mich angesprochen“, erzählt Stefan Baum. Das Engagement als Co-Trainer habe ihm noch mehr dabei geholfen, im Süden Niedersachsens schnell Fuß zu fassen. „So bin ich schnell in einen Kreis mit vielen Schnittstellen aufgenommen worden.“

Menschlich sei er bereits gut in Göttingen angekommen – sportlich hingegen noch nicht komplett. „Seit fast zwei Jahren bin ich jetzt schon hier, habe aber noch keine komplette Saison erlebt. Sportlich ist irgendwie gar nicht viel passiert“, sagt er im Hinblick auf die Pandemie. In der vergangenen Saison absolvierte der Klub aus Northeim immerhin 15 von ursprünglich 16 angesetzten Begegnungen. Dann wurde die Saison abgebrochen, Stefan Baum und Co. schlossen sie auf dem vierten Platz der Oberliga 2 ab.

Diesen Rang belegte in der Parallelstaffel auch die zweite Mannschaft des TV Baden unter ihrem Trainer Peter-Michael Sagajewski. In dieser Spielzeit, die nicht mehr fortgesetzt wird, ist Kolping Northeim nur zu einem einzigen Spiel angetreten. Beim TSV Buxtehude-Altkloster unterlagen die Gäste mit 0:3. Das war es dann mit der Saison 2020/2021 für Stefan Baum.

In den vergangenen Monaten habe der 26-Jährige jedoch festgestellt, dass zwischen der Oberliga und der 2. Bundesliga ein immenser Leistungsunterschied besteht. „Es war anfangs schon ungewohnt“, erinnert sich der ehemalige Kapitän des TVB an seine Anfangszeit in Northeim. Zumal sein letztes Oberligaspiel mit dem TV Baden schon eine Weile zurückliegt – dies war in der Saison 2013/2014 der Fall. Danach ging es für die Schwarz-Weißen über die Regionalliga und 3. Liga hoch ins Unterhaus des deutschen Volleyballs.

Unterschiede gebe es auch in der Struktur der beiden Teams. „In Baden waren wir fast nur junge Spieler. Jetzt in Northeim ist vom Jugendlichen bis zum Familienvater eigentlich alles dabei.“ Eine Sache hätten seine alte und seine neue sportliche Heimat dann aber doch gemein. „Auch in Northeim wird leistungsorientiert gearbeitet“, sagt Stefan Baum, den es wegen seines Studiums nach Göttingen gezogen hat. „Außerdem arbeite ich noch als Werkstudent in einem Start-up-Unternehmen“, erzählt der erfahrene Volleyballer.

Was für seine Partnerin und ihn nach dem Studium kommt, könne er jetzt aber noch nicht sagen. „Wir fühlen uns aber sehr wohl. Es kann auch gut sein, dass wir in Göttingen bleiben.“ Sein aktuelles Volleyball-Team dürfte es sicher freuen, wenn es noch länger auf einen ehemaligen Zweitliga-Spieler setzen dürfte.

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