Sport in der Corona-Zeit Zurück unter dem Dach

Die Zweitliga-Volleyballer des TV Baden trainieren wieder in der Lahofhalle. Allerdings werden die Einheiten unter bestimmten Voraussetzungen abgehalten.
16.06.2020, 16:09
Lesedauer: 3 Min
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Zurück unter dem Dach
Von Florian Cordes

Baden. Der Sommer rückt näher und näher. Eigentlich ist er schon so gut wie da. Die Menschen zieht es – trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie – nach draußen. So mancher Sportler freut sich aber darüber, dass er sich auch wieder drinnen unter dem Hallendach aufhalten kann. Das ist – dank der Lockerungen des Landes Niedersachsen – mittlerweile wieder möglich. Die Volleyballer des TV Baden nutzen die Freigabe der Sporthallen bereits. So hat auch das Zweitliga-Team des TVB das Training in der Lahofhalle wieder aufgenommen.

Vier Einheiten hat die Mannschaft von Coach Werner Kernebeck nun schon absolviert. Vier Einheiten, die unter besonderen Voraussetzungen gestanden haben. Denn zum einen findet das Training unter den aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln – von Kerne­beck als „corona-konform“ bezeichnet – statt. Zum anderen sind die Einheiten besonders gewesen, weil er seine Mannschaft nach längerer Zeit wieder um sich hatte, sagt Werner Kernebeck. Vor allem beim ersten Training hätten sich alle Spieler gefreut, sich wiederzusehen. Aber das Drumherum beim Training ist zurzeit nicht so wie noch Anfang des Jahres. Das oberste Gebot lautet auch beim TV Baden: Abstand halten.

Eine Umstellung für das ganze Team

„Ein richtiges Teamtraining ist jetzt noch nicht möglich. Kontakte zwischen den Spielern gibt es nicht. Daher trainieren wir derzeit auch viel in kleinen Gruppen, um an den individuellen Stärken und Schwächen zu arbeiten“, schildert Kernebeck. „Das Ganze ist schon mit einem gewissen Aufwand verbunden. Für uns als Trainer ist das auch eine ganz neue Organisation der Einheiten. Es ist zurzeit so ein bisschen ein Herantasten an das normale Training.“ Bereits vor dem Beginn des Trainings spielen sich laut Kernebeck ungewöhnliche Szenen ab. „Die Jungs müssen alleine die Halle betreten und sie auch wieder alleine verlassen.“ Zudem seien Desinfektionsmittel stets griffbereit. „Das ist für uns alle eine Umstellung. Aber die Jungs machen das gut. Sie halten alle den nötigen Abstand, so nervig das auch ist und auch bleiben wird“, erzählt der Coach, der den TVB in der vergangenen, frühzeitig abgebrochenen Saison in der 2. Bundesliga Nord auf den sechsten Tabellenplatz geführt hat.

Für Nils Mallon ist das Hallentraining im Juni sogar in doppelter Hinsicht besonders. Denn im Normalfall hält er sich während des Junis nicht unter dem Dach auf. Der Kapitän des TV Baden gehört zu den Volleyballern, die im Sommer an vielen Beach-Turnieren teilnehmen. „Aber da fällt ja in diesem Jahr alles aus. Bei gutem Wetter hätte ich jetzt schon Lust, mal ein Turnier zu spielen“, sagt Mallon. Aber er hat sich ziemlich schnell damit abgefunden, dass er in diesem Sommer nun einmal nicht den Sand unter den Füßen spürt.

Überhaupt scheint der Kapitän recht souverän mit der Thematik umzugehen. „Natürlich müssen wir mit Einschränkungen zurechtkommen. Aber es gibt einem doch ein gutes Gefühl, wieder den Ball in der Hand zu haben. Es fühlt sich schon stark nach normalem Volleyball-Training an“, findet Nils Mallon. „Das liegt auch an Werner, der sich eine sehr guten Plan überlegt hat. Zudem sind alle Spieler fit aus der Pause gekommen.“

Trotz der aktuellen Gegebenheiten überwiegt auch bei Peter-Michael Sagajewski ein positives Gefühl, weil die Mannschaft unter das Dach zurückgekehrt ist. „Denn nun hat Werner richtig viel Zeit, damit sie beim Saisonstart richtig fit ist“, findet Badens Manager. Wann der TVB seine dritte Spielzeit in der 2. Bundesliga aufnimmt, ist völlig offen. Die Volleyball-Bundesliga hofft auf einen Saisonstart im September.

Vorbereiten auf den einen Moment

Beim TV Baden sind sie jedenfalls gespannt, ob ein geregelter Spielbetrieb bis dahin wieder möglich ist. „Und dann ist da ja auch noch die Frage, ob wir anfangs mit der gewohnten Anzahl, nur wenigen oder gar keinen Zuschauern spielen dürfen“, sagt Nils Mallon. Es ist nur eine Frage von vielen, die wohl erst in einigen Wochen beantwortet werden können. Bis dahin wollen die Zweitliga-Volleyballer aus Baden die Zeit intensiv nutzen, um perfekt auf den Moment vorbereitet zu sein, von dem derzeit niemand weiß, wann er kommt. Der Moment, an dem die Saison beginnen darf.

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