Volleyball 2. Bundesliga

Ein gebrauchter Abend für den TV Baden

In der vergangenen Saison gewann der TV Baden beide Spiele gegen den TuS Mondorf. Nun war der TVB im Hinspiel der aktuellen Serie chancenlos gegen den Klub aus dem Westen.
15.11.2020, 13:00
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Ein gebrauchter Abend für den TV Baden
Von Florian Cordes
Ein gebrauchter Abend für den TV Baden

Nils Mallon und dem TV Baden gelangen in Mondorf nur wenig. Folgerichtig verlor das Team die Partie deutlich.

Björn Hake

Als der TV Baden in seinem Auswärtsspiel gegen den TuS Mondorf im dritten Satz seinen 18. Punkt erzielt hatte, riss Nils Mallon noch einmal die Arme nach oben. Die Geste des TVB-Kapitäns wirkte jedoch nicht wie eine Jubelpose. Vielmehr glich sie einer Trotzreaktion. Denn zu diesem Zeitpunkt war es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Niederlage des Volleyball-Zweitligisten besiegelt werden sollte. Während der TVB in jenem Satz seinen 18. Punkt erzielte, hatte Mondorf bereits 22 Punkte erreicht und zuvor schon die ersten beiden Sätze für sich entschieden. Wenige Minuten später verwandelte Mondorf einen seiner Matchbälle. Der TuS gewann deutlich mit 3:0 (25:17, 25:14, 25:19).

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Badener hatten über die gesamte Spielzeit – nach rund 80 Minuten war die Partie bereits beendet – keine Siegchance. In allen Bereichen hatte die Gäste ihre Probleme. Die Unzufriedenheit war Badens Coach Werner Kernebeck nach der Begegnung deutlich anzumerken. Im Interview im Livestream fasste er die Niederlage kurz und knapp zusammen: „Wir waren in allen Belangen komplett unterlegen. Es fällt mir schwer, da etwas Gutes bei uns zu finden. Das ist schon sehr frustrierend. Mondorf war deutlich besser als wir.“

Denkbar schlechter Start

Gleich zu Beginn des Spiels deutete sich an, dass es ein gebrauchter Abend für den TV Baden werden könnte: Als die Gäste im Auftaktsatz ihren ersten Punkt erzielten, hatten die Mondorfer bereits deren sechs. Nur in wenigen Phasen waren die Badener mit dem TuS auf Augenhöhe. Das war in der ersten Hälfte des zweiten Satzes der Fall. „Diesen haben wir länger ausgeglichen gestaltet, weil wir die Fehlerquote runtergeschraubt haben“, hatte Kernebeck beobachtet.

Doch noch bevor es in die entscheidende Phase ging, häuften sich die Fehler bei den Gästen wieder. Lagen die Badener zunächst nur mit 9:10 zurück, stand es bei der zweiten technischen Auszeit bereits 16:11 für den TuS. Anschließend schnappten sich die Gastgeber den zweiten Satzgewinn problemlos. Den dritten Satz bezeichnete Kernebeck als „Wahnsinn“ – allerdings im negativen Sinne. „Teilweise wusste ich nicht, was da gerade mit uns passierte“, sagte Kernebeck. „Ich hätte mir da einen Reset-Knopf gewünscht, dass wir die gesamte Anlage einmal runter- und dann wieder hochfahren. Leider hat keiner unserer Spieler diesen Knopf gefunden.“

Der Trainer vermisste zudem den Mann auf dem Feld, der die Mannschaft wachrüttelt und mitreißt. „Dass muss ja nicht unbedingt volleyballerisch passieren, das kann auch auf anderen Ebenen gelingen. Aber jeder war irgendwie mit sich selbst beschäftigt“, sagte Kernebeck.

FOTO (C): Bjoern Hake: SPORT // Volleyball 2. Liga TV Baden - FC Schüttorf 09

Er wurde zu Badens MVP ernannt: Jan-Henrik Radeke. Es dürfte kein Trost für den TVB-Libero gewesen sein.

Foto: Björn Hake

Dabei waren Kernebeck und Co. mit einem positiven Gefühl nach Nordrhein-Westfalen gefahren, hatten sie in der vergangenen Saison doch beide Partien gegen den TuS gewonnen. Dieses Mal waren sie von einem Sieg meilenweit entfernt. Das lag sicher auch daran, dass mit Ole Sagajewski und Ole Seuberlich erneut Badens Topspieler verletzungsbedingt nicht im Kader standen. Kernebeck verdeutlichte noch einmal, dass die beiden Oles für sein Team wichtig seien.

Das Fehlen der beiden Leistungsträger nun aber als Ausrede heranzuziehen, sei ihm zu einfach. Es sei sogar fatal, meinte Kernebeck: „Die Personallage können wir nun einmal nicht ändern. Und die anderen können ja auch alle Volleyball spielen.“ Das würden sie im Training stets zeigen. „Aber das Abrufen der Trainingsleistung findet auf dem Feld zurzeit nur begrenzt statt.“

Der Teamgeist ist gefragt

Das zeigte sich nun auch in Mondorf. Die Niederlage im Westen war für den TVB bereits die fünfte in Folge. Tabellarisch muss sich die Kernebeck-Crew daher nach unten orientieren. „Jetzt muss jeder verstanden haben, dass wir uns im Abstiegskampf befinden“, fand der Coach klare Worte. Obwohl sich sein Team aktuell in einer „Negativspirale“ befindet, erkennt Kernebeck positive Dinge. „Es ist ja nicht so, dass das Team auseinanderfällt. Wir halten alle zusammen.“

Dieser große Teamgeist hat dem TV Baden in der Vergangenheit schon oft geholfen. Auch dieses Mal soll er eine große Rolle spielen, um sich aus der schwierigen Lage zu befreien. Eine Steigerung im spielerischen Bereich muss aber dennoch her. „Wir müssen jetzt genau überlegen, wie wir die kommenden Spiele angehen“, kündigte der Coach an. Die nächste Partie trägt Baden beim Spitzenreiter SV Lindow-Gransee aus. Danach stehen die Begegnungen mit der direkten Konkurrenz aus Bocholt, Essen, Braunschweig und Frankfurt an.

TV Baden: Moritz Wanke, Alexander Decker, Jan-Henrik Radeke, Nick Sörensen, Jannik Haats, Nils Mallon, Simon Bischoff, Jan Markiefka, Patrick Pfeffer, Björn Hagestedt, Artem Tscherwinski, Balint Bencsik

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