Stadtwerke Verden werden 150 Jahre alt

Vom Leuchtgas zum Blockheizkraftwerk

Die Zeiten, als die Stadtwerke Verden angefangen haben, als sogenannte Gasanstalt aus Kohle Leuchtgas für die Straßenbeleuchtung zu produzieren, sind lange vorbei – 2016 sind es 150 Jahre.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Vom Leuchtgas zum Blockheizkraftwerk
Von Andreas D. Becker
Vom Leuchtgas zum Blockheizkraftwerk

Freuen sich über das 150-jährige Bestehen der Stadtwerke Verden: Daniela Krüger, Stadtwerke-Chef Joachim Weiland und Kerstin Hartje (v.l.) präsentieren die Jubiläumstorte.

Focke Strangmann

Die Zeiten, als die Stadtwerke Verden angefangen haben, als sogenannte Gasanstalt aus Kohle Leuchtgas für die Straßenbeleuchtung zu produzieren, sind lange vorbei – 2016 sind es 150 Jahre.

Grund genug für den Energieversorger, auf die eigene Geschichte zurück, aber auch in die Zukunft zu blicken. Denn auch moderne Technologien sollen im Jubiläumsprogramm eine Rolle spielen.

„Die Stadtwerke haben 1866 mit dem Leuchtgas angefangen, die Umstellung auf Erdgas kam erst 100 Jahre später, also 1966“, erinnert Stadtwerke-Geschäftsführer Joachim Weiland an zwei wichtige Eckpunkte der Unternehmensgeschichte. Parallel zu dem Leuchtgas wurden auch Heiz- und Kochgas hergestellt. Das Leuchtgas sei anfangs ausschließlich für die öffentliche Straßenbeleuchtung verwendet worden. „Um die Lampen zum Leuchten zu bringen, musste es per Hand entzündet werden. Das hat ein Mitarbeiter mit einer langen Stange erledigt“, beschreibt Weiland die damalige Technik. Besonders umweltfreundlich kann der Herstellungsprozess nicht gewesen sein, wie Joachim Weiland erzählt. „Nach der Umstellung auf Erdgas musste das Betriebsgelände am Allerufer umfassend und für viel Geld dekontaminiert werden.“

25 Jahre später, 1888, kam die Wasserversorgung der Verdener Altstadt hinzu. Zur Versorgung diente der Wasserturm an der Sedanstraße. Erst 1954 wurde das neue Wasserwerk am Brunnenweg in Betrieb genommen. Die Lieferung mit Strom nahmen die Stadtwerke 1912 auf, in jenem Jahr schloss der Versorger mit der Überlandzentrale Verden-Hoya den ersten Stromliefervertrag ab. Die neue Energie wurde den Verbrauchern in einem Vergleich der Lampenbrennstunde zu einer Pferdekraftstunde verständlich gemacht.

Als nächster Meilenstein wurden die Stadtwerke im Jahr 1988 als GmbH zum Eigenbetrieb der Stadt Verden. 1998 kam dann die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes. „Damit konnten die Bürger selbst entscheiden, von wem sie Energie beziehen wollten“, sagt Weiland. Heute haben die Stadtwerke einen Konzessionsvertrag für die Stadt Verden und die Gemeinde Kirchlinteln, wohin sie allerdings nur Gas liefert. Aktuell hat das Unternehmen rund 18 000 Strom- und etwa 10 000 Gaskunden. Integriert in die Gesellschaft ist das Verwell-Bad, während die Stadthalle als 100-prozentige Tochter geführt wird.

Die Stadtwerke betreiben zwei Holzheizkraft- und ein Blockheizkraftwerk sowie ein Wasserwerk. Insgesamt sind in dem Unternehmen 127 Mitarbeiter beschäftigt. Seit zwei Jahren sind die Stadtwerke im neuen Geschäftsgebäude an der Weserstraße untergebracht.

Anlässlich des Jubiläums wollen die Stadtwerke aber nicht nur zurückblicken, für interessierte Besucher und Kunden sind im kommenden Jahr etliche Projekte geplant. Los geht’s bereits im Januar mit einer Mitmachaktion. Jeder Kundenhaushalt kann sich beteiligen und zum Thema „150 Jahre Stadtwerke Verden“ ein Foto, eine Collage, einen Zeitungsausschnitt oder ein gemaltes Bild einreichen. In jedem Monat soll ein Bild prämiert und mit einer 150-Euro-Gutschrift auf der Jahresabrechnung belohnt werden. Ende des Jahres soll aus den Monatsbildern ein Jahreskalender 2017 entstehen.

Doch das ist noch nicht alles. Am 4. Juni beteiligen sich die Stadtwerke mit allen Mitarbeitern am Domweihumzug, und am Sonntag, 19. Juni, ist ein Tag der offenen Tür vorgesehen. „Wir wollen ganz bewusst Familien ansprechen, sich bei uns umzusehen“, betont Weiland. Für das gesamte Gelände sei ein buntes Programm in Planung, auch Elektromobilität werde präsentiert. Abgerundet wird das Jahresprogramm mit einem Open-Air-Kino im Verwell, voraussichtlich am ersten Wochenende im September. Und noch eine Aktion wird gerade entwickelt: Die Stadtwerke wollen eine Spendenaktion ins Leben rufen, unter anderem sollen die Einnahmen vom Tag der offenen Tür gespendet werden. „Wir stellen uns vor, dass sich Vereine und andere Einrichtungen für eine Spende bewerben“, sagt Weiland.

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