Theaterpremiere

Von der Entwicklung einer Neidgesellschaft

Das Wildwux-Theater zeigt in seinem Stück „Die kleinen Leute von Swabedoo“, wie aus einer friedlichen Gemeinschaft eine Neidgesellschaft wird. Die Premiere ist am 19. August in Quelkhorn.
16.08.2017, 16:10
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Von Lieselotte Scheewe
Von der Entwicklung einer Neidgesellschaft

Das Stück "Die kleinen Leute von Swabedoo" inszeniert die Wildwux-Truppe mit Musik, Performance, Bewegungstheater, Artistik und chorischen Elementen.

Björn Hake

Quelkhorn. Wenn Zirkuswagen und Trecker durch die Lande fahren, aus denen junge Menschen mit silbernen Hosen, Kontrabass und Ziehharmonika klettern, ist wieder „Wildwux“-Zeit. Neele Külper ist eine von ihnen, experimentierfreudig und theaterbegeistert, so wie ihre Wildwux-Kollegen. In dieser Woche wohnt sie gemeinsam mit ihnen in Zirkuswagen vor der Ottersberger Hochschule, um was das Zeug hält zu proben. Vom 19. bis zum 26. August ist die Truppe auf Tour im Elbe-Weser-Dreieck. Mit der Premiere ihres Theaterstücks „Die kleinen Leute von Swabedoo“ treten sie am 19. August im Gemeinschaftsgarten in Quelkhorn auf.

„Die letzten Jahre haben wir einfach drauflosgearbeitet und selbst ein Stück entwickelt. In diesem Jahr wollten wir uns an einer Geschichte orientieren“, erzählt Neele Külper, die zum dritten Mal dabei ist. Ausgewählt haben die jungen semiprofessionellen Schauspieler zwischen 18 und 30 Jahren die irische Sage „Die kleinen Leute von Swabedoo“. Das Stück zeigt, wie aus Leichtigkeit und Liebe Missgunst und Neid entstehen. In dem ausgedachten Ort Swabedoo schenkten sich die kleinen Leute immer, wenn sie einander sahen, ein Fellchen. Es war ein Ausdruck von Freude, Glück, Leichtigkeit und Liebe. Dann entwickelte sich die kleine Aufmerksamkeit zu einer Währung, die kleinen Leute wurden geizig und misstrauisch. Sie wurden unglücklich, horteten ihren Besitz und wurden zu einer Neidgesellschaft.

Neele Külper hat gemeinsam mit ihren Schauspielkollegen und Regisseur Lionel Tomm, der professionellen Artisten- und Künstlergruppe „Rotzfreche Asphaltkultur“ und den Musikern der Band „Zerreißprobe“ das Stück neu inszeniert. „Wir haben die Geschichte für uns selbst mit Bedeutung gefüllt“, sagt sie. Mit Musik, Performance, Bewegungstheater, Artistik und chorischen Elementen werde das Märchen eigenwillig interpretiert und in das Spannungsfeld zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen gesetzt.

„Alle Schauspieler bringen ihre unterschiedlichen Ideen und Fähigkeiten ein und das macht es so spannend und vielfältig“, betont die junge Schauspielerin und beschreibt damit die Kernidee des Theaterprojektes Wildwux, das seit 34 Jahren der Bund Deutscher Pfadfinderinnen organisiert. Jedes Jahr formiert sich eine neue Gruppe Theaterbegeisterter, die an den Wochenenden und in den Ferienzeiten ein eigenes Theaterstück entwickelt und dann für eine kleine Tournee mit ihren Zirkuswagen durch die Region fährt.

Die Organisation wird auf viele Schultern verteilt, Barbara Sütterlin vom Ottersberger Stammhaus der Pfadfinder koordiniert im Hintergrund die Abläufe. In diesem Jahr freut sie sich besonders über die Kooperation mit der „Rotzfrechen Asphaltkultur“. Die Straßenkünstler kommen aus Hamburg, Berlin und aus der Region. „Sie beraten die Schauspieler und bringen einen ganz besonderen Input für das Stück“, sagt Barbara Sütterlin. Die Open-Air-Theateraufführung sei dadurch noch mehr geprägt von verschiedenen Stilelementen wie Schauspiel, Akrobatik und Musik. Und noch etwas verrät Schauspielerin Neele Külper zu dem Stück: „Auch unser Trecker kommt mit auf die Bühne.“

Nach der Premiere am Sonnabend, 19. August, im Gemeinschaftsgarten beim Sommerfest in Quelkhorn, das um 16 Uhr beginnt und ab 18 Uhr die Bühne für die Theateraufführung öffnet, tritt das Wildwux-Theater mit seinem Stück „Die kleinen Leute von Swabedoo “ jeweils um 18 Uhr am 20. August in Wilstedt, am 22. August in Otterndorf, am 24. August in Dorum-Neufeld und am 26. August in Bremerhaven auf. Der Eintritt für das Wildwux-Theater ist frei. Nach den Aufführungen werden Spenden für das Projekt gesammelt. Weitere Infos gibt es online unter www.wildwux.org.

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