Brand in Wohnhaus in Oyten / Gebäude unbewohnbar Von Sirenen aus dem Schlaf gerissen

Die Sirenen haben ihn aus dem Schlaf gerissen, dann ging alles ganz schnell. René Fahrenholz blieb gerade noch Zeit, sich einen Trainingsanzug überzuziehen und sein Auto aus der Gefahrenzone zu bringen. Am Freitagmorgen ist es in Oyten zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus gekommen. Ein erster Blick lässt wenig Hoffnung, dass das Haus jemals wieder bewohnbar wird.
04.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut Und

Die Sirenen haben ihn aus dem Schlaf gerissen, dann ging alles ganz schnell. René Fahrenholz blieb gerade noch Zeit, sich einen Trainingsanzug überzuziehen und sein Auto aus der Gefahrenzone zu bringen. Am Freitagmorgen ist es in Oyten zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus gekommen. Ein erster Blick lässt wenig Hoffnung, dass das Haus jemals wieder bewohnbar wird.

JULIA SOOSTMEYER

Oyten. Das Innere des Hauses bietet ein Bild der Verwüstung: Im Kinderzimmer sind zwei Betten zu erkennen – ein Kinder- und ein Babybett. Auf dem einen liegt eine zurückgeschlagene Bettdecke, der Raum ist vollkommen verrußt. Das Tropfen des Löschwassers ist gegen Ende des Einsatzes deutlich hörbar, das Gebäude strahlt noch Wärme aus, es riecht verschmort und verbrannt. Wohin das Auge reicht, liegen verstreut Dachziegel herum, die während der Brandbekämpfung schnell vom Dach entfernt werden mussten.

"Ich bin von der Sirene wach geworden, habe dann gemerkt, dass der Strom ausgefallen ist und bin direkt nach draußen gegangen", beschreibt René Fahrenholz, Bewohner des Hauses, die Szenerie, die sich gegen 7.40 Uhr gestern Morgen in Oyten in der Straße Am Triften abgespielt hat. "Dann kamen mir auch schon die ersten Feuerwehrfahrzeuge entgegen. Mir blieb gerade noch Zeit, mein Auto umzuparken." Nur langsam begriff er, was geschehen war.

Kinder leicht verletzt

Ein Nachbar hatte den Brand am Morgen bemerkt, rannte sofort zum Gebäude und warnte die Bewohner, teilte die Polizei mit. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich sechs Menschen dort aufgehalten: ein Vater mit seinen beiden Kindern (ein und vier Jahre alt), René Fahrenholz sowie zwei weitere Bewohner. Die Kinder sind mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden, sie wurden Polizeiangaben zufolge leicht verletzt. Die Nachbarn sind schockiert: "Auch wir wurden von den Sirenen geweckt", erzählt Christian Rathjen, der nur ein Haus weiter wohnt. "Wir sind sofort vor die Tür gegangen, um zu sehen was los ist."

Um 7.40 Uhr wurde der erste Alarm bei der Oytener Feuerwehr ausgelöst, die sofort ausrückte. "Als die Einsatzkräfte eintrafen, war nur eine Rauchentwicklung im Dachstuhl erkennbar. Flammen waren noch nicht zu sehen", erklärt Dühnfahr. Insgesamt seien etwa 60 Helfer von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort gewesen, schätzt er. Alle elf Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren in Oyten und Bassen rückten aus, die Straße wurde auf etwa einem Kilometer Länge für den Verkehr gesperrt.

Der Schaden wurde von der Polizei auf rund 250000 Euro geschätzt. Zur Brandursache konnten indes noch keine Angaben gemacht werden. Ein Blick auf das Gebäude lässt erahnen, dass nichts zu retten sein wird. Keine der Wohnungen ist mehr bewohnbar, heißt es zudem seitens der Polizeibeamten. "Was das Feuer nicht zerstört, erledigt schließlich das Löschwasser", sagte Jörg Hoefken, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Verden. Lediglich einige wichtige Akten konnten vor dem Feuer gerettet werden. "Das sorgte für etwas Erleichterung bei den Betroffenen", so Hoefken.

Wie es für die Bewohner weitergeht, ist noch ungewiss, doch auf der Straße stehen sie nicht. René Fahrenholz findet vorerst Unterschlupf bei seinen Eltern, die auch in Oyten wohnen. "Ich habe außerdem schon viele Angebote von Freunden bekommen, bei denen ich unterkommen könnte", sagt Fahrenholz. "Ansonsten muss die Gemeinde eine Unterkunft stellen", nennt Ralf Dühnfahr eine Alternative. Manfred Cordes und Axel Junge, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, waren gestern Morgen jedenfalls schon vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. "So weit ich weiß, sind alle untergebracht. Sollte sich aber noch jemand melden, kümmern wir uns sofort darum.", erklärt Cordes.

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