Bäderbetriebskonzept

Weg frei für Parallelbetrieb

Nun also doch: Politik und Verwaltung haben im kommenden Doppelhaushalt Mittel für eine zusätzliche halbe Stelle im Bäderbetrieb eingestellt. Doch das Thema ist damit noch nicht abgeschlossen.
14.12.2018, 17:25
Lesedauer: 2 Min
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Weg frei für Parallelbetrieb
Von Elina Hoepken
Weg frei für Parallelbetrieb

Zusammen mit den Vereinen will die Stadt nun nach Lösungen suchen, um die Mehrkosten für die zusätzliche halbe Stelle zu kompensieren.

Björn Hake

Dass eine fehlende Halbtagsstelle in Achim einmal für so viel Furore und sogar eine Demonstration vor dem Rathaus sorgen würde, hätte vor einigen Monaten vermutlich kaum einer erwartet. Im Bäderbetriebskonzept der Stadt Achim ist es jedoch, wie berichtet, genau diese fehlende halbe Stelle, die einen Parallelbetrieb von Hallen- und Freibad nicht möglich macht. Eine Tatsache, die viele Bürger und vor allem Vereine auf die Palme gebracht hat. Jetzt deutet sich aber doch noch eine Lösung des Problems an.

Denn die Stadt plant im kommenden Doppelhaushalt nun doch die zusätzliche halbe Stelle mit ein. Das hat nach Angaben von Bürgermeister Rainer Ditzfeld ein einstimmiger Beschluss im Verwaltungsausschuss ergeben, der am Donnerstagabend nichtöffentlich getagt hat. Abgeschlossen ist das Thema mit dieser Entscheidung allerdings noch nicht. „Wir haben die Stelle mit einem Wegfallvermerk versehen“, erklärt Ditzfeld. Das heißt, dass die Position im Doppelhaushalt 2021/2022 wegfallen könnte, „wenn von den Vereinen entsprechende Voraussetzungen dafür geschaffen werden“.

Gespräche mit Vereinen

Konkret bedeute dies, dass die Stadt aktuell Gespräche mit den Vereinen, wie etwa dem TSV Achim, führt und auch weiterhin führen wird, um nach Lösungen zu suchen, wie sich der zusätzliche Aufwand für die halbe Stelle gemeinsam refinanzieren lässt. „Der TSV Achim hat uns bereits signalisiert, dass sie bereit sind, uns entgegenzukommen“, erklärt Ditzfeld. Über konkrete Maßnahmen wollte der Bürgermeister sich zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht äußern, zeigte sich aber durchaus optimistisch. „Wir setzen uns im Januar noch einmal mit Vereinsvertretern zusammen“, kündigt er an.

Im Idealfall soll nämlich der Parallelbetrieb von Hallen- und Freibad schon zur kommenden Saison wieder aufgenommen werden. „Alles natürlich unter dem Vorbehalt, dass wir die eineinhalb Stellen, die wir nun benötigen, tatsächlich auch besetzt kriegen“, gibt Fachbereichsleiter Steffen Zorn zu bedenken. Zu Beginn des kommenden Jahres wolle man daher sofort mit der Ausschreibung beginnen. Zukünftig soll dann, so der Plan, das Hallenbad wie bisher bis zu den Sommerferien geöffnet haben, während das Freibad bereits im Mai öffnet. „Das Hallenbad hat dann nur in den sechs Wochen der Sommerferien geschlossen“, sagt Zorn. Diese Zeit benötige die Stadt weiterhin für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten.

Finales Votum erst im März 2019

Trotz des einstimmigen politischen Beschlusses im Verwaltungsausschuss wird das Bäderbetriebskonzept in der kommenden Ratssitzung am Dienstag, 18. Dezember, nicht auf der Tagesordnung stehen. Das hatten die Fraktionen vorab so in einem gemeinsamen Schreiben an den Bürgermeister beantragt. Stattdessen soll das Thema bei der dann folgenden Sitzung, die voraussichtlich im März stattfinden wird, endgültig beschlossen werden. Bis dahin gibt es dann vermutlich schon erste Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Vereinen, so die Hoffnung der Verwaltung.

„Wenn wir jetzt das Thema einfach nur in die nächste Sitzung verschoben hätten, wäre es zur neuen Saison zum Vollcrash gekommen“, sagt Zorn. Dann wäre ein Parallelbetrieb kurzfristig zum Freibad-Saisonstart im Mai definitiv nicht mehr möglich gewesen. Daher habe man die zusätzliche halbe Stelle nun schon im Doppelhaushalt eingeplant, obwohl es noch keinen abschließenden Ratsbeschluss über das Bäderbetriebskonzept gibt. Die rund 20 000 Euro, die für die Stelle zusätzlich benötigt werden, habe man im Haushalt vorerst durch erwartete Mehreinnahmen für das Hallenbad kompensiert. „Die Stadt und die Vereine haben nun alle Möglichkeiten in der Hand, um gemeinsam das Hauptproblem – die Finanzierung der zusätzlichen halben Stelle – in den Griff zu kriegen“, sagt Steffen Zorn.

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