Achimer Marktpassage

Weichen für Veränderungen sind gestellt

Die Vorplanungen für eine neue Fassade und Umbauten in der Marktpassage nähern sich dem Ende. Im Frühjahr will der Besitzer auf die Stadt zugehen, um über die Fläche vor dem Haupteingang zu sprechen.
08.01.2018, 22:35
Lesedauer: 2 Min
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Weichen für Veränderungen sind gestellt
Von Kai Purschke
Weichen für Veränderungen sind gestellt

Die Mieter der Marktpassage haben laut der KG alle ihre Verträge bis 2023 verlängert, nun soll die Passage mit einem Vordach in Richtung Fußgängerzone – von der aus dieses Foto aufgenommen wurde – wachsen.

Björn Hake

Achim. Der Sushi-Laden war das letzte Puzzle-Stück. „Wir sind zu 100 Prozent vermietet“, sagt Michael Johannes Bürgers und klingt hocherfreut ob dieser Tatsache. Er ist der Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft (KG) Marktpassage Achim, die im Sommer vergangenen Jahres die Marktpassage in der Innenstadt erworben hatte (wir berichteten). Bürgers sieht die Passage „langfristig in ihrem Fortbestand gesichert“, zumal Rewe, Rossmann, Family und die anderen Geschäfte ihre Verträge bis 2023 verlängert hätten. „Wir haben ja immer gesagt, dass wir die Marktpassage langfristig erhalten wollen“, betont der Hamburger Geschäftsmann.

Nachdem die KG zwischenzeitlich ein Architektenbüro in Hannover mit der geplanten Erweiterung der Marktpassage in Richtung Fußgängerzone beauftragt hatte, ist laut Bürgers nun ein Büro aus Bremen am Zug. „Deren Entwürfe gefielen mir besser“, liefert der KG-Chef gleich die Begründung mit. Er findet die in Bremen konzipierte Gestaltung der neuen Marktpassage, die auch die Fassade betrifft, ansprechender. Mittlerweile lägen auch Kostenschätzungen vor und die Vorplanung für die Erweiterung samt Vordach näherten sich dem Ende.

Bürgers schätzt, dass er mit einem Ergebnis im Frühjahr auf die Stadtverwaltung zugehen kann, um Gespräche über die Fläche zu führen. „Dann muss man sehen, ob wir sie kaufen oder pachten können“, spricht er von der Fläche, die sich zwischen Pforthaus und Apotheke vor dem Marktpassagen-Haupteingang befindet. Schon im Frühjahr vergangenen Jahres hatte Bürgers unserer Redaktion erklärt, dass der Rossmann-Markt aus Sicht der Drogerie-Kette zu klein sei und daher um rund 200 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitert werden soll.

So richtig ins Detail gehen, das möchte der Geschäftsmann zum jetzigen Zeitpunkt nicht, da ihm noch zu viele Eier ungelegt erscheinen. Eine konkrete bauliche Veränderung nennt er dann aber doch: Bisher sind die Toiletten in der Marktpassage nur durch die Filiale der Bäckerei Baalk Backbord zu erreichen – in den Augen von Bürgers ein unschöner Zustand. „Das wird jetzt anders“, kündigt er an. Die Bäckerei bekomme eine neue Fassade und die öffentlichen Toiletten einen neuen Zugang von der Passage aus, dieser soll zwischen Rewe und der Bäckerei entstehen.

Die KG wird die Verwaltung der Marktpassage in den Händen der Wallhaus GmbH belassen. „Das funktioniert sehr gut“, findet Bürgers und sieht daher „keine Veranlassung“, so langsam mal selbst ins Rampenlicht in Achim zu treten. Bisher jedenfalls ist er in der Stadt nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Andererseits passt diese Zurückhaltung zur Vorgeschichte.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld hatte den Geschäftsmann im Februar 2017 als interessierten, namenlosen Investor für die Marktpassage benutzt, um dem Stadtrat kurz vor der wegweisenden Lieken-Entscheidung darauf hinzuweisen, dass grünes Licht für zu viel Verkaufsfläche auf der Lieken-Brache den Rückzug des Passagen-Investors bedeutet. Ebenfalls hatte der Rathauschef gegenüber den Ratsleuten erklärt, dass die Frequenzbringer für die Innenstadt – Rossmann und Rewe – ihre Mietverträge nicht verlängern würden, wenn sich der Investor zurückzöge. Bekanntlich entschied sich der Stadtrat für eine Beschränkung auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche auf dem Areal der ehemaligen Brotfabrik.

Die im Jahr 1998 eröffnete Achimer Marktpassage wird im September dieses Jahres exakt 20 Jahre alt. Sie ist nicht das einzige Gebäude im Herzen der Stadt, das sich höchstwahrscheinlich alsbald verändern wird. Denn auf der anderen Seite des Pforthauses steht das sogenannte Nientkewitz-Haus, das Gerhard Bremermann, Seniorchef der Bremer Immobiliengesellschaft Müller & Bremermann, zunächst für eine Zwischennutzung auf Vordermann bringen und zu einem späteren Zeitpunkt für einen Neubau abreißen möchte.

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