Abschied bei der Feuerwehr

„Wenn es einer verdient hat, dann du“

18 Jahren waren Olaf Dykau und Ralf Mühlenstedt bei der Achimer Feuerwehr. Nun wurden beide mit einem großen Zapfenstreich verabschiedet. Und auf einen von ihnen wartete noch eine ganz besondere Überraschung.
29.03.2019, 16:05
Lesedauer: 3 Min
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Von Elina Hoepken und Gisela Enders
„Wenn es einer verdient hat, dann du“

Gemeinsam schritten Olaf Dykau (links) und Ralf Mühlenstedt zum Abschied die Reihen ihrer Feuerwehrkameraden ab.

Björn Hake

Wie es aussieht, wenn in Achim eine Ära zu Ende geht, konnte man am Donnerstagabend recht eindrucksvoll im Herzen der Innenstadt sehen. Ein Spalier aus hunderten Feuerwehrmännern und -frauen hatte sich auf dem Bibliotheksplatz formiert, um sich unter dem bläulichen Schein der Feuerwehrsirenen von ihrem langjährigen Stadtbrandmeister Olaf Dykau und seinem Stellvertreter Ralf Mühlenstedt zu verabschieden.

Vorab war das mit vielen lobenden Worten und Glückwünschen bereits im Rahmen der politischen Sitzung im Ratssaal des Achimer Rathauses geschehen. Denn sowohl Dykau als auch Mühlenstedt haben beide schon eine durchaus beachtliche Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr verbracht. „Drei Wochen vor seinem zwölften Geburtstag ist Ralf Mühlenstedt damals in die Achimer Jugendfeuerwehr eingetreten“, blickte Bürgermeister Rainer Ditzfeld zurück. 2001 habe er dann den Posten des Stellvertretenden Stadtbrandmeisters angenommen. „Über 18 Jahre hast du dieses Amt in toller Art und Weise ausgeübt.“ Doch nun ist Schluss. Auf Mühlenstedt folgt ab dem 3. April Klaus Mindermann.

Dykau der „Star“ des Abends

Der eigentliche „Star des Abends“ war aber unbestreitbar Olaf Dykau. Er wurde an diesem Abend nämlich nicht nur nach 18 Jahren als Stadtbrandmeister verabschiedet, sondern erhielt in diesem Zuge auch gleich einen neuen Titel, nämlich Ehrenstadtbrandmeister. „Es ist eine Ehrenbezeichnung, die wir in Achim bisher noch niemandem verliehen haben“, sagte Ditzfeld. „Wir wollen damit zeigen, welch wertvoller Mensch du bist und welch große Unterstützung du warst. Wir konnten uns immer auf dich und deinen Einsatz verlassen.“ Wie viel Zeit Dykau in all den Jahren für die Feuerwehr aufgebracht hat, belegte Ditzfeld dann gleich auch mit ein paar Zahlen. Demnach habe Dykau allein in seiner Zeit als Ehrenbeamter in Achim 3640 Arbeitstage nur für die Feuerwehr aufgebracht. „Dieser Einsatz ist für uns als Stadt unbezahlbar. Wenn einer die Auszeichnung verdient hat, dann du“, lobte Ditzfeld den Einsatz.

Wenig verwunderlich war es daher auch, dass die Mitglieder des Rates geschlossen für die Ernennung Dykaus zum Ehrenstadtbrandmeister stimmten. Sichtlich gerührt nahm dieser die Urkunde und seinen Ehrentitel an. „Auch ich bedanke mich für die ganzen Jahre der konstruktiven Zusammenarbeit – auch wenn es natürlich nicht immer einfach war“, sagte Dykau. „Klar ist aber, dass ein Stadtbrandmeister immer nur so gut sein kann, wie das Team, dass hinter ihm steht.“

Kameraden bereiten fulminanten Abschied vor

Zu dieser Zeit ahnte Olaf Dykau noch nicht, dass eben dieses Team während er noch im Ratssaal sprach, einen ganz besonderen Abschied für ihn vorbereitete und sich mächtig ins Zeug legte, um seinem scheidenden Stadtbrandmeister ihrerseits Verbundenheit und Respekt zu zollen. Etwa 250 Mitglieder aller Achimer Ortswehren positionierten sich in der Dunkelheit vor der Alten Feuerwache und nahmen vor großen Teilen des Fuhrparks Aufstellung. Vom alten Spritzenwagen bis zum hochmodernen Löschfahrzeug wurde dabei alles aufgeboten, was bei der Brandbekämpfung zum Einsatz kommt.

Als Olaf Dykau schließlich aus dem Rathaus kam und das sah, konnte er seine Tränen doch nicht mehr zurückhalten. An der Seite des vielfach Geehrten stand dann auch Frank Boblat, der am 3. April für zunächst sechs Jahre seine Nachfolge antreten wird. „So habe ich mir den Abschied nicht vorgestellt", sagte Dykau. „Angesichts des schönen Ausklangs empfinde ich Freude und Ehrfurcht“. Viel Zeit, wehmütig zurückzublicken, werde er indes nicht haben, denn das Amt als Stellvertretender Kreisbrandmeister, das er weiterhin ausüben wird, würde auch weiterhin vollen Einsatz von ihm erfordern. Auch Frank Boblat, bislang Führer im Gefahrgutzug der Kreiswehr und seit 41 Jahren Feuerwehrmann, zeigte sich gefangen von der Atmosphäre auf dem Bibliotheksplatz. Gemeinsam fuhren der neue und der alte Stadtbrandmeister dann schließlich auf einer alten Löschkutsche zur Abschiedsfeier ins Feuerwehrhaus.

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