Sottrumer Ensemble

Wild am Blech

Beim Festival „Rock den Georg“ am 29. Oktober in Sottrum gibt das Ensemble „Wildes Blech“ eine weitere Kostprobe seines Könnens. Die junge Garde spielt Hardrock und Heavy Metal auf Blasinstrumenten.
25.09.2017, 17:21
Lesedauer: 3 Min
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Wild am Blech
Von Lars Köppler

Sottrum. Es war eine ungewöhnliche Idee, die Gitarrist Benjamin Faber und Musiklehrer Ralf Linders im vergangenen Jahr ausgebrütet haben. Die Hits von weltweit erfolgreichen Bands wie Deep Purple, Rammstein oder Iron Maiden sind den Fans von Hardrock und Heavy Metal als harte Klänge wohl bekannt, doch wie hören sich diese Songs mit Tuba, Posaune und Trompete an? Um diese Frage zu beantworten, gründete das Duo das Ensemble „Wildes Blech“ mit anfangs 20 Spielern. Und mittlerweile verzeichnet die Combo ein rasantes Wachstum. „Derzeit sind wir 40 Musiker bei steigender Tendenz“, freut sich Benjamin Faber über den Erfolg des Projektes, das offenbar besonders junge Musiker anzieht. „Wir haben eine gute Mischung“, fügt Ralf Linders hinzu.

Die beiden Frontmänner haben selbst eine bewegte musikalische Vergangenheit und gehören zu den Routiniers in der Branche. So hat Benjamin Faber an der Hochschule für Künste in Bremen im Studiengang Musikerziehung die Fächer Gitarre und Gesang studiert. Neben seiner Unterrichtstätigkeit als Gitarrenlehrer an der von ihm mitgegründeten Privatmusikschule Sottrum leitet er verschiedene Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchorgruppen und ist zudem als Sänger aktiv. Außerdem komponiert er und schreibt Arrangements für verschiedene Besetzungen.

Ralf Linders hat derweil am Konservatorium in Osnabrück studiert und unterrichtet nicht nur die volle Bandbreite der Blechblasinstrumente von der Tuba bis zur Trompete, sondern auch noch Didgeridoo und arbeitet außerdem mit Klangschalen und Gongs. Er ist als Lehrer sowohl an der Kreismusikschule Rotenburg als auch über seine eigene Musikschule „Blechwerk“ tätig und erteilt klassischen Instrumentalunterricht für alle Altersgruppen von Grundschülern bis Rentnern. Darüber hinaus betreut Linders auch Teilnehmer von Bläserklassen in Sottrum und Rotenburg und den musikalischen Nachwuchs verschiedener Posaunenchöre und Musikzüge.

Dass aus dem fixen Gedanken so ein Erfolg werden könnte, hätten aber auch die beiden Wildes-Blech-Gründer nicht gedacht. Ursprünglich nur als Projekt mit fünf Proben und einem Gastauftritt beim Festival „Rock den Georg“ in Sottrum geplant, hat sich das junge Ensemble jedoch schnell darüber hinaus entwickelt. Das Klangerlebnis mit Hardrock in klassischer Posaunenchor-Besetzung kam an beim Publikum, und so vertieften Faber und Linders die Anstrengungen. Mit Ellen Cordes holten die Ensemble-Gründer eine dritte Kraft ins Boot. Zwar nicht als aktive Musikerin, dafür aber als Organisatorin und Koordinatorin im Hintergrund. Sei es die Planung eines Probenwochenendes, die Vorbereitung eines Auftrittes oder Klärung anderer Fragen: Ellen Cordes gilt in diesem Bereich als wichtige Nahtstelle zum Ensemble.

Die Musiker stammen überwiegend aus verschiedenen Posaunenchören oder anderen Ensembles. Aber auch Schüler, die ihr Instrument in Bläserklassen oder im eigenen Instrumentalunterricht erlernen, verstärken „Wildes Blech“ mit ihrer individuellen Klasse. Die eigentliche Blechbläserbesetzung ist mittlerweile durch verschiedene Saxofone (Alt, Tenor und Bariton) sowie Schlagzeug und E-Bass erweitert worden. „50 Prozent unserer Spieler sind unter 18 Jahre alt“, sagt Linders, der selber Jungbläser ausbildet. „Es sind keine Profis, aber sehr gute Amateure fast auf Profi-Niveau“, schwärmt der Musiklehrer geradezu von seinen Schützlingen. Ihr Können haben die Bläser schon auf zahlreichen Veranstaltungen unter Beweis gestellt. „Wir haben die Zahl unserer Auftritte verdoppelt und es kommen immer mehr Anfragen“, weiß Faber zu berichten. Sechs Lieder haben „Wildes Blech“ bisher umgesetzt und damit eine kleine Nische bedient. „Wir können mit dieser Musik sehr viel Stimmung machen. Besonders Nirvana ist beim Publikum sehr beliebt“, hat Faber erkannt.

Geprobt wird indes einmal im Monat, für drei Stunden an einem Sonnabend. In der Rotenburger Stadtkirche haben die Bläser jetzt auch eine feste Heimstätte für die Übungseinheiten gefunden. Und obwohl sich das Ensemble schon verdoppelt hat, gibt es stetig Zuwachs. So bereichern nunmehr auch Querflöte und Klarinette das spielfreudige Orchester.

Den Blick richten Benjamin Faber und Ralf Linders derweil nach vorn. Den nächsten Auftritt haben „Wildes Blech“ am Sonntag, 29. Oktober, beim besagten Festival „Rock den Georg“. Beginn ist um 17 Uhr in der St.-Georgs-Kirche. Der Eintritt ist frei. Und auch für 2018 haben sich die Musiker aus Sottrum und umzu viel vorgenommen. „Wir werden bei einigen Festivals auftreten und auch wieder ins Tonstudio gehen“, kündigt Benjamin Faber an.

Weitere Informationen zu dem Sottrumer Ensemble, auch für interessierte Musiker aus allen Sparten, gibt es im Internet unter www.wildesblech.de.

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