Geplante Anlage in Achim-Bollen

Windpark fällt eine Nummer kleiner aus

Nach Verhandlungen zwischen der Stadt Achim und dem Windparkbetreiber WPD steht fest: Der in Bollen geplante Windpark soll nur noch aus drei Windrädern bestehen - zwei weniger als zunächst angekündigt.
20.02.2019, 17:23
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Windpark fällt eine Nummer kleiner aus
Von Kai Purschke
Windpark fällt eine Nummer kleiner aus

Gegen einen Windpark in Bollen kann sich die Stadt nicht wehren, nun soll er aber nur noch aus drei Windrädern bestehen.

Björn Hake

Nun soll es also kommen, wie die Stadt Achim es von je her gewünscht hat und womit sie beim Landkreis Verden auf taube Ohren gestoßen war: Der neue Windpark in Bollen, der eine Erweiterung der bestehenden Anlage in Bremen-Mahndorf ist, wird über keine Windräder östlich der Kreisstraße 1 verfügen. Darauf haben sich die Stadt Achim und der Investor WPD in den Verhandlungen geeinigt. Der veränderte Stand gegenüber September 2018, als die Pläne vorgestellt wurden, sieht so aus: Statt der ursprünglich geplanten fünf Windräder sollen es nur drei werden und allesamt stehen sie später westlich der Kreisstraße. Zu dieser haben sie einen Abstand von etwas mehr als Hundert Meter, zur nächsten Siedlung sind es rund 800 Meter.

Diese neuen Fakten hat WPD-Mann Markus Birnkraut am Dienstagabend dem Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr präsentiert. Sein Unternehmen trägt somit den Wünschen der Stadt Achim, aber auch den Bedenken der Bürger und Politiker Rechnung, wie sie bei der ersten Vorstellung vor einem halben Jahr laut wurden. Das derzeitige Regionale Raumordnungsprogramm des Kreises, gegen das sich die Stadt vergeblich gewehrt hatte, beinhaltet vier Teilflächen östlich und westlich der K 1 in Bollen, auf denen Windräder stehen dürften. WPD möchte diese Flächen nicht mehr komplett ausnutzen, sieht aber trotzdem eine Wirtschaftlichkeit, auch wenn der Windparkbetreiber auf zwei Anlagen verzichtet. „Bei fünf Windrädern hätten wie insbesondere die östlich der Kreisstraße drosseln müssen, bei der kleineren Variante müssen wir das nicht mehr“, erklärte Birnkraut den Unterschied.

Wie er ausführte, sei es WPD wichtig gewesen, eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Zumal sich an der Höhe der geplanten Windräder nichts ändern wird, auch die drei vorgesehenen Typen haben je eine Gesamthöhe von 241 Metern – vom Boden bis zur Spitze eines senkrecht nach oben stehenden Rotorblattes. Dadurch dass die beiden zunächst näher zur Wohnbebauung geplanten Windräder wegfallen, verringerten sich nun auch die Schattenwurf- und Schallauswirkungen auf die Häuser. Für die Windräder und mögliche Havarien oder andere Unfälle hafte komplett WPD, das mit der Stadt Achim und dem Grundstückseigentümer nun einen Vertrag abschließen wird.

Darin möchte WPD unter anderem geregelt haben, dass die östlich der K 1 verzeichneten Vorranggebiete für Windkraft unbebaut bleiben. „Das gibt Ihnen die Sicherheit, dass die Flächen frei bleiben und uns, dass dort kein anderes Unternehmen eine Anlage baut“, erklärte Birnkraut. Im Gegenzug sichere WPD etwa zu, dass mehr Steuern nach Achim abfließen (90 Prozent), obwohl es eine Erweiterung eines Bremer Windparks sei. „Wir möchten so schnell wie möglich ins Genehmigungsverfahren“, betonte Birnkraut. Wenn die Verträge im zweiten Quartal dieses Jahres zustande kommen, dauere das Verfahren etwa ein Jahr und frühestens könne dann Ende des dritten Quartals 2020 mit dem Bau begonnen werden. Das bedeutet aber auch, dass die Stadt Achim den Flächennutzungsplan bis Mitte nächsten Jahres angepasst haben muss, damit der Zeitplan aufgeht.

Während die Schwertransporte für den Windpark Hemelingen im Sommer vergangenen Jahres über die Abfahrt Achim-Nord, den neuen Schwalbenkreisel und den Gieschen-Kreisel sowie durch die Achimer Innenstadt und den Sportplatz Uphusen nach Bremen gefahren sind, soll es dieses Mal trotz der sehr langen Bauteile über die Abfahrt Uphusen gelingen. Trotz der Bedenken, die in der Ausschusssitzung formuliert wurden, dass dies unfallfrei gelingen könne, beruhigte Birnkraut die Gemüter: Es sei möglich, es sei alles ausgemessen worden. Und sollte doch etwas zu Bruch gehen, komme WPD oder der Transportdienst dafür auf. Das war auch bei den erwähnten jüngsten Transporten so, im Vorfeld werde der Zustand der gewählten Strecke dafür im Beisein der Stadtverwaltung dokumentiert.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+