Phosphatbelastung um 96 Prozent reduziert / Verbandsumlage und Schuldenstand steigen weiter Windrad für das Klärwerk ist in Planung

Oyten·Ottersberg. Es ist derzeit eine der größten Baustellen in der Region, auf der bereits seit drei Jahren gewerkelt wird. Für rund 15 Millionen Euro wird das Klärwerk Oyten/Ottersberg grundlegend erweitert, umgebaut und saniert. Die Fertigstellung des großen Projektes zieht sich allerdings noch weiter in die Länge. Voraussichtlich im Dezember 2011 wird der Bau abgeschlossen sein, ein halbes Jahr später als vorgesehen.
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Windrad für das Klärwerk ist in Planung
Von Uwe Dammann

Oyten·Ottersberg. Es ist derzeit eine der größten Baustellen in der Region, auf der bereits seit drei Jahren gewerkelt wird. Für rund 15 Millionen Euro wird das Klärwerk Oyten/Ottersberg grundlegend erweitert, umgebaut und saniert. Die Fertigstellung des großen Projektes zieht sich allerdings noch weiter in die Länge. Voraussichtlich im Dezember 2011 wird der Bau abgeschlossen sein, ein halbes Jahr später als vorgesehen.

Der lange Winter, Wassereinbruch auf der Baustelle und Verzögerungen durch die Bahn AG, die befürchtete, dass durch das abgesenkte Grundwasser die benachbarte Gleisstrecke absacken könne, führten zu den Verzögerungen. 'Auf so einer großen Baustelle lässt sich nicht alles passgenau vorausplanen. Obendrein muss man bedenken, dass wir im laufenden Betrieb bauen, das heißt, die Anlage versieht trotz der Arbeiten ihren normalen Dienst', sagt Verbandsgeschäftsführer Manfred Cordes und findet 'dass unter diesen Voraussetzungen alles sehr gut gelaufen ist'.

Neue Anlagenbereiche laufen gut

Das findet auch Betriebsleiter Udo Ortmanns, der in der Sitzung des Abwasserzweckverbandes Oyten/Ottersberg im Ottersberger Rathaus einen Bericht über den derzeitigen Stand der Bauarbeiten abgab. Ortmann ist zufrieden mit dem Zwischenstand. 'Die neuen Anlagen laufen gut ', berichtete der Betriebsleiter. Ob Zentrifuge, Nachklärbecken oder Sandfang - sämtliche Neueinbauten hätten sich in ihrer ersten Einsatzzeit ausgezeichnet bewährt. 'Der Sand ist sehr sauber und kann auf dem Werksgelände gelagert werden', sagt Ortmann. Große Verbesserungen habe man auch im Bereich der Wasserreinigung gehabt. Das anfallende Phosphat sei um 96 Prozent reduziert worden und das Nitrat um 92 Prozent. Das Wasser habe zwar keine Trinkwasserqualität, sei aber so sauber, dass es nach der Reinigung in die Wümme geleitet werden könne, sagte Ortmann. Für die Zukunft denkt der Abwasserzweckverband über den Bau einer Windkraftanlage auf dem Klärwerksgelände nach, um den Strom, der hier vor Ort

benötigt wird, selbst zu produzieren. 'Das ist noch nicht beschlussreif. Aber wir halten das für eine gute Idee', sagte der Ottersberger Bürgermeister Horst Hofmann für den Verbandsvorstand. Andere Kommunen, wie Achim oder Thedinghausen, hätten es bereits vorgemacht und betreiben ebenfalls eine Windkraftanlage auf dem Gelände ihres Klärwerkes.

Oytens Bürgermeister und Verbandsgeschäftsführer Manfred Cordes berichtete, dass in diesem Jahr rund 5,7 Millionen Euro an Investitionsbeiträgen veranschlagt wurden. Die nicht verbrauchten Mittel sollen ins nächste Jahr übertragen werden. 'Wir gehen weiterhin von einer Investitionssumme von insgesamt rund 14,9 Millionen Euro aus', sagt Cordes. Fünf Prozent Reserve sind darin enthalten, die für unvorhersehbare Nachträge verwandt werden sollen. 'Wie bereits die ausgeführten Arbeiten gezeigt haben, ist aufgrund der alten Bausubstanz und mangelhafter Bestandsbauunterlagen stets mit unvorhersehbaren Mehrarbeiten zu rechnen', betont Cordes. Nur zur Erinnerung: Als die Bauarbeiten 2006 begonnen hatten, war noch von einer Investition von rund 10 Millionen Euro die Rede.

Spürbare Erhöhung der Umlage

Die Vorstellung des Haushaltsplanes 2011 übernahm Wolfgang Röttjer. Die Verbandsumlage, das ist der Anteil den die jeweilige Gemeinde für den Betrieb zahlen muss, hat sich erhöht, beträgt rund 2,42 Millionen Euro und liegt damit um 211000 höher als im Haushaltsplan 2009. Der Flecken Ottersberg trägt davon 1,24 Millionen Euro, die Gemeinde 1,18 Millionen Euro. Somit steigt die Verbandsumlage seit 2009 kontinuierlich an. 'Das wird sich ab 2011 noch erheblich verstärken. Eine weitere spürbare Erhöhung ist zu erwarten', meint Röttjer.

Er wies weiter darauf hin, dass sich der Zweckverband über rund 790000 Euro-Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) freuen kann. 2008 waren bereits 536000 Euro für den II.Bauabschnitt gewährt worden. Zum 1. Oktober vorigen Jahres war für den III. Bauabschnitt ein weiterer Antrag für das Jahr 2010 gestellt worden. Dieser Antrag befindet sich allerdings noch in Bearbeitung, ist aber laut telefonischer Auskunft, so Röttjer, bewilligt. Hier werden rund 255000 Euro erwartet. Trotz der Zuschüsse erreicht der Schuldenstand des Zweckverbandes Rekordhöhen. Der Schuldenberg lag 2009 bei 8,6 Millionen Euro und wird bis 2011 auf rund 14,1 Millionen Euro anwachsen. Der Haushalt 2011 wurde abschließend einstimmig verabschiedet.

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