Oyter See

„Wir gehen davon aus, dass es nichts Dramatisches ist“

Zunächst hatte die Polizei Umweltverschmutzung vermutet, inzwischen scheint klar, dass die kürzlich aufgetretene grünliche Färbung im Oyter See einen natürlichen Ursprung gehabt hat.
08.01.2018, 15:27
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„Wir gehen davon aus, dass es nichts Dramatisches ist“
Von Marius Merle
„Wir gehen davon aus, dass es nichts Dramatisches ist“

Beim Landkreis Verden geht man trotz des kürzlichen Vorfalls davon aus, dass der Oyter See kein Blaualgenproblem hat.

Christian Butt

Oyten. Blaualgen im Winter? Das klingt zunächst einmal sehr ungewöhnlich. Die Cyanobakterien, die sich hinter dem geläufigeren Namen Blaualgen verbergen, kommen an vielen Seen vor allem im Sommer als ungebetene Gäste zum Vorschein. Denn das Wachstum wird laut Umweltbundesamt durch Wärme, aber auch durch eine hohe Konzentration von Nährstoffen, vor allem Phosphat, begünstigt. Nun kam es kürzlich jedoch mitten im Winter zu einer Blaualgenbildung im Oyter See.

Entdeckt worden war die grüne Trübung im See von Spaziergängern, die die Polizei darüber informierten. Die Beamten gingen zunächst davon aus, dass unbekannte Täter grüne Binderfarbe im Oyter See entsorgt hatten und leiteten ein Strafverfahren wegen Gewässerverunreinigung ein (wir berichteten). Eine Fachfirma aus Ottersberg wurde vom Landkreis Verden damit beauftragt, Gewässerproben zu entnehmen. Auch wenn die Resultate dem Landkreis bisher nicht vorliegen, so scheint inzwischen klar, dass es sich nicht um Umweltverschmutzung, sondern um das Auftreten von Blaualgen handelte. Bereits am nächsten Tag war die Trübung wieder verschwunden.

„Das passiert alle paar Jahre mal am Oyter See“, erklärt Silke Brünn, Fachdienstleiterin Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis Verden, nachdem sie sich mit einigen älteren Kollegen ausgetauscht habe. Auch im Winter könne es mal zur Blaualgenbildung kommen, wenn viele Faktoren zusammenkommen – etwa wenn die Sonne scheint und der Wind dafür günstig weht. Denn eine Grundbelastung an Stickstoff und Nährstoffen sei in jedem Gewässer vorhanden. Die Nährstoffe gelangen hauptsächlich durch landwirtschaftlichen Dünger in den Boden und von da aus durch Auswaschungen oder über das Grundwasser in den See.

„Wir gehen davon aus, dass es nichts Dramatisches und Schlimmes ist“, sagt Brünn. Aber natürlich müsse man bis zu einer endgültigen Einschätzung die Prüfungsergebnisse abwarten. Sollte es etwa deutlich erhöhte Nitratwerte geben, würde man sich natürlich damit auseinandersetzen, die Ursache zu erforschen. Doch Brünn glaubt mehr an einen zwar seltenen, aber ganz natürlichen Vorgang.

Grundsätzlich sind Blaualgen im Oyter See bisher auch kein Problem gewesen. Das liegt laut der Fachbereichsleiterin vor allem an dem Zu- und Abfluss, wodurch eine gewisse Bewegung im Gewässer ist und Sauerstoff hereinkommt. Deswegen geht Brünn auch nicht davon aus, dass dem ungetrübten Badespaß am Oyter See in diesem Sommer etwas im Wege stehen sollte. Im Landkreis Verden hatten sich in der jüngeren Vergangenheit im Blender See und im Otterstedter See immer wieder Blaualgen gebildet, sodass zwischenzeitlich auch der Badebetrieb eingestellt werden musste. Die Giftstoffe der Blaualgen können zu Übelkeit führen, aber auch Bindehautentzündungen und Hautausschlag auslösen.

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