Offene Gartenpforte

Zu Besuch bei der chinesischen Kaiserin

Rainer Seckinger aus Verden lädt zu den Funkien-Tagen in seinen Garten. Bei ihm sprießen über 500 Sorten. Die Heimat der Pflanzen liegt in Asien.
20.06.2019, 17:25
Lesedauer: 2 Min
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Zu Besuch bei der chinesischen Kaiserin
Von Jörn Dirk Zweibrock
Zu Besuch bei der chinesischen Kaiserin

Hosta-Freund: Rainer Seckinger aus Verden besitzt nach eigenen Angaben eine der größten Privatsammlungen Norddeutschlands. Gartenfreunde bekommen von ihm so manchen Ableger.

Sebi Berens

In den Vereinigten Staaten zählt die Hosta zu den meistverkauften Stauden. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten existieren sogar eigene Hosta-Farmen. „Früher gab es in Deutschland nur die Standard-Hosta mit dunkelgrünen Blättern und weißem Rand“, erinnert sich Rainer Seckinger aus Verden. Er nennt sich selbst nicht nur Hosta-Freund, sondern geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet sich als „Hostaholic“. Seit die Staude vor nunmehr rund 30 Jahren ihren Siegeszug in den deutschen Gärten angetreten hat, ist es um den Verdener geschehen – er hat sich mit dem „Hosta-Virus“ infiziert und will nun auch andere Gartenfreunde damit anstecken. An diesem Wochenende, 22. und 23. Juni, lädt Rainer Seckinger wieder zu den Funkien-Tagen in seinen Garten. Die Pforte zu seiner grünen Lunge hinterm Haus, Fuhrenkamp 26, ist jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Doch was ist eigentlich das Besondere an dieser Staude? „Hostas sind robust, pflegeleicht und winterhart. Sie halten auch im Kübel problemlos Temperaturen bis Minus 20 Grad aus“, erzählt der Hosta-Freund vom Friederikenholz. Der botanische Name dieser vor allem in den USA und Amerika beliebten Staude ist Hosta, umgangssprachlich wird sie von heimischen Hobbygärtnern aber auch gerne Funkie genannt. Grüne, blaue, gelbe, panaschierte Blätter, die rund sind oder spitz zulaufen – mindestens 8000 Hosta-Sorten wurden nach Aussage von Rainer Seckinger inzwischen gezüchtet. Er selbst hat über 500 Sorten, besitzt damit nach eigenen Angaben einer der größten Privatsammlungen im norddeutschen Raum. „Die eigentliche Heimat der Hosta befindet sich in China, Japan und Korea“, weiß der Verdener. Und so wundert es auch nicht, dass ein ziemlich ausladendes Geschöpf auf den klangvollen Namen Empress Wu hört. „Wu war die einzige chinesische Kaiserin“, erläutert Seckinger. Ein Sport, sprich eine Mutation von Kaiserin Wu ist hingegen die sogenannte Blue Wu. Namensgeber für die Stauden waren übrigens der deutsche Botaniker Heinrich Christian Funck beziehungsweise sein österreichischer Kollege Nicolaus Thomas Host.

Funkien stellen zwar keine besonderen Standortanforderungen, sollten aber immer im Halbschatten gehalten werden, obwohl sie natürlich auch in der Sonne gedeihen. "Ich vergleiche das immer gerne mit einem Trabi. Mit dem können sie zwar auch auf der Autobahn fahren, aber in einem Porsche ist das Fahrgefühl natürlich viel schöner." Seckinger hat nämlich herausgefunden, dass sich bei so mancher Funkie die riesigen Blätter erst im Halbschatten so richtig schön verfärben und im prallen Sonnenlicht einfach nur in langweiligem Grün erstrahlen. Zwischen Juni und Oktober, je nach Sorte, blühen die Pflanzen. "Meist sind ihre glockenförmigen Blüten violett, lavendelfarben oder eben auch weiß. Rainer Seckinger faszinieren immer wieder die roten Stiele bei manchen Sorten. Neuerdings gibt es sogar Mini-Hostas wie die Snow Mouse. Vorteil: Die können auf engstem Raum gehalten werden.

Seit einem Jahr ist Rainer Seckinger, der Mann mit dem grünen Daumen, übrigens Mitglied im Verein Über Zäune schauen. Darin haben sich vornehmlich Gartenbesitzer aus dem benachbarten Heidekreis zusammengeschlossen. Regelmäßig in den Sommermonaten öffnen sie ihre kleinen Oasen für interessierte Zaungucker.

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