Kunstauktion Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten

Der Kunstverein Achim hat am Sonnabend im Rahmen einer Kunstauktion zahlreiche kreative Objekte an den Mann und die Frau gebracht. Der Auktionator war derweil kein Geringerer als Bürgermeister Rainer Ditzfeld.
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Von Gisela Enders

Galionsfigur und Garant für gute Stimmung: Mit diesen Attributen hat Heike Schulz, 2. Vorsitzende des Kunstvereins Achim, den Bürgermeister der Weserstadt bedacht. Zum einen vielleicht die Vorschusslorbeeren, in erster Linie jedoch die Bedeutung des kreativen Zusammenschlusses für die Bürger hatten Rainer Ditzfeld dazu bewogen, die Leitung einer Auktion zu übernehmen, die am Sonnabendnachmittag zugunsten des „kva“ im Rathaus stattfand. Fast alle Plätze waren belegt, als der Stadtobere im Foyer des Verwaltungssitzes gutgelaunt das Hämmerchen schwang und eine Position nach der anderen an den Mann und auch an die Frau brachte.

Das Spendenaufkommen sei mittlerweile gering, und der Verein habe nach dem Umzug in die neuen Räume finanzielle Probleme, schilderte Heike Schulz die Situation der Kunstschaffenden. Darüber hinaus leide die Gemeinschaft an rückläufigen Mitgliederzahlen und versuche daher, durch die Auktion gespendeter Werke finanzielle Mittel für die Umsetzung anstehender Projekte zu generieren. „Weder in Verden noch an einem anderen Platz im Landkreis findet sich Vergleichbares“, würdigte Ditzfeld die Arbeit der Mitglieder, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht haben, Kinder für Pinsel, Stift und Ton zu begeistern.

Kunst für alle

Auch die Arbeit mit Flüchtlingsfrauen steht auf dem Programm, das in naher Zukunft realisiert werden soll. „Wir segeln am Rande der Kante, indem wir Kinderkurse für unter Hundert Euro durchführen“, erklärte Marita Lingel, 1. Vorsitzende, am Rande der Veranstaltung. Für ähnliche Angebote sei anderorts erheblich mehr zu berappen. „Kunst für alle aber ist unser Anliegen, und wir wollen auf keinen Fall elitär erscheinen."

Aquarelle, Acrylbilder, Siebdrucke, Radierungen, Collagen, Fotoarbeiten, Ölgemälde und Skulpturen. So vielfältig wie die Techniken zeigten sich die Motive der fast 100 Exponate, die dem Publikum – jeweils in Zehnerstaffeln – präsentiert wurden. Stillleben mit Früchten und Blüten, Regenwolken und Nordseedünen, Moor- und heimische Landschaften wechselten den Besitzer ebenso wie verschiedene Skulpturen aus Speckstein, Alabaster und weiteren Materialien.

Kaum Ausreißer

Mal 20, mal 25 und auch mal 50 Euro hatten sich die Verantwortlichen als Mindestgebot für die Werke unterschiedlicher Provenienzen vorgemerkt. In vielen Fällen gelang ein höherer Erlös, Ausreißer waren jedoch kaum zu verzeichnen. Besonders liebenswert auch der Beitrag des Bürgermeisters. Umweltfreundlich in einen Jutebeutel verpackt, hatten selbst bemalte hölzerne Weihnachtsmänner den Weg in den Amtssitz gefunden.

Rote Mützchen und freundliche Gesichter zierten die abgeschrägten Birkenstämme, die in den Adventswochen im Garten der Familie Köhne in Uesen zu finden sein werden. Regina und Paul Otte aus Oyten indes waren mit dem Vorsatz nach Achim gekommen, ein modernes Aquarell zu erwerben. Bis zu 60 Euro dürfe das Bild kosten, das zukünftig eine kahle Wand ihres Wohnzimmers zieren solle. Die Qual der Wahl blieb den Eheleuten – wie auch allen anderen – nicht erspart. „Bedenken Sie beim Ersteigern auch die Sicht Ihres Partners“, wandte sich Marita Lingel schmunzelnd an die Anwesenden. „Ich wohne auch hier“, sei oftmals eine Reaktion auf Alleingänge zum Thema Wohnraumgestaltung, die eben manchmal auch nach hinten losgehen könne.

Geduld war gefragt

„Wir sind mit dem Ergebnis des heutigen Tages sehr zufrieden“, befand Heike Schulz am Ende der Versteigerung gegen 17 Uhr. Gut drei Viertel der Exponate seien zum Gesamtpreis von etwa 2300 Euro abgegeben worden. Insgesamt hatte sich die Veranstaltung ein wenig gezogen, so dass mancher Bieter Geduld aufbringen musste, bis er sein Wunschobjekt nach Hause tragen konnte.

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