50 Jahre Kita Barme Bunt, bunter, Barme

Die evangelische Einrichtung feiert mit einem großen Fest Geburtstag. Besonders das familiäre Klima zeichnet den Kindergarten aus.
01.07.2019, 09:53
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Bunt, bunter, Barme
Von Jörn Dirk Zweibrock

Genauso offen und bunt wie die Welt da draußen ist, geht es auch im evangelischen Kindergarten in Barme zu. Dort gab es schon ein Inklusionskind und einen männlichen Auszubildenden, was für eine Kita dieser Größe nun wahrlich nicht selbstverständlich ist. „Die Eltern eines Kindes sind Hindus und zum neuen Kindergartenjahr bekommen wir Verstärkung aus Afrika“, erzählt Leiterin Jutta Schroeder voller Stolz. Neben dieser Offenheit ist es vor allen Dingen die familiäre Atmosphäre, die die Einrichtung an der Nienburger Straße 17 schon seit einem halben Jahrhundert prägt. So verwundert es nicht, dass eine zugezogene Familie aus Bremen inzwischen nach einem Haus im beschaulichen Weserdorf sucht und gar nicht mehr weg will. Wer Kontakt sucht und Lust aufs Landleben hat, ist im Kindergarten Barme eben goldrichtig.

Ein Bild von der bunten Vielfalt, die dort herrscht, können sich die Gäste an diesem Sonnabend, 29. Juni, machen. Jutta Schroeder und ihre drei Kolleginnen lassen es bei der großen Geburtstagssause jedenfalls so richtig krachen – mit Hüpfburg, Bällebad, Jumper, Kinderschminken und Glücksrad. Los geht es um 14 Uhr mit einer kleinen Andacht. „Für die Geburtstagsparty haben wir auch alle unsere Männer eingespannt“, erzählt Jutta Schroeder lachend. Und natürlich die Eltern, die ohnehin schon sehr viel auf dem großen Außengelände in Eigenleistung verrichten, damit sich der Nachwuchs so wohl fühlt, wie er es tut. In den vergangenen Wochen haben die Kids kleine Fische – der Fisch ist das christliche Symbol – für ihre Gäste getöpfert. Jeder sieht anders aus und unterstreicht damit die Individualität des Einzelnen.

Ja, die Barmer Kita befindet sich in der Trägerschaft des evangelischen Kindertagesstättenverbandes Rotenburg-Verden, eine Religionszugehörigkeit ist für einen Besuch in der altersgemischten Einrichtung aber keineswegs Pflicht. Kleine Katholiken fühlen sich in der Höhlen- und in der Purzelgruppe ebenso wohl wie lütte Protestanten oder konfessionslose Kids. Alle vierzehn Tage schaut Pastor Rolf Görnandt in der Kita vorbei und trifft sich mit den Mädchen und Jungen zur sogenannten „Hallo Gott“-Runde. Der freitägliche Segenskreis – natürlich auch in Gebärdensprache – gehört ebenso zum religionspädagogischen Konzept in Barme wie das regelmäßige Gebet.

Rund 40 Ein- bis Sechsjährige besuchen heute den Zweigruppen-Kindergarten in der ehemaligen Bundeswehrsiedlung Barme. Die Lütten gehen – wie der Name schon sagt – in die Purzelgruppe, die etwas größeren Kids dagegen in die Höhlengruppe. „Wir sind bei Wind und Wetter draußen“, verrät Kita-Leiterin Jutta Schroeder. Sei es nun im nahe gelegenen Wald oder im Herbst auf den Kartoffelacker. Weil es mit der Verkehrserziehung im eher ruhigen Barme so eine Sache ist, steigen die Barmer Kids dafür in den Linienbus nach Verden oder düsen mit dem Regionalzug nach Bremen.

Mit einem ausländischen Jungen kommunizieren die Erzieherinnen momentan auf Englisch. „Please put on your shoes“, sagt Jutta Schroeder und siehe da, es funktioniert prima. Sie hat damals ihr Anerkennungsjahr in Barme geleistet und ist vor nunmehr drei Jahren zurück zu ihren pädagogischen Wurzeln gekehrt – allerdings als Leiterin. „Der Barmer Kindergarten hat viele Jahre lang im Dornröschenschlaf gelegen“, weiß die Stedorferin. Was natürlich zum einen mit der Randlage – tief im Süden des Landkreises Verden – und vornehmlich auch mit dem Abzug der Bundeswehr aus Barme zu tun hatte.

Doch so langsam tut sich etwas an der Nienburger Straße, ein Waschraum wurde im vergangenen Jahr schon krippengerecht umgestaltet, der zweite soll nun folgen. Auch die Dörverdener Vereinigung der Selbstständigen (VDS) hat als Geburtstagsgeschenk ihre Unterstützung bei weiteren Renovierungsarbeiten zugesagt. „Das Gebäude ist zwar alt, aber die Arbeit äußerst charmant“, bringt es Kita-Leiterin Jutta Schroeder kurz und knapp auf den Punkt.

„Das Schöne ist, dass inzwischen die Kinder, die ich früher im Kindergarten hatte, ihre Kinder zu uns schicken“, freut sich Jutta Schroeder über die zweite Generation an kleinen Schützlingen. Ihr Team und sie tun jedenfalls alles dafür, dass auch der Nachwuchs später so schöne Erinnerungen an seine Kita-Zeit in Barme hat wie Mama und Papa.

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