Patenschaft Bundespräsident Erster Mann im Staat als Ehrenpate

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Ehrenpatenschaft des siebten Kindes der Dörverdener Eheleute Amad und Mariam Farhat übernommen, nachdem diese einen entsprechenden Antrag gestellt hatten.
23.03.2021, 17:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Philipp Zehl

Mohammad Ali ist das siebte und jüngste Kind der Dörverdener Familie Farhat, das inmitten des Corona-Jahres 2020 auf die Welt gekommen ist. Eine Besonderheit, die das Baby von seinen restlichen Geschwistern unterscheidet, ist sein prominenter Patenonkel: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Wir haben eine Urkunde plus Foto vom Bundespräsidenten erhalten“, erzählt Ahmad Farhat, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Mariam seit nun mehr 20 Jahren in der Gemeinde Dörverden lebt. Die Voraussetzung zur Patenschaft hätten die Eltern mit der Geburt ihres siebten Kindes erfüllt.

„Der Bundespräsident übernimmt die Ehrenpatenschaft, wenn einschließlich des Patenkindes sieben lebende Kinder von denselben Eltern oder demselben Elternteil (Mutter oder Vater) abstammen“, schreibt das Bundesverwaltungsamt (BVA). Bei einer Mehrlingsgeburt hingegen übernehme der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft für alle gemeinsam mit dem siebten Kind geborenen Kinder.

Laut BVA läuft das Prozedere folgendermaßen ab: Die Anträge auf Übernahme der Ehrenpatenschaft werden dem Bundespräsidialamt über die örtlich zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung zugeleitet. Im Fall der Familie Farhat übernahm dies die Verwaltung der Gemeinde Dörverden.

Nachdem Mohammad Ali im Sommer des vergangenen Jahres das Licht der Welt erblickt hatte, beantragten seine Eltern zwei Monate später die Ehrenpatenschaft. Auf eine Antwort aus Berlin habe die Familie erst einmal warten müssen. Aufgrund der anhaltenden Pandemie sei es vermutlich zu Verzögerungen gekommen, vermuten Ahmad und Mariam Farhat.

Erst im vergangenen Januar dieses Jahres erhielten die Eltern die Bestätigung der Ehrenpatenschaft für das Nesthäkchen. Jede Familie kann die Ehrenpatenschaft lediglich einmalig in Anspruch nehmen, teilt die Behörde auf ihrer Internetseite mit. Voraussetzung ist demnach, dass das Mädchen oder der Junge die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Zudem darf die Geburt des Kindes nicht länger als ein Jahr zurückliegen.

Verwaltungschef übergibt Präsente

„Der Bundespräsident unterzeichnet nach Prüfung der Voraussetzungen eine Urkunde über die Ehrenpatenschaft. Diese lässt er den Eltern zusammen mit einem Patengeschenk von derzeit 500 Euro von einem Vertreter der Kommune überreichen“, heißt es beim BVA. Zu beachten sei jedoch, dass die Ehrenpatenschaft in erster Linie symbolischen Charakter habe. Sie sei mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen.

Für Familie Farhat hat diese Symbolik eine weitaus größere Bedeutung: „Es ist eine große Ehre und zugleich Freude, vom Bundespräsidenten die Urkunde zu erhalten“, sagt der Familienvater. Vor rund drei Wochen sei Ortsbürgermeister Alexander von Seggern zur Gratulation dagewesen und habe dem Ehepaar sowie Baby Mohammad Ali die Präsente im Beisein der Geschwister Hassan und Abbass überreicht.

Das Ziel der Ehrenpatenschaft sei es, die besondere Bedeutung herauszustellen, die Familien und Kinder für das Gemeinwesen hätten. „Die Ehrenpatenschaft soll dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken“, heißt es auf der Internetseite des Bundespräsidenten.

Bedeutung hat für die Eheleute Farhat auch die Gemeinde Dörverden. Die Ortschaft sei super - Wälder, Spielplätze und vieles mehr seien direkt vor der Haustür, schwärmt der Familienvater, der bereits seit 22 Jahren mit seiner Ehefrau Miriam verheiratet ist. Dörverden habe es ihnen angetan. Ahmad Farhat: „Wir haben sehr gute und hilfsbereite Nachbarn“. Auch die Gemeinde und der Bürgermeister leisteten gute Arbeit, betont er.

Alle Kinder der Familie seien in der Ortschaft groß geworden und hätten dort den Kindergarten sowie die Schule besucht. „Wir haben ein Mädchen und sechs Jungen“, erklärt er. Die Älteste ist 21 Jahre alt und der Jüngste acht Monate.

Knapp 82.000 Ehrenpatenschaften

„Durch Corona haben die Kinder - wie alle anderen auch - derzeit natürlich eine schwere Zeit, da nichts stattfindet“, ergänzt der 48-jährige Familienvater. Aktivitäten wie Schwimmen oder ins Fitnessstudio gehen - das seien einige Hobbys seines Nachwuchses - müssten entfallen. Insgesamt beeinträchtige das Virus das Leben und den Alltag der Familie stark. Neben den täglichen Arbeiten im Haushalt, die immer wieder anfallen würden, sei beispielsweise in den vergangenen Wochen die Belastung durch das Homeschooling hinzugekommen.

Aus diesem Grund habe jedes Kind eine Aufgabe im Haushalt zu erledigen, sagt Mariam Farhat. Es gehe nur gemeinsam. Auch Nachwuchs Mohammad Ali trägt einen Teil dazu bei: Er gebe der ganzen Familie Hoffnung in dieser schwierigen Zeit, sagt der Vater über das neueste Familienmitglied, das eines von insgesamt 449 Patenkindern Steinmeiers aus dem vergangenen Jahr ist. Seit 1949 wurden durch die Bundespräsidenten insgesamt rund 81.699 Ehrenpatenschaften übernommen – Stand 31. Dezember 2020.

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