Ausstellung im Ehmken Hoff Dörverden von oben

In der neuen Ausstellung im Ehmken Hoff verhilft Fotograf und Pilot Erich Schwinge den Betrachtern zu neuen Perspektiven auf Dörverden und das Umland.
11.07.2019, 16:51
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Einen ganz neuen Blick auf ihre Heimat können Dörverdener ab diesem Sonntag, 14. Juli, im Kulturgut Ehmken Hoff erlangen. Dort stellt der Hobbyfotograf und Pilot Erich Schwinge rund 30 seiner Luftaufnahmen von der Einheitsgemeinde aus.

Obwohl er in Holtum lebt, kennt sich Schwinge gut in der benachbarten Gemeinde aus – vor allem aus der Vogelperspektive. In den vergangenen Jahren hat er schon mehrmals Aufnahmen von den verschiedenen Ortschaften gemacht. Die ältesten von ihnen stammen aus dem Jahr 2010, um die Auswahl zu komplettieren ging der Hobbypilot im Frühjahr diesen Jahres eigens noch einmal in die Luft.

Im vergangenen Jahr hatte Schwinge schon einmal eine ähnliche Ausstellung konzipiert. Damals zeigte er seine Heimatgemeinde aus der Vogelperspektive. Die Ausstellung habe auch Dieter Ullrich, von der Aktionsgruppe Kunst und Kultur innerhalb des Ehmken-Hoff-Vereins, besucht. Ullrich war angetan von der Idee und sprach ihn darauf an, ob nicht auch eine Ausstellung mit Dörverdener Motiven möglich sei, erzählt Schwinge. Der nahm die Idee gleich auf, sichtete sein Archiv und schaute, welche Bilder sich besonders eignen und welche Ortschaften in seiner Sammlung noch fehlen. Bei der Planung einer Ausstellung beließ es der Fotograf allerdings nicht. Er erarbeitete auch gleich noch einen Bildband, der auch weitere Ansichten beinhaltet.

Seit seinem 13. Lebensjahr fotografiert Schwinge. Und auch das Fliegen entdeckte er recht früh für sich. Mit Mitte 20 begann er mit dem Segelfliegen. 45 Jahre lang war er später ehrenamtlicher Segelfluglehrer beim Verdener Luftfahrt-Verein auf dem Flugplatz in Scharnhorst. Erst in den 1990er-Jahren begann er, seine beiden Leidenschaften zu kombinieren, und drückte in luftiger Höhe erstmals auf den Auslöser.

Wenn Schwinge mit seiner Kamera in das zweisitzige Segelflugzeug steigt, muss das Wetter stimmen. Ist es bewölkt, bleibt er am Boden. Denn nur, wenn der Himmel klar ist, werden es auch die Fotografien. Nur in seltenen Fällen nimmt Schwinge in Kauf, dass sich kleine Wolken in seine Motive schummeln. Bei Aufnahmen, die aus besonderer Höhe aufgenommen werden, lasse sich das nicht immer vermeiden, erklärt der Fachmann. Eine Hand am Steuer, eine an der Kamera, fliegt er dann durch die Lüfte. Da es im Luftraum nicht wie auf den Straßen unter ihm zugeht, kann er den Blick auch unbesorgt durch den Sucher seiner Kamera werfen.

Seine Bilder zeigen nicht nur die verschiedenen Ortschaften, sondern auch die Jahreszeiten. Mal prägt saftiges Grün die Landschaft, dann leuchtet der Herbst in Brauntönen, und einige Aufnahmen zeigen die Felder sogar von Schnee bedeckt. Doch da die Witterung in Herbst und Winter sich nur selten für Luftaufnahmen eignet, ist vorwiegend eine sommerliche Landschaft zu sehen. Nicht nur Laub und Schnee verändern den Anblick, auch extreme Hochwasserlagen wie Anfang 2012.

Die Gemeinde Dörverden besteht aus zwölf größeren und kleineren Ortschaften. Sie alle sind in der Ausstellung zu sehen. Zu den meisten von ihnen gibt es in der Ausstellung auch ein paar Hintergrundinformationen. Denn die Bilder werden durch Texte zur Geschichte der verschiedenen Ortschaften ergänzt. Sie stammen von der Gemeindeverwaltung.

Aus den vielen Bildern eine Auswahl für ein Buch oder gar eine Ausstellung zusammenzustellen, sei gar nicht so einfach, findet Schwinge. Mehrere Monate lang hat er sich mit dem Vorhaben befasst. Das Ergebnis seiner Arbeit ist erstmals bei der Vernissage zur Ausstellung an diesem Sonntag, 14. Juli, ab 15 Uhr zu sehen. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 4. August jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Dort ist dann auch das Buch zur Ausstellung erhältlich.

Mit Bildbänden hat Schwinge schon einige Erfahrungen gemacht. So veröffentlichte er zuletzt beispielsweise ein Buch über die Geschichte der Eisenbahnbrücke, die Verden und Dörverden verbindet. Er könne sich auch vorstellen, in Zukunft an einer Bilderreihe über Verden zu arbeiten, hat Schwinge schon das nächste Projekt im Blick.

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