Geschäftsbericht Sneaker bleiben immer in Mode

Der Dörverdener Spezialist für Übergrößen hat eine neue Filiale bei Dodenhof eröffnet. Schuhplus feiert 2022 seinen 20. Geburtstag.
29.07.2020, 10:43
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Sneaker bleiben immer in Mode
Von Jörn Dirk Zweibrock

Die Schuhplus-Filiale bei Dodenhof gibt es zwar erst seit Anfang des Monats und trotzdem sind bereits die ersten Tränen geflossen. Freudentränen. Eine Kundin, die anatomisch gesehen auf recht großem Fuß lebt, hat sich dort gleich mit sechs Paar neuen Schuhen in Übergrößen eingedeckt und nach ihrem Besuch in Posthausen gleich noch zwei weitere geordert. Wie gut die neue stationäre Filiale angenommen wird, können auch die beiden Verkäuferinnen Janina Küsel und Veronika Winsemann nur bestätigen. „Wir verstehen Posthausen aber nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als erweiterter Arm von der Zentrale in Dörverden“, erzählen die beiden Geschäftsführer Kay Zimmer und Georg Mahn. Zum Vergleich: Werden bei Dodenhof Schuhe auf 250 Quadratmetern verkauft, ist die Verkaufsfläche im Stammhaus in Dörverden gleich fünf Mal so groß. Das Schuhplus-Tandem sieht in den beiden Standorten eine gute Ergänzung, die ihm neue Zielgruppen erschließe. Beide Geschäfte würden aber im Endeffekt völlig autark voneinander arbeiten.

„Schuhe in Übergrößen werden zunehmend nachgefragt“, erklärt Dodenhof-Centermanager Sönke Nieswandt. Und weiter: „Wir freuen uns ganz besonders auf unseren neuen Mietpartner, der selbst in diesen Zeiten mit Mut und Weitsicht agiert.“

Wer sonst vielleicht nicht die Bundesstraße 215 bis nach Dörverden hinuntergefahren wäre, bekommt nun also bei Dodenhof einen kleinen Vorgeschmack auf das, was ihn im beschaulichen Weserdorf erwartet. So verwundert es also nicht, dass das nun auch in der Zentrale ein Kundenzuwachs verzeichnet wird. „Eine Win-Win-Situation für alle“, freut sich Kay Zimmer, der im übernächsten Jahr bereits den 20. Geburtstag seines „Babys“ Schuhplus feiern kann. Was einst im heimischen Keller begonnen hat, gilt heute als Europas größtes Versandhaus für Schuhe in Übergrößen. Kürzlich hat Schuhplus ein eigenes Web-TV mit täglicher Live-Schiene gestartet. Ergänzend zum Online-Geschäft wollen Zimmer und Mahn aber auch in Zukunft den stationären Handel noch weiter ausbauen. Neben den bereits bestehenden Filialen in Dörverden, Kaltenkirchen bei Hamburg, dem Saterland und in Posthausen solle bald noch eine weitere, sprich die dann insgesamt fünfte, hinzukommen. Beide setzen also auf ein Omnichannel-Konzept, die enge Verzahlung von digitalen und analogen Vertriebswegen.

„Das Einzugsgebiet der neuen Filiale in Posthausen erstreckt sich von Minden bis Hamburg“, weiß Zimmer. Vom Sneaker bis zum Pumps wird dort alles in der XXL-Version angeboten, Damenschuhe in den Größen von 42 bis 46 und ihre männlichen Pendants von 46 bis 54. Im Gegensatz zu Dörverden finden die Kunden dort zwar nur ein komprimiertes Segment vor, über mangelnde Auswahl brauchen sie sich aber trotzdem nicht zu beklagen. „Wir tauschen das Sortiment regelmäßig durch“, verrät Zimmer. Bedeutet, dass Posthausen quasi so etwas wie ein Testlabor auf einem Fünftel der regulären Verkaufsfläche ist. Ein Modell, das bei Dodenhof gerade nicht verfügbar ist, steht bereits am nächsten Tag zur unverbindlichen Anprobe bereit und wird auf Wunsch sogar nach Hause geschickt. „Natürlich gibt es hinsichtlich des Kaufverhaltens aber auch immer wieder regionale Unterschiede. An der Küste gehen beispielsweise Gummistiefel besser als im Binnenland“, erzählen die beiden Geschäftsführer.

Stichwort Schuhwerk: Kay Zimmer, der regelmäßig zu Gast bei internationalen Messen ist, kennt doch sicherlich auch die neuesten Trends, oder? „Nach wie vor ist und bleibt der weiße Sneaker ein Trendschuh“, verrät er. Auch, dass die Farben Orange und Braun bald ein Comeback feiern und es am Turnschuh-Himmel langsam wieder zurück in die 1970er-Jahre gehe – Stichwort Retro-Optik. „Sandalen sind in den Sommermonaten immer noch mehr als angesagt“, betont Zimmer. Und weiter: „Sie strahlen eine sportlich-leichte Eleganz aus, die eine Dame ohnehin an den Tag legen sollte.“

In einem Punkt unterscheidet sich die Filiale in Posthausen dann aber doch grundlegend von der Zentrale in Dörverden. „Die Travestie-Szene kommt lieber zu uns nach Dörverden“, erzählt Veronika Winsemann lachend. Warum? Weil die bunten Vögel vom Hamburger Kiez die hochhackigen Lackstiefel dort in einem etwas geschützteren Rahmen anprobieren könnten als in Norddeutschlands größtem Einkaufszentrum. Es stöckele sich als Mann also in Dörverden eben immer noch etwas familiärer durch den Verkaufsraum.

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