Fußball-Kreisliga TSV Dörverden träumt vom Bezirksliga-Aufstieg

Der TSV Dörverden spielt in der laufenden Kreisliga-Saison eine gute Rolle und steht nach sechs Spieltagen auf dem ersten Tabellenplatz. Aufgrund dessen macht sich Coach Nils Pohlner Hoffnung auf den Aufstieg.
04.03.2021, 18:00
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Von Dennis Glock

Jung, dynamisch und offensiv ausgerichtet – der Fußball-Kreisligist TSV Dörverden schielt mit seinen Qualitäten in Richtung Bezirksliga. Die Mannschaft von Trainer Nils Pohlner belegte in den vergangenen vier Spielzeiten die Platzierungen zwölf, neun, drei und sechs. In dieser Saison soll der ganz große Coup gelingen. Aufgrund dessen gab der Trainer schon vor Beginn der laufenden Spielzeit das ambitionierte Ziel aus, im Kampf um die ersten drei Plätze ein ernstes Wort mitreden zu wollen. Nach derzeit sechs absolvierten Partien erfüllt der TSV alle Erwartungen und grüßt von der Tabellenspitze.

„Natürlich sind wir sehr glücklich, dass die ersten Spiele so positiv für uns verlaufen sind. Eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht. Wichtig ist nur, wer nach dem letzten Spieltag auf Platz eins steht und das ist unser Ziel“, sagt Coach Nils Pohlner. Mit 16 Punkten führt der TSV Dörverden aktuell die Tabelle der Kreisliga Verden an und besitzt damit drei Zähler mehr als die Zweitvertretung des TB Uphusen auf Rang zwei. Insgesamt hat die Mannschaft aus dem Süden des Landkreis Verden fünf von sechs Spielen souverän gewonnen. Nur am ersten Spieltag musste sich die Pohlner-Elf mit einem 3:3 gegen Aufstiegskonkurrent Uphusen II zufriedengeben. Besonders bitter: Die Kicker aus Dörverden gingen mit einer 3:0-Führung in die Halbzeitpause und gaben in der zweiten Hälfte ohne jegliche Bindung zur Partie den sicher geglaubten Sieg in letzter Minute doch noch aus der Hand. „Das darf uns natürlich nicht passieren. Die Fehler haben wir danach klar angesprochen“, betont der Trainer.

Vereinstreue innerhalb des Teams

In den vergangenen Jahren war der jungen Truppe ihre Unerfahrenheit regelrecht anzusehen. Zu viele kleinere Fehler kosteten wertvolle Punkte. In der laufenden Spielzeit wirkt das Team gefestigter. Auch aus dem Grund, weil die Chemie zwischen Defensive und Offensive zu stimmen scheint. „Die Platzierungen in den letzten Jahren beschreiben gut unseren Weg. Mit einer jungen Mannschaft haben wir uns von Jahr zu Jahr entwickelt und verbessert“, hat Pohlner lobende Worte für seine Mannschaft parat. Das Ziel, in den oberen Tabellengefilden anzugreifen, kommt aber nicht von ungefähr: „Wir wollten auch schon letzte Saison oben mitmischen. Leider konnten wir aus verschiedenen Gründen, wie beispielsweise dem schlechten Saisonstart, dann doch nicht an die starke Vorsaison anknüpfen.“

Ein Trumpf im Kampf um den Aufstieg ist zweifelsohne Stürmer Bastian Deke. Der pfeilschnelle Angreifer erzielte in den ersten sechs Partien sage und schreibe zwölf Treffer. Damit ist er für mehr als die Hälfte aller Dörverdener Tore verantwortlich. Bereits in der vergangenen Saison kam Deke auf zwölf Treffer in zwölf Spielen. In der Saison davor waren es sogar 13 Tore. Coach Nils Pohlner weiß die Qualitäten seines Stürmers zu schätzen und ist sich indes sicher, dass Deke in der Lage ist, die Toranzahl aus der Spielzeit 2018/19 zu überbieten: „Basti bringt für einen Stürmer alles mit. Dazu zählt neben seinem guten Torabschluss vor allem seine Geschwindigkeit.“ Trotz Dekes guten Torriechers mahnt der Trainer aber zur Geduld und will die Erwartungen an sein junges Talent nicht zu hoch werden lassen: „Er darf sich nicht nur darauf verlassen, sondern muss sich speziell im Kopfballspiel noch verbessern. Junge Spieler brauchen oft eine gewisse Zeit, um in jedem Spiel über eine ganze Saison zu liefern.“

Nils Pohlner steht nun fast schon sieben Jahre als Trainer an der Seitenlinie des TSV Dörverden. Eine ähnliche Vereinstreue ist innerhalb seines Teams zu erkennen, denn der Kader ist über Jahre größtenteils zusammengeblieben. Der Coach sieht darin im Vergleich zu den anderen Mannschaften einen entscheidenden Vorteil: „Es ist etwas Besonderes, eine junge Truppe über Jahre begleiten zu dürfen. Man fängt nicht jede Vorbereitung bei Null an, was Spielidee und System angeht. Erfreulich ist dann, wenn man die positive Entwicklung junger Spieler, wie Benedikt Schulz, Nils Deke und Jan-Luca Meineke, Schritt für Schritt begleiten kann.“

Drei Re-Start-Szenarien

Aktuell ruht der Trainings- und Spielbetrieb im Amateurfußball. Unklar ist dabei, wie und ob es in den nächsten Monaten weitergeht. Pohlner hat sich dahingehend weitreichende Gedanken gemacht und hält drei Lösungsvorschläge für realistisch. Zum einen plädiert er für eine Ausdehnung der laufenden Saison bis Sommer 2022. Mit einer mehrwöchigen Vorbereitungsphase wären die Vereine somit in der Lage, ab dem kommenden Juni die restlichen Partien bis zum nächsten Jahr auszuspielen. Zum anderen hält es Pohlner für realistisch, nur noch die übrig gebliebenen Begegnungen der Hinserie auszuspielen. Die Tabelle nach zwölf Spieltagen würde dann somit über Auf-, Abstieg und Klassenerhalt entscheiden. Ebenfalls für realistisch hält er eine komplette Annullierung der bereits ausgetragenen Spiele. „Vorschlag drei halte ich für die unfairste Möglichkeit, besonders für die Mannschaften, die oben in der Tabelle stehen. Aufgrund der Pandemie geht es beispielsweise für viele Menschen im Einzelhandel um Existenzen. Das sind reale Probleme und nicht, ob und wie Fußball zu Ende gespielt wird“, betont Pohlner.

Bis die Entscheidung vom Niedersächsischen Fußballverband getroffen wird, bleibt dem TSV Dörverden nichts anderes übrig, als abzuwarten. Um sich in der fußballfreien Zeit doch irgendwie fit zu halten, hat der Verein seinen Spielern keinen konkreten Trainingsplan an die Hand gegeben. Dennoch ist Pohlner wichtig, dass sich seine Spieler nicht gehen lassen und einen möglichen Re-Start der Kreisliga stets im Hinterkopf behalten: „Ich halte nichts davon, den Jungs über Monate irgendwelche Pläne mitzugeben und das dann alles zu kontrollieren. Die meisten meiner Jungs halten sich individuell fit. Ob es nun Joggen, Radfahren, Work-outs oder Tennis ist, ist mir eigentlich nicht wichtig. Sobald es eine Tendenz gibt, wann und wie gestartet wird, ändert sich das natürlich und dann bekommen sie auch wieder einen Plan.“

Sollte der Spielbetrieb doch irgendwann fortgesetzt werden, will der TSV direkt von Beginn an hellwach sein und den Fokus auf die Verteidigung der Tabellenführung legen. Ob die Dörverdener überhaupt schon bereit sind für die Bezirksliga, weiß der Coach nicht: „Darüber machen wir uns aktuell gar keine Gedanken. Es sind noch eine Menge Spiele zu spielen, bevor die neue Saison geplant wird. Aber ich bin der Meinung, wenn man in der Kreisliga Meister wird, kann man auch in der Bezirksliga bestehen.“

Um den Meistertitel und den damit verbundenen Bezirksliga-Aufstieg perfekt zu machen, warten auf die Pohlner-Elf noch einige harte Herausforderungen. Dessen ist sich der Trainer aber bewusst und fordert Konzentration, um am Ende auch die ausgesprochenen Ziele zu erreichen: „Uesen, Uphusen II, Oyten II und Verden II sind alles gute Mannschaften mit einer Menge Potenzial. Ich vermute, dass es bis zum Schluss eine enge Geschichte an der Tabellenspitze bleibt. Somit können wir uns nicht auf unseren kleinen Vorsprung ausruhen, sondern müssen jedes Spiel mit 100 Prozent Leidenschaft angehen.“

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