Soziale Daseinsvorsorge

Geld für Alt und Jung

Die Mehrgenerationenhäuser im Verdener Südkreis werden vom Bund mit jährlich 40.000 Euro unterstützt. Dank den Förderbescheiden haben die Einrichtungen in der Corona-Krise wieder mehr Planungssicherheit.
14.04.2021, 16:43
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Geld für Alt und Jung
Von Jörn Dirk Zweibrock
Geld für Alt und Jung

Soziale Daseinsvorsorge: Dem Mehrgenerationenhaus Bürgertreff Verden-Ost kommt eine wichtige Aufgabe zu.

Björn Hake

Der Förderbescheid ist vergangene Woche ins Verdener Rathaus geflattert. Das Mehrgenerationenhaus Bürgertreff Verden-Ost (MGH Verden) am Hoppenkamp erhält in den kommenden acht Jahren eine jährliche Bundesförderung in Höhe von 40.000 Euro. „Somit haben wir mehr Planungssicherheit für die Zukunft“, freut sich Silja Weßelmann, die im Verdener Rathaus für die Gemeinwesenarbeit zuständig ist. Auch das zweite Mehrgenerationenhaus im Südkreis, das MGH Dörverden, kann sich über Geld aus Berlin freuen.

Der Bürgertreff Verden-Ost hat sich in Verden nachhaltig als integrativer Bildungsort etabliert. Schwerpunkte des Mehrgenerationenhauses sind außerschulische Bildungsangebote. Dabei handelt es sich neben digitaler Bildung auch um Alphabetisierungs- und Sprachkurse sowie generationsübergreifende Angebote und Veranstaltungen für Familien. Regelmäßige wöchentliche Angebote für Kinder und Jugendliche, Bewegungs- und Sportangebote sowie Beratung zur gesunden Ernährung und vor allem Wohnumfeldverbesserung runden die Palette ab.

"Die Mitarbeitenden halten in Zeiten der Pandemie intensiven Kontakt zu den Bewohnern, Kindern und Jugendlichen und entwickeln entsprechend der jeweils geltenden Corona-Regeln bedarfs- und bedürfnisorientierte Angebote", erläutert Weßelmann. Entsprechend dem Motto „Miteinander - Füreinander" haben bereits während des ersten Lockdown im Frühjahr 2020 ehrenamtliche Helfer in Kooperation mit der Verdener Tafel Lebensmittel an die Menschen aus dem Stadtteil verteilt. Nach wie vor ist es möglich, sich im Bewohnergarten einzubringen, dort zu gärtnern oder eigenes Gemüse anzubauen. "Die Kleiderstube kann aktuell mithilfe eines Click and Collect-Systems genutzt werden", sagt Weßelmann. Einzelne Angebote wurden in den vergangenen Wochen pandemiebedingt ins Freie verlagert, beispielsweise der Frauentag im März oder eben die Osterrallye.

Der Bürgertreff Verden-Ost pflegt in kommunaler Trägerschaft unter anderem Mitgliedschaften in mehreren Bildungsnetzwerken, die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kista (Keiner ist allein) sowie Kooperationen mit der Wohnbaugesellschaft ZBVV und der Landesarbeitsgemeinschaft-Praxisnetzwerk (LAG) für soziale Stadtentwicklung.

Das Mehrgenerationenhaus Dörverden im Amtshaus Westen ist derzeit aufgrund von Corona geschlossen.

Die neue achtjährige Förderphase des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus steht diesmal unter dem Motto „Miteinander - Füreinander“. „Die Mittel konnten im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal um 5,45 Millionen Euro für alle Häuser auf insgesamt 22,95 Millionen Euro erhöht werden“, erklärt Weßelmann. Neben der Bundesförderung erhalte das Verdener MGH zusätzlich 5000 Euro von der Stadt Verden und dem Land Niedersachsen, sodass sich eine jährliche Fördersumme von insgesamt 50.000 Euro ergebe. Wichtige Bestandteile dieser Förderung sei die „soziale Daseinsvorsorge“. Der Zusammenhalt zwischen jüngeren und älteren Menschen solle gestärkt sowie deren aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden. „Alle diese Aspekte führen zu mehr Lebensqualität in Nachbarschaft und Kommune“, betont Silja Weßelmann von der Abteilung Gemeinwesenarbeit im Rathaus Verden.

Das Mehrgenerationenhaus Bürgertreff Verden-Ost (MGH Verden) ist eines von bundesweit rund 530 unterstützten Begegnungsorten. Mehrgenerationenhäuser sind bedarfsorientiert, flexibel ausgerichtet und schaffen niedrigschwellige Beratungs-, Informations-, und Begegnungsangebote. „Sie leisten somit auch einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungsförderung sowie Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft“, ist Silja Weßelmann überzeugt.

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