Gewerbe- und Industriepark Barme

Barme wird wieder aufs Gleis gesetzt

Der Dörverdener Verwaltungsausschuss hat einstimmig dem Entwurf des neuen Bebauungsplanes für den Gewerbe- und Industriepark Barme zugestimmt. An der geplanten Zufahrt ändert sich nichts.
11.06.2021, 16:54
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Von Jörn Dirk Zweibrock
Barme wird wieder aufs Gleis gesetzt

Bislang noch Brache, bald blühende Landschaft? Das ehemalige Bundeswehrgelände in Barme soll sich in einen Gewerbe- und Industriepark verwandeln.

Björn Hake

Es geht voran. Die Beigeordneten im Verwaltungsausschuss (VA) haben den vierten Entwurf des Bebaungsplanes (B-Plan) "Gewerbe- und Industriepark Barme (GIP)" nun einstimmig beschlossen. Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern (parteilos) geht davon aus, dass der Entwurf noch vor den Sommerferien öffentlich ausgelegt wird. Die Öffentlichkeit sowie die Träger öffentlicher Belange (TöB) wie Behörden und Versorger haben dann Gelegenheit, entsprechende Eingaben zu machen. Vorbehaltlich der Anzahl der Eingaben könnte der neue Planentwurf noch in dieser Wahlperiode, sprich vom aktuellen Dörverdener Gemeinderat, beschlossen werden.

Einige Bürger, allen voran der von der SPD unterstützte Bürgermeisterkandidat Volker Meyer, monieren immer wieder die lange Bearbeitungszeit und die Planungskosten. Im Zuge des vom Ankerinvestor eingeleiteten Normenkontrollverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg – es geht um die Zufahrt zum Gewerbe- und Industriepark Barme – kam der gesamte B-Plan noch einmal auf den Prüfstand. Weil sich in der Zwischenzeit in Sachen Emissions-Kontingente, Biotop-Typen und folglich auch bei der Ausweisung von Kompensationsflächen einiges geändert hat, wurde der Plan samt Umweltbericht und Schallschutzgutachten noch einmal generalüberholt. "Es wurde noch einmal alles neu kartografiert", begründet Verwaltungschef Alexander von Seggern die zeitliche Verzögerung. Die neue Zeichnung weist nun beispielsweise auch Gebiete auf, in denen es keine Lärmkontingentierung mehr gibt. Ansonsten gilt: Je näher an der Ortschaft Barme, desto geringer die zugelassenen Tag- und Nachtwerte auf den jeweiligen Industrie- und Gewerbeflächen.

Wie berichtet, will sich der Rat bezüglich Schall- und Naturschutz nicht angreifbar machen, hat deshalb vor genau zwei Jahren den Satzungsbeschluss wieder aufgehoben und beschlossen, das Bauleitverfahren noch einmal aufzunehmen. An der geplanten Zufahrt zum Gewerbe- und Industriepark ändert sich nach Aussage des Bürgermeisters jedoch nichts. Der Ankerinvestor, ein Achimer Gleisbauunternehmen, würde den GIP gerne über die bereits vorhandene Kasernenstraße, die direkt zum Tor des ehemaligen Bundeswehrgelände führt, erschließen. An besagter Straße befindet sich auch das Dörverdener Wolfcenter. Um den Wildpark mit Beherbergungsbetrieb und Außengastronomie künftig vor Lärm zu schützen und ihm Expanisions-Optionen zu gewähren, soll die Erschließungsstraße eben anderweitig verlaufen. In das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises wurde das Wolfcenter als regional bedeutsamer Erholungsschwerpunkt aufgenommen.

Von Seggern ist jedenfalls nach wie vor der Auffassung, dass alles rechtskonform ist, „sobald wir den neuen Satzungsbeschluss haben, fangen wir an, die neue Zufahrt, den Lärmschutzwall und das Regenrückhaltebecken zu bauen.“

Die Realisierung des Gewerbe- und Industrieparks in Barme ist ein Leuchtturmprojekt für die strukturschwache Gemeinde Dörverden. Weil das Areal über einen direkten Anschluss an die wichtige Bahnstrecke von Bremen nach Hannover verfügt, könnten sich dort eines Tages sogenannte gleisaffine Betriebe niederlassen. Auf dem früheren Kasernengelände entstehe kein reines Logistikzentrum, sondern vielmehr gemischte Gewerbeflächen, betont von Seggern immer wieder. Maximal 1700 Arbeitsplätze könnten vor Ort entstehen. Zum Vergleich: Aktuell gibt es rund 1600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Gemeinde Dörverden. Durch den GIP würden sie sich quasi verdoppeln.

Auch die Dörverdener SPD hat dem neuen Planentwurf inklusive der geplanten Straßenerschließung im Verwaltungsausschuss zugestimmt. Der von ihr unterstützte Bürgermeisterkandidat Volker Meyer, der nach eigener Aussage im Wahlkampf vom Ankerinvestor unterstützt wird, kritisiert allerdings den Entwurf.

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