Nach Corona

Zuschüsse für Veranstalter

Der Dörverdener Gemeinderat hat eine Kulturförderrichtlinie erlassen. In den Genuss von Zuwendungen kommen insbesondere kleinere Veranstaltungen.
18.06.2021, 17:08
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Zuschüsse für Veranstalter
Von Jörn Dirk Zweibrock
Zuschüsse für Veranstalter

Der Ehmken Hoff ist eines der kulturellen Aushängeschilder der Gemeinde Dörverden.

Björn Hake

Auch im Aller-Weser-Dreieck sind die Menschen nach der Corona-bedingten Abstinenz wieder süchtig nach Kultur. Ein Konzert in der Kneipe Westen, ein Workshop im Tagungshaus Drübberholz, eine Veranstaltung im Hülsener Schafstallviertel, eine Ausstellung im Amtshaus Westen oder Comedy im Dörverdener Kulturgut Ehmken Hoff? Was vor Wochen noch undenkbar erschien, rückt aufgrund der niedrigen Inzidenz in greifbare Nähe. Die gute Nachricht für Veranstalter: Dank der am Donnerstagabend vom Dörverdener Gemeinderat erlassenen Kulturförderrichtlinie können sie sich sogar noch einen Zuschuss für die Gage der Künstler oder die technische Ausstattung sichern. Die Dörverdener Richtlinie orientiert sich an der der Kulturförderrichtlinie des Landkreis Verden.

Im Dörverdener Etat für das Jahr 2020 wurden bereits erstmalig Mittel in Höhe von 3000 Euro zur Einführung einer jährlichen Kulturförderung bereitgestellt. Hintergrund war die Absicht, künftig eine einheitliche Vorgehensweise zur Verteilung von Fördermitteln im Bereich der Kulturpflege zu ermöglichen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Vorschlag für ein entsprechendes Regelwerk vorzulegen. Wegen der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen vollständigen Erliegen des kulturellen Lebens wurde die Richtlinie dann allerdings nicht weiter beraten. Auf Antrag der Ratsgruppe Grüne und Linke hat der Dörverdener Gemeinderat schließlich Mittel in Höhe von 6000 Euro für das laufende Jahr bewilligt.

Die vom Gemeinderat erlassene Kulturförderrichtlinie trägt zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft. Die wichtigsten Regeln: Damit auch kleinere Veranstaltungen in den Genuss einer Förderung kommen, müssen die "Events" nicht von gemeindeweiter, sondern lediglich von örtlicher Bedeutung sein. Vor dem Hintergrund der begrenzten Finanzmittel kann jährlich nur eine Veranstaltung pro Veranstalter gefördert werden.

Bezuschusst werden jeweils ein Drittel der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 1000 Euro. Für welche förderfähigen Kosten (Gagen, Mieten, technisches Equipment, Werbung, Gema-Gebühren) das Geld letztendlich verwendet wird, entscheidet der Veranstalter selbst. Für Übernachtung, Bewirtung und Fahrkosten der Künstler wurden jedoch Höchstbeträge festgesetzt.

Von der Förderung ausgeschlossen sind religiös oder politisch motivierte sowie kommerzielle Veranstaltungen oder Brauchtumsfeste wie Osterfeuer oder Erntefeste.

Spätestens zwei Monate nach der Veranstaltung müssen die Veranstalter der Gemeinde dann den entsprechenden Verwendungsnachweis vorlegen.

Um an die Zuwendungen zur Förderung der Kulturarbeit in der Gemeinde Dörverden zu gelangen, muss kein aufwendiges Antragsverfahren durchlaufen werden. Im Gegenteil: "Wir haben das bewusst sehr niedrigschwellig gehalten", erläutert Walter Franzmeier, Sprecher der Gruppe Grüne und Linke im Dörverdener Gemeinderat.

Mit der neuen Richtlinie wird aus Sicht der Gemeindeverwaltung gewährleistet, dass insbesondere kleinere Veranstaltungen gefördert und viele potenzielle Veranstalter erreicht werden können, ohne dass eine große gemeindeweite Veranstaltung gleich einen Großteil der Fördermittel verschlingt.

Walter Franzmeier hofft, dass der Fördertopf schnell ausgeschöpft wird. Das wäre nämlich das beste Indiz dafür, dass das kulturelle Leben im Aller-Weser-Dreieck endlich wieder angezogen hat.

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