SV Vorwärts Hülsen Wasser marsch

Kicker schätzen einen leicht gefederten Boden. Dank der neuen Bewässerungsanlage finden die Hülsener Fußballer nun optimale Bedingungen beim Training und bei Heimspielen vor.
21.04.2021, 16:47
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Wasser marsch
Von Jörn Dirk Zweibrock

Früher musste der Platzwart beim SV Vorwärts Hülsen noch richtig malochen und schwere Schläuche über das Grün schleppen. Heute erledigt das die nahezu vollautomatische Bewässerungsanlage. „Wir lassen uns von Corona nicht ausbremsen und entwickeln unsere Infrastruktur ständig weiter“, erzählt Uwe Kaiser, Vorsitzender des Vereins aus dem tiefen Dörverdener Süden. Kaiser und dritter Vorsitzender Matthias Scheibe haben sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. „Durch die neue Anlage reduzieren wir unseren Wasserverbrauch um rund 30 Prozent und sparen gleichzeitig auch noch Energie ein, wenn die Pumpe nicht dauernd läuft“, erklären die beiden Männer. Sie können mittlerweile haargenau programmieren, welche Ecke des Platzes zu welcher Tageszeit beregnet werden soll. Hat den weiteren positiven Nebeneffekt, dass Scheibe nicht mehr extra aus Dörverden anreisen muss. Weniger Wasser-, Strom- und Spritverbrauch - mit der neuen Bewässerungsanlage gelingt den Hülsenern quasi das Triple.

Mit 28.000 Euro schlägt die Anschaffung insgesamt zu Buche, die Gemeinde Dörverden übernimmt die Co-Finanzierung in Höhe von 7000 Euro - Stichwort Sportstättenförderung. Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern (parteilos) freut sich, dass der SV Vorwärts mit der Anlage nicht nur seinen Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit leistet, sondern dadurch auch die vielen Ehrenamtlichen wie Hans-Peter Böhning, der sich bereits seit Jahrzehnten um den Platz kümmert, entlastet. Des Weiteren fließt Geld aus dem Strukturfonds, vom Landkreis sowie vom Verein.

Damit sich der Rasen auch von seiner schönsten Seite zeigt, zapfen die Hülsener ihren eigenen Brunnen an. Bewässert werde meist über Nacht, erläutert Scheibe. Gut, im Hochsommer laufe die Pumpe auch schon mal eine Stunde länger, das könne er je nach Bedarf noch immer manuell einstellen. „Nachts ist es meist nicht so windig, dadurch verteilt sich das Wasser dann besser auf dem Platz“, weiß Scheibe und weist in diesem Kontext gleich noch auf den eingebauten Regensensor hin. Schüttet es also wie aus Eimern, stellt die Bewässerungsanlage folglich ihren Betrieb ein. „Unsere Fußballer bevorzugen einen leicht gefederten Boden. Wirft sich der Torwart in die Ecke, freut er sich immer, wenn er nicht auf Beton landet“, kennt Scheibe die Präferenzen seiner Kicker.

Stillstand im sportlichen Bereich bedeute auch gleichzeitig immer Rückschritt, ist der Verwaltungschef von der Notwendigkeit der neuen Anlage überzeugt. Während in Wahnebergen und Westen noch immer manuell bewässert werde, habe der TSV Dörverden bereits einen Förderantrag für eine Bewässerungsanlage gestellt.

Uwe Kaiser und Matthias Scheibe hoffen jedenfalls, dass die Corona-bedingte Zwangspause auf dem Platz bald wieder Geschichte ist und der Spielbetrieb endlich wieder Fahrt aufnimmt. „Ich mache mir Sorgen, dass wir sonst zu viele Sportler verlieren“, betont der Vorsitzende. Er freue sich immer, wenn er den Nachwuchs beim Bolzen auf dem satten Grün beobachten könne.

Pandemiebedingt konnten die Hülsener schon nicht ihr neues Vereinsheim gebührend einweihen, geschweige denn das große Vereinsjubiläum (100 Jahre) begehen, doch der SV Vorwärts lässt sich nicht vom Virus ausbremsen und blickt mit einer gehörigen Portion Optimismus in die Zukunft. „Ich hoffe, dass wir spätestens im Mai die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach unseres Vereinsheims installieren können“, sagt Kaiser und freut sich auf den nächsten Schritt in Sachen Nachhaltigkeit.

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