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Arne Heers ist für den Nachwuchsbundeskader nominiert worden

Arne Heers ist ein aufstrebendes Voltigiertalent. Nach zahlreichen nationalen Erfolgen ist er nun mit nur 14 Jahren in den Bundeskader berufen worden. Von den anstehenden Lehrgängen erhofft er sich einiges.
19.12.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock

Auf sein großes Talent angesprochen, lächelt Arne Heers etwas verlegen. Dabei darf der 14-Jährige durchaus selbstbewusst sein angesichts seines Könnens. Auf dem Rücken seines Pferds Lepido sieht dies ganz anders aus. Hier ist ihm die Souveränität förmlich ins Gesicht geschrieben. Wie sonst würde er es wagen, sich auf ein trabendes Pferd zu stellen und dabei auch noch die spektakulärsten Verrenkungen zu machen. Der Schüler aus dem Landkreis Verden ist Voltigierer aus Leidenschaft. Vor Kurzem durfte sich der Reiter des RV Hülsen/Aller sogar über eine Nominierung für den Nachwuchsbundeskader freuen.

Beim Voltigieren wird das Pferd von einem Longenführer auf einer kreisförmigen Bahn von mindestens 18 Meter Durchmesser longiert und bewegt sich in einer der drei Gangarten – Schritt, Trab oder Galopp – fort. Auf dem Pferd turnen dann bis zu drei Voltigierer gleichzeitig. Als Grundvoraussetzung gilt hierbei das abgestimmte Zusammenspiel zwischen Longenführer, Pferd und Voltigierer, denn sie bilden in diesem Sport eine eingespielte Einheit und beeinflussen sich dabei gegenseitig. All dies ist die Welt von Arne Heers. Hier macht dem talentierten Teenager so schnell keiner etwas vor. Schon im Alter von vier Jahren hat sich der Hülser für das Reiten begeistert. Einige Jahre später entdeckte er dann das Voltigieren für sich, worauf er sehr stolz ist: „Es ist meine absolute Leidenschaft, einfach mein Ding.“ Das sportliche Talent wurde Arne praktisch in die Wiege gelegt. Auch seine Mutter, Anika Heers, war in ihrer Jugend erfolgreiche Voltigiererin, ehe sie sich als Trainerin beim RV Hülsen/Aller etablierte und bis heute gleichzeitig das Amt der Voltigierwartin ausübt. Dass ihr Sohn in den vergangenen Jahren stetig die Erfolgsleiter nach oben geklettert ist, macht sie stolz: „Man kann das alles nicht in Worte fassen. Da das Voltigieren schon in meiner Jugend einen übergeordneten Stellenwert eingenommen hat, freut mich Arnes Erfolg daher noch ein Stück weit mehr.“

Das Voltigieren ist zweifelsohne ein Hobby, welches nicht jedermanns Sache ist. Während Freunde in seinem Alter beispielsweise die Fußballplätze in der Region unsicher machen, ist Arne in seiner Freizeit des Öfteren im Pferdestall zu finden. Der Schüler des Verdener Domgymnasiums ist stolz, dieses Hobby ausüben zu dürfen und bewundert dabei besonders, dass eine Art Bindung zu einem Lebewesen aufgebaut wird: „Ich bin nie alleine, mein Pferd ist stets bei mir. Durch das Training und die Wettkämpfe lernt man sich immer mehr kennen. Diese Verbindung ist schon etwas Besonderes und gleichzeitig wichtig, denn auf das gegenseitige Vertrauen kommt es an.“

Arne Heers investiert viel Zeit in sein Hobby. Zweimal in der Woche steht ein Training beim RV Hülsen/Aller an. Ebenso oft geht es mit dem Zug nach Oldenburg, wo er mit dem dort stationierten Junior-Team Oldenburg im Landesverband Weser-Ems trainiert und an seinem Können feilscht. „Darüber hinaus versuche ich, so oft wie möglich, bei meinem Pferd zu sein, es zu streicheln und mit ihm zu reden.“ All die harten Trainingseinheiten haben sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Denn die persönliche Erfolgsliste wurde um einige Titel ergänzt. So wurde er beispielsweise im Jahr 2017 Vizemeister auf Landesebene in der Children’s-Trophy. Ein Jahr später triumphierte er dann in der Nachwuchs-Trophy. Zu den weiteren Erfolgen zählt unter anderem ein zweiter Platz bei den Norddeutschen Meisterschaften der Junioren.

Der Teenager befindet sich aktuell auf der Erfolgsspur, auch wenn das sportliche Messen mit anderen Voltigierern coronabedingt in diesem Jahr ausfallen musste. Das Jahresende hielt für Heers dennoch eine Überraschung parat, von der beim RV Hülsen/Aller wohl viele schon lange geträumt hatten. Bundestrainerin Ulla Range und Disziplintrainer Kai Vorberg haben den talentierten Voltigier-Youngster in den Nachwuchsbundeskader der Voltigierer berufen. Somit wird er in den kommenden Wochen und Monaten an weiteren Lehrgängen teilnehmen und besitzt die Möglichkeit, sein Potenzial noch weiter auszuschöpfen. „Wir haben ein Video eingesendet. Dass sie auf mich aufmerksam geworden sind, freut mich wirklich sehr“, sagt Arne. Auch bei seiner Mutter ist die Freude über die Berufung in den Bundeskader grenzenlos. Die erfahrene Voltigiererin traut ihrem Sohn dabei zu, in seiner Entwicklung den nächsten Schritt zu gehen: „Er geht die Aufgabe mit sehr viel Respekt an. Ich bin mir sicher, dass er viel lernen wird und die Lehrgänge dabei helfen werden, seinen Zielen ein Stück weit näher zu kommen.“

Bei all den Trainingseinheiten und zukünftigen Lehrgängen macht sich Anika Heers keinerlei Sorgen, dass ihrem Sohn der wachsende Stress zu viel wird: „Er bringt die Schule und sein Hobby bislang sehr gut unter einen Hut. Die Schule steht dabei über allem, das weiß Arne auch.“ Die anstehenden Herausforderungen geht der Youngster mit einer großen Portion Selbstvertrauen, gepaart mit viel Vorfreude, an. Dabei will der talentierte Voltigierer so viel wie möglich lernen und das tun, was er am liebsten macht: Salti oder Sprünge auf seinem Pferd praktizieren und dabei ein noch größeres Vertrauen zu seinem Partner aufbauen.

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