Werk-Kunst-Ausstellung

Tierische Siebdrucke

Im manuellen Siebdruck hat Iris Anemone Paul ihre Leidenschaft gefunden. Was sie damit anfertigt, können Interessierte bei der Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus sehen.
21.11.2019, 17:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs
Tierische Siebdrucke

Für ihr Bilderbuch "Polka für Igor" wurde Iris Anemone Paul (mitte) mit dem Jugendliteraturpreis (rechts) ausgezeichnet. Hannelore Schnitter (links) holt sie nun nach Verden.

Björn Hake

Knallige Farben sind die Leidenschaft von Iris Anemone Paul. Sie gehört zu den neuen Künstlerinnen, die an diesem Wochenende, 23. und 24. November, die Herbstausgabe der Werk-Kunst-Ausstellung im Verdener Rathaus bereichern. An ihrem Stand bietet sie per Siebdruck dekorierte Artikel an.

Die Siebdrucktechnik hat es der ursprünglich aus Süddeutschland stammenden Frau schon vor einigen Jahren angetan. Ihre Begeisterung für Kunst begleitet sie noch länger. „Ich habe als Kind immer schon gerne gezeichnet“, erzählt sie. „Mit Hörbuch, Stift und Papier war ich immer gut beschäftigt.“ Ganz so einfach ist das heutzutage nicht mehr, denn für den Siebdruck ist ein wenig mehr Material gefragt.

An der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg hat sie Illustration studiert und für die Masterarbeit ein Bilderbuch gestaltet, an dessen Lektüre nicht nur Kinder ihre Freude haben. Für das Buch „Polka für Igor“ erhielt sie in diesem Jahr sogar den Deutschen Jugendbuchpreis. Der kommt in Form der Romanfigur Momo daher und ist für die Künstlerin ein besonderes Kompliment. Zusätzlich gab es noch eine weitere Auszeichnung. „Ich bin anscheinend ein neues Talent“, kommentiert sie ihren Sonderpreis für Nachwuchstalente.

Ihr eigener Hund hat Paul zu ihrem Buch inspiriert. Der kam aus dem Tierheim und was er zuvor erlebt hatte, war unbekannt. „Er hat nur geschlafen, gefressen und komische Geräusche gemacht“, fasst es sein Frauchen liebevoll zusammen. Für ihr Buch hat sie dem Hund eine Stimme gegeben. Darin erzählt er ausschweifend von seinem Leben als Zirkushund, von Auftritten in den größten Manegen, jubelnden Zuschauermassen und abenteuerlichen Kunststücken. Seine Schilderungen sind mit Bildern ergänzt, die zeigen, dass der Vierbeiner in seinen Erzählungen womöglich ein wenig von der Realität abweicht.

Die erste Auflage des Buchs (erschienen im Kunstanstifter Verlag) ist bereits vergriffen. Ein Nachdruck sei allerdings in Arbeit, erklärt Paul. Ob die Neuauflage allerdings früh genug vorliegt, um auch bei der Werk-Kunst-Schau zum Verkauf zu stehen, sei noch offen. Gut bestückt wird ihr Stand dennoch sein. Denn, auch wenn die Geschichte um Igor den Zirkushund momentan besonders viel Aufmerksamkeit auf die Künstlerin zieht, hat sie noch weit mehr zu bieten. „Ich bedrucke Textilien aller Art“, erklärt Paul.

Seit zwei Jahren ist sie auf Kunsthandwerkermärkten mit ihren Waren vertreten. Bei einer Ausstellung in Vegesack sei sie schließlich Hannelore Schnitter begegnet, die an der Organisation der Werk-Kunst-Ausstellung beteiligt ist. So entstand der Kontakt nach Verden. Taschen, Kissenbezüge und Geschirrhandtücher versieht Paul für den Verkauf mit verschiedenen Motiven. Auch dabei stehen Tiere häufig im Mittelpunkt, aber auch allerlei maritime Motive sind in ihrem Angebot zu finden.

Neben Textilien bedruckt Paul auch Papierwaren. Auch einen Jahreskalender mit Siebdruckmotiven gestaltet sie seit einiger Zeit. „Die Kalender kamen sehr gut an“, freut sie sich. „Aus der Nummer komme ich nun nicht mehr raus.“ In Verden wird sie unter anderem auch eine Auswahl an Postkarten anbieten.

Paul ist allerdings nicht die Einzige, die neu dabei ist. Denn das Organisationsteam bemüht sich stets, Abwechslung in das Angebot zu bekommen. Seine Premiere auf der Werk-Kunst-Ausstellung feiere auch Christoph Martin, sagt Schnitter. Der Wildeshauser habe sich auf Flechtkunst spezialisiert. Aus Weiden formt er Schalen, Körbe und sogar Rucksäcke. Erstmals dabei ist auch der Bremer Hans-Dieter Schmidt. Er fertigt laut Ankündigung „alltagstaugliche Holzgegenstände mit Intarsien“. Julia Hühne-Simon aus Kaltenkirchen ergänzt das Angebot mit „Gebrauchskunst aus Wolle und Seide“.

Die Ausstellung im Rathaus ist am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zur Stärkung gibt es auch wieder ein Ausstellungs-Café mit belegten Brötchen, Kaffee, Torte und Kuchen. Der Eintritt zur Ausstellung kostet einen Euro. Wie in den vergangenen Jahren soll der Erlös einer sozialen und karitativen Kinder- und Jugendeinrichtung zu Gute kommen.

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