Kommunalwahl

Seit an Seit mit dem Bürgermeister

Die Dörverdener Grünen wünschen sich, dass Alexander von Seggern Dörverdener Bürgermeister bleibt. Seine Erfahrung und Kompetenz haben sie überzeugt.
27.05.2021, 17:21
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Zweibrock
Seit an Seit mit dem Bürgermeister

Strebt eine weitere Amtszeit an: Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern.

Björn Hake

Er schließt die Reihen. Nach der CDU unterstützen nun auch die Grünen die erneute Kandidatur von Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern (parteilos). Nach Ansicht der grünen Ortsgruppe hat der amtierende Verwaltungschef und oberste Repräsentant der Gemeinde die Parteimitglieder mit seiner Erfahrung und Kompetenz überzeugt. Neben dem 45-jährigen Diplom-Verwaltungswirt von Seggern hatten sich die Grünen auch mit Volker Meyer getroffen, der von den Sozialdemokraten unterstützt wird. Auch Bernward Nüttgens (Linke), der gemeinsam mit den Grünen eine Gruppe im Dörverdener Gemeinderat bildet, hatte bereits im Vorfeld verkündet, dass er eine weitere Amtszeit von Seggerns befürwortet.

"Insgesamt gibt es große Schnittmengen in den Auffassungen zu Klimaschutz und Artenvielfalt. Für Alexander von Seggern sprechen auch die zahlreichen bereits angeschobenen Projekte in diesem Bereich, die in der zweiten Amtszeit umgesetzt werden können", erklärt Gruppensprecher Walter Franzmeier. Außerdem sei es ihm gelungen, den Schuldenstand der Gemeinde auf quasi Null zu senken und den Haushalt auszugleichen. Dies schaffe nun Spielräume für die kommenden Herausforderungen. Viele der bisher entwickelten Projekte seien auf einem guten Weg. "Der fleißige, kompetente und gut vernetzte Alexander von Seggern wäre in der Gemeindeverwaltung nur sehr schwer zu ersetzen", ist Franzmeier überzeugt und ergänzt: "Wo wir inhaltliche Diskrepanzen haben, stehen wir in einem konstruktiven Gespräch."

Seit über einem Jahr stehe die Dörverdener Gemeindeverwaltung durch die ständig wechselnde Verordnungslage aufgrund der Corona-Pandemie nun schon unter Druck. Die Grünen seien allerdings überzeugt, dass das zurecht kritisierte Tempo bei der Umsetzung mancher Projekte in einer zweiten Amtszeit deutlich gesteigert werden könne. Dieses wäre bei der Einarbeitung eines in öffentlicher Verwaltung und Politik unerfahrenen Kandidaten sicher nicht leicht möglich, spielen die Mitglieder der Ökopartei auf Volker Meyer an. Der 49-jährige Geschäftsführer aus Stedorf versteht sich ein wenig als Gegenentwurf zum amtierenden Verwaltungschef. Er wolle Bürgermeister für alle Bürger werden und nicht nur ein Verwaltungschef, betonte Meyer bei seiner Vorstellung. Gerade weil er nicht aus der Verwaltung, sondern aus der Wirtschaft komme, verfüge er neben kaufmännischen Kenntnissen und Führungsqualitäten auch über andere Qualitäten.

Ähnlich wie die Grünen haben sich bereits Mitte Mai Vertreter der Dörverdener CDU geäußert. "Der Umbau der Verwaltung ist Langstrecke. Da sollten wir nicht wieder mitten im Rennen das Pferd wechseln“, erklärten Dörverdens CDU-Vorsitzender Stefan Bormann und Fraktionschef Adrian Mohr unisono. Es gehe vor Ort schließlich nicht nur ums Wollen, sondern auch ums Können. Je kleiner die Verwaltung, umso mehr müsse der Bürgermeister fachlich draufhaben. In großen Verwaltungseinheiten könne eine starke und breite zweite Reihe fachliche Defizite und Erfahrungsmängel glattbügeln, in kleinen jedoch nicht.

Die Grünen machen allerdings deutlich: "Politik und Verwaltung müssen die Menschen stärker mitnehmen, besser kommunizieren und Anregungen aufnehmen." Nach Ansicht der Partei könne dies aber mit Alexander von Seggern in der nächsten Amtsperiode erreicht werden.

Bereits bei seiner ersten Kandidatur vor sieben Jahren wurde von Seggern aktiv von Konservativen und Grünen im Aller-Weser-Dreieck unterstützt. Die Dörverdener SPD-Basis hatte bereits im April entschieden, dass sie Volker Meyer bei seiner Kandidatur unterstützen will. Die Dörverdener Sozialdemokraten wollen gar eine „Wechselstimmung“ in der Gemeinde ausgemacht haben.

Im Gegensatz zu von Seggern, der qua Amt keine Unterstützer-Unterschriften benötigt, muss der parteilose Einzelbewerber Meyer, der nicht für die SPD antritt, insgesamt 110 Unterschriften sammeln. Dies entspricht der fünffachen Anzahl des aktuell 22-köpfigen Dörverdener Rates. Meyer hat noch bis zum 26. Juli Zeit, die benötigte Unterschriftenliste im Dörverdener Rathaus abzugeben. 

Dauerte von Seggerns erste Amtszeit noch insgesamt sieben Jahre, beträgt die nächste Wahlperiode nur noch fünf. In Niedersachsen gleichen sich damit die Amtszeiten der hauptamtlichen Bürgermeister an die Ratsperiode an. Dörverden kann durchaus mit einem „Swing State“ verglichen werden, denn noch nie hat es dort ein hauptamtlicher Bürgermeister geschafft, für eine zweite Amtszeit gewählt zu werden.

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