Camper

Zwischenstopp in Verden

Kurz die Beine vertreten, bei einer Stippvisite die Reiterstadt entdecken oder einfach nur eine Nacht auf langer Reise überbrücken – für all das nutzen Wohnmobilisten den Stellplatz in Verden.
23.07.2018, 17:15
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Flüge, Zugfahrten und Hotels buchen, einen festen Reiseplan einhalten – manche Urlauber haben darauf keine Lust. Statt sich bereits zum Jahreswechsel mit der frühzeitigen Buchung einer Pauschalreise zu befassen, schwingen sie sich lieber in ihr Wohnmobil. Damit geht es entweder nach Plan an ein bestimmtes Ziel oder aber frei nach Schnauze durch das Land.

Wohin der Moment sie treibt, geht es beispielsweise für Familie O´Halloran. Die fünfköpfige Familie ist samt Hund in einem Wohnmobil unterwegs und legte am Montag in Verden einen Zwischenstopp ein. So machen es viele, denn Verden ist einer jener Orte im Landkreis, die einen zentralen Wohnmobilstellplatz bieten. An der Conrad-Wode-Straße, gegenüber des Elektromarkts, finden 14 Fahrzeuge Platz.

Familie O´Halloran hat es eher zufällig in die Stadt getrieben. "Wir sind erst vor einer Stunde aufgebrochen", erklärt Mutter Zita. In Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) fuhren sie los, von dort aus geht es für sie "Richtung Wendland". Ein bestimmtes Ziel haben sie nicht vor Augen. Stattdessen wollen sie eine Woche lang durch die Landschaft reisen und Halt machen, wo es ihnen gefällt. Dass nun schon nach 70 Kilometern eine Pause eingelegt wird, liegt an Hund Lutz. Der ist vom Bauernhof der Familie nämlich viel Auslauf gewöhnt und fühlt sich in dem Campingmobil noch ein wenig fremd.

Die gute Ausschilderung des Parkplatzes hat die Wildeshauser nach eigenen Angaben auf das Gelände gelotst. "Es ist natürlich nicht so leicht, einen passenden Stellplatz zu finden", sagt O´Halloran mit Blick auf das große Gefährt. Das gehört eigentlich ihren Eltern, die es für den Familienurlaub verliehen haben.

Der Stellplatz bietet allerdings mehr als große Parkplätze und Nähe zur Innenstadt. Frischwasser, Strom sowie Entsorgungsmöglichkeiten für Abwasser und dem Inhalt mobiler Toiletten zählen ebenso zur Ausstattung des Geländes. Das gibt es bereits seit 2012 und wird gut angenommen, freut sich Angelika Revermann, Leriterin des Stadtmarketings. Rund 500 Wohnwagen haben im ersten Halbjahr 2018 schätzungsweise schon auf dem Platz Halt gemacht. Genaue Zahlen lassen sich nur schwer ermittelt, erklärt Revermann, denn eine Reservierung ist nicht möglich. Bezahlt wird über einen kleinen Automaten. Aus den Einnahmen errechnet die Stadt, wie viele Wohnmobile da waren. "Die Zahl der Besucher ist inzwischen ein bissen angestiegen", sagt Revermann. Das liegt vermutlich auch daran, dass sich Wohnmobilisten miteinander austauschen und auch Empfehlungen aussprechen. Einer von ihnen packte am Montagvormittag seine sieben Sachen. Zwei Nächte hat der Rentner aus Nordrhein-Westfalen mit seiner Frau auf dem Gelände kampiert und tagsüber die Stadt erkundet. Im vergangenen Jahr war er bereits da. Auf der Reise nach Nordenham biete sich der Zwischenstopp in Verden an, findet der Camper.

Menschen wie das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen machen einen Großteil der Gäste aus, vermutet Revermann. "Hier macht keiner eine Woche lang Urlaub." Die Hauptsaison beginne im April und ziehe sich bis in den Spätsommer. "Es gibt allerdings keinen Monat, in dem hier kein Wagen steht", sagt Revermann. Selbst im Dezember und Januar gibt es zumindest jeweils einen Gast. Die Rückmeldungen, die sie zu dem Stellplatz bekomme, seien überwiegend positiv. Besonders die Nähe zur Innenstadt finden viele Besucher toll. Was die einen freut, gilt den anderen jedoch als Minuspunkt. "Einige wollen lieber mehr Grün und vorzugsweise Blick auf das Wasser", sagt Revermann. Doch beides lasse sich nun einmal schlecht vereinbaren.

Der Verdener Stellplatz ist nur einer von mehreren im Landkreis Verden. Auch Dörverden bietet Wohnmobilistin einen "Hafen zum Andocken", wie die Gemeinde ihre Parkgelegenheit bezeichnet. Fünf Fahrzeuge können dort bis zu drei Tage abgestellt werden. Der Platz befindet sich an der Straße In der Worth, in Nachbarschaft zum Kulturgut Ehmken Hoff. Eine weitere Anlaufstelle haben Wohnmobilisten in Thedinghausen, direkt am Schloss Erbhof. Dort haben acht Fahrzeuge Platz.

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