Jugendtreff in Emtinghausen

Immer was los im „El Castillo“

Im Jugendtreff „El Castillo“ in Emtinghausen gibt es viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Die Betreuer haben aber auch immer ein offenes Ohr, wenn jemand Probleme hat.
05.04.2021, 15:09
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Immer was los im „El Castillo“
Von Jürgen Juschkat
Immer was los im „El Castillo“

Meike Schaub und Peter Wittig kümmern sich im "El Castillo" in Emtinghausen um die Jugendlichen.

Björn Hake

Emtinghausen. Ob Billard oder Basketball, Grillen oder Chillen – es gibt drinnen und draußen unterschiedlich viele Möglichkeiten, um nach der Schule oder der Arbeit im Jugendtreff „El Castillo“ in Emtinghausen Abwechslung zu finden und abzuschalten. Meike Schaub, Ulf Roselius und Peter Wittig betreuen die jungen Menschen, die sich im und beim ehemaligen DRK-Gebäude hinter dem Schießstand des Ortes treffen, an vier Tagen in der Woche.

Junge Leute ab zehn Jahren können zum Emtinghauser Jugendtreff kommen. In einem großen Raum steht nicht nur ein Sofa zum Ausruhen, auch eine Tischtennisplatte, ein Kicker, der gerade neu bezogene Billard-Tisch und ein Jokolo, bei dem Holzscheiben durch nummerierte Tore geschoben werden müssen, bieten Betätigungsmöglichkeiten. Meike Schaub und Peter Wittig, die zur Sozialpädagogischen Familienhilfe Achim (Sofa) gehören, zeigen beim Besuch ganz stolz in einem Regal Gesellschaftsspiele. „Wir wollen althergebrachte Spiele hochhalten. Gerne werden auch Karten- oder Würfelspiele gespielt“, sagt der Betreuer und ergänzt: „Das ist ein Gegenpol zum Computer.“

Weitere Ideen

„Die Jugendlichen können aber auch kommen, wenn sie nur mal reden wollen, Schulprobleme haben oder einfach nur mal zuhause rauskommen wollen“, sagt Meike Schaub. Bald soll auch eine Dartscheibe zur Verfügung stehen. „Wir müssen nur noch eine Holzplatte anbringen, damit nicht in die Wand geworfen wird“, erklärt die Betreuerin. Und wer gerade keine Lust auf Aktivitäten hat, der kann es sich in einer Rückzugsecke gemütlich machen. Die Jugendtreff-Leiter sind aber immer auf der Suche nach Neuerungen. „Wir würden gerne draußen eine Stein-Tischtennisplatte haben und nutzen“, nennt Meike Schaub einen Wunsch der Gruppe. „Aber wie finanzieren?“ Die Betreuer machen sich da so ihre Gedanken und hoffen ein wenig auf finanzielle Hilfestellung.

„Im Sommer sind wir unheimlich viel draußen“, berichtet Meike Schaub. Da kann dann Federball gespielt oder mit der Frisbee-Scheibe geworfen werden - ganz nach Lust und Laune. Auf einer von den jungen Emtinghausern und deren Eltern gepflasterten Fläche steht ein Basketball-Korb. Aber nicht nur auf dem zentral gelegenen Areal im Ort, das etwas unscheinbar abseits der viel befahrenen Durchgangsstraße liegt, wird den jungen Menschen etwas geboten. „Wir haben schon viele Touren unternommen, Kletterparks ausprobiert und sind zur Nordsee gefahren. Auch mal einfach nicht so. Dann haben wir dort Picknick gemacht“, schwärmt Meike Schaub und ergänzt: „Im Heidepark in Soltau waren wir auch schon. Doch wir feiern auch Feste oder fahren zum Bowlen.“ Ulf Roselius macht außerdem Extra-Touren von der Gemeinde aus.

Eine wechselvolle Geschichte

Die Betreuer des grau gestrichenen Jugendtreffs mit Fensterrahmen in Orange und Blau sind vom Fach. Die Schwarmerin Meike Schaub ist Sozialarbeiterin mit Diplom, kümmert sich auch in der IGS und der Hauptschule Achim um die Kinder und Jugendlichen und leitet im Kulturzentrum Schlachthof in Bremen ein Mädchen-Rockmusik-Projekt. Ulf Roselius ist Sozialarbeiter der Samtgemeinde Thedinghausen und Streetworker. Peter Wittig leitet in der Steinfelder Wohngruppe die Werkstatt für Keramik. „Als wir nach Emtinghausen gezogen sind, habe ich mich hier engagiert, weil mein Sohn dabei gewesen ist. Später bin ich eben Betreuer geworden“, erklärt der Kunst-Therapeut und Kunst-Pädagoge.

Der Jugendtreff Emtinghausen hat eine wechselvolle Geschichte mit Höhen und Tiefen hinter sich. „Den gab es früher schon einmal, doch dann stand er lange leer. Erst als Jugendliche 2005 nachgefragt und vom Vorsitzenden des Elternvereins den Schlüssel bekommen haben, wurde der Treffpunkt reaktiviert. Peter Wittig übernahm damals die Leitung. Später ging der Jugendtreff an die Gemeinde Emtinghausen über. Das war 2016, als der Jugendtreff auch eine Küche bekommen hat“, erinnert sich der Kunst-Pädagoge.

Corona-bedingt ging es in den zurückliegenden Monaten auf und ab mit „El-Castillo“, der Burg in Emtinghausen. Im vergangenen Jahr wurde das Gebäude neu gestrichen und draußen eine Bank aufgebaut. Mal durfte geöffnet, dann musste wieder geschlossen werden. „Anfang 2021 gab es eine Notbetreuung für Einzelne, denen die Decke auf den Kopf gefallen ist“, sagt Wittig. Doch mittlerweile dürfen sich die jungen Emtinghauser hier wieder treffen. Natürlich nach den aktuellen Hygiene-Vorschriften mit Maske, Abstand, Desinfektion und Anwesenheitsliste. „Im Schnitt kommen so sieben bis acht junge Leute, doch wir haben einen Pool von 15. Kurz vor Corona hat sich eine kleine Gruppe mit Zehn- bis Zwölfjährigen gebildet. Es sind also nicht nur Ältere hier. Die Jüngeren wachsen mit“, bringen Schaub und Wittig das Interesse auf einen Nenner.

Die Öffnungszeiten des „El Castillo“ in Emtinghausen: Montag, 16 bis 19 Uhr; Dienstag, 16 bis 18 Uhr; Mittwoch, 16 bis 19 Uhr; Freitag, 16 bis 19 Uhr.

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