Gemeinderat

Neuer Standort für das geplante Ärztehaus

Die jüngste Ratssitzung konnte Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald mit einer positiven Nachricht eröffnen: Für das geplante Ärztehaus wurde ein neuer Standort gefunden. Die Bäume müssen nicht weichen.
20.07.2021, 16:55
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Von Marie Lührs
Neuer Standort für das geplante Ärztehaus

In Kirchlinteln soll ein Ärztehaus errichtet werden.

DPA/Patrick Pleul

Die medizinische Versorgung in Kirchlinteln soll besser werden. Ein Ärztehaus soll dabei helfen. Einen passenden Standort hatte die Gemeinde bereits gefunden: Auf einem gemeindeeigenen Eckgrundstück zwischen den Straßen Am Bauhof und Kükenmoorer Straße sollte das Gebäude entstehen. Der besondere Clou: Direkt gegenüber liegt die Erweiterung des Baugebiets Auf dem Breeck, auf der wiederum eine Tagespflegeeinrichtung entstehen sollte. Doch nun kommt alles anders.

Im Kirchlintler Gemeinderat hatte Bürgermeister Wolfgang Rodewald (parteilos) gute Nachrichten für Naturschützer, für die älteren Bewohner der Gemeinde hingegen eine schlechtere. Denn nach einer Bedarfsanalyse habe der mögliche Betreiber einer Tagespflegeeinrichtung der Gemeinde einen Korb gegeben. Das Vorhaben sei nicht wirtschaftlich. Stattdessen soll nun, so wurde es im vorangegangenen Verwaltungsausschuss besprochen, auf der Erweiterung des Baugebiets Platz für das Ärztehaus entstehen. Das Areal, auf dem es ursprünglich geplant war, bleibt hingegen unberührt. Folglich bleibt auch das kleine Buchenwäldchen stehen, das andernfalls dem Bau hätte weichen müssen. "Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht", fasst Rodewald die Entscheidung zusammen. Der Beschluss des Verwaltungsausschusses reiche nun für eine erste Öffentlichkeitsbeteiligung.

Von der Entwicklung positiv gestimmt brachten die Ratsmitglieder wenig später auch die Pläne für die Grundschule Luttum einstimmig auf den Weg. Die Schule soll zur Ganztagseinrichtung mit vollumfänglichen Betreuungsangebot – auch in den Randzeiten – weiterentwickelt werden. Nun ist es an der Verwaltung, einen Fahrplan für den umfänglichen Beteiligungsprozess zu erarbeiten. Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sollen eingebunden werden. Die erforderlichen Bauvorhaben sollen mit dem Schwerpunkt Sanierung vor Neubau geplant werden. 

Bei nur einer Gegenstimme brachte der Rat auch die Einrichtung eines neuen Kindergartens in den Räumlichkeiten der Oberschule auf den Weg. "Aktuell sind alle Kinder untergebracht", erklärt Rodewald. Durch die viele Arbeit im Homeoffice hätten einige Eltern ihre Kinder aus der Betreuung genommen, um die Gebühren zu sparen. Diese "kleine Delle" in der Auslastung sei allerdings nur vorübergehend. Spätestens durch die Weiterentwicklung der Baugebiete werde der Bedarf an Betreuungsplätzen wieder zunehmen, ist der Bürgermeister überzeugt. Drei Klassenräume sollen für die Einrichtung der Kita-Plätze umgebaut werden. 

Während anderswo neu oder umgebaut wird, passiert in direkter Nachbarschaft zur St.-Petri-Kirche gewissermaßen das Gegenteil. Die schon lange nicht mehr zweckmäßig genutzte Leichenhalle soll abgerissen werden. Da Bestattungsunternehmen größtenteils ihre eigenen Räume für die Aufbahrung der Leichen nutzen, werde die Halle nicht mehr benötigt, heißt es in der Beschlussvorlage. Andernfalls müsse eine neue Kühlvitrine angeschafft werden. Der Rat entschied sich dagegen und sprach sich stattdessen mit einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen für die Entwidmung und den anschließenden Abriss des Gebäudes aus. 

Abschließend verteilte der Rat noch einige Anträge an die dafür zuständigen Ausschüsse. Unter anderem ging es dabei darum, Potenziale für Dachflächen-Photovoltaik aktiv zu nutzen (CDU), kleinräumige Solarparks zu fördern (SPD und Grüne) und Naherholung und Tourismus zu stärken (CDU). SPD und Grüne brachten zudem erneut einen Antrag zur Beendigung der ehrenamtlichen Besetzung der Gleichstellungsbeauftragten ein. Über ihn wird der Ausschuss für Jugend und Soziales wohl erst in der nächsten Wahlperiode diskutieren, sagt Rodewald. 

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