Fachausschuss

Noch ist die Gemeinde am Zug

Die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes Kirchlinteln verzögert sich bis 2025 oder 2026. Neddenaverbergen erhält eine neue Stützpunkt-Feuerwehr.
12.10.2021, 16:34
Lesedauer: 3 Min
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Noch ist die Gemeinde am Zug
Von Jörn Dirk Zweibrock

Um den Bahnhaltepunkt im Kernort Kirchlinteln, das neue Domizil der Stützpunkt-Feuerwehr Neddenaverbergen sowie das Baugebiet westlich der Bürgermeister-Hogrefe-Straße in Luttum ging es am Montagabend im Kirchlintler Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Bauen.

Nach der Ratssitzung am Donnerstagabend wird Kirchlintelns scheidender Bürgermeister Wolfgang Rodewald (parteilos) seine letzte Amtshandlung vollziehen und das zuständige Büro mit den Planungen für die Leistungsphasen 3 und 4 beauftragen. Darin enthalten sind unter anderem der Bahnsteig sowie die Park-and-Ride-Anlage. Nach Abschluss dieser Planungsleistungen ist dann im wahrsten Sinne des Wortes die Bahn am Zug.

Der Bahnsteig soll mit einem Wetterschutzhäuschen sowie einem Fahrkartenautomaten ausgestattet werden. Außerdem ist auf dem Areal des künftigen Haltepunktes die Errichtung von abschließbaren Fahrradboxen geplant. Vorsichtige Prognosen gehen davon aus, dass täglich bis zu 300 Fahrgäste den neuen Haltepunkt an der Kreepener Straße nutzen könnten. Für die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes muss die Gemeinde Kirchlinteln lediglich die Planungskosten bezahlen.

Reaktivierung verzögert sich

Bis allerdings die ersten Züge den neuen Bahnhaltepunkt in Kirchlinteln anfahren, werden noch einige Jahre vergehen. Die Bahn rechnet mit 2026, Rodewald hofft allerdings, dass es bereits zum Fahrplanwechsel 2025 soweit ist. Anders als das zuständige Planungsbüro geht die Bahn nämlich davon aus, dass sich das Planfeststellungsverfahren länger – sprich über einen Zeitraum von zwei Jahren – hinzieht. Die gute Nachricht: Entgegen den ursprünglichen Planungen können die vorhandenen Bahnübergänge nun doch umgebaut werden.

Rodewald hofft, dass die von der Gemeinde Kirchlinteln vor einigen Jahren erworbene Immobilie an der Kreepener Straße bereits bis Monatsende abgerissen ist. "Eigentlich sollte das gleich parallel mit dem Abriss der Leichenhalle geschehen", erzählt der Noch-Verwaltungschef. Der Grenzverlauf zum benachbarten Friedhof sei inzwischen angepasst worden. Der Bahnhaltepunkt an der sogenannten Amerika-Linie ist für den langjährigen Kirchlintler Bürgermeister immer ein Herzensprojekt gewesen. Er hofft, dass er also spätestens 2026 mit dem Zug nach Bremen fahren und dort in der Theaterpause ein Glas Wein trinken kann. Übrigens: Der letzte Personenzug in der Heidegemeinde hielt 1987.

Neuer Standort an der Trahe

Weil sich die Stützpunkt-Feuerwehr Neddenaverbergen am jetzigen Standort nicht ausreichend erweitern kann, wurde in der Zwischenzeit ein geeigneter Standort für einen Neubau gefunden. Dieser befindet sich auf einer Ackerfläche an der Straße Trahe östlich des Schützenhauses. Dafür hat die Heidegemeinde zwei Landwirten die Flächen abgekauft. Der Fachausschuss hat während seiner jüngsten Sitzung die Änderung des Flächennutzungsplanes (F-Plan) empfohlen. Im Zuge der Neuplanung der Neddener Wehr sollen auch Bauplätze sowie ein zentral gelegener Multifunktionsplatz, der sowohl für Feuerwehrübungen als auch als Bolzplatz genutzt werden kann, entstehen.

Satteldach oder Staffelgeschoss? – so lautet die Gretchenfrage hinsichtlich der künftigen Wohnbebauung westlich der Bürgermeister-Hogrefe-Straße. Luttumer Bürger hatten in den vergangenen Wochen vehement gegen höhere Mehrfamilienhäuser im Dorf protestiert und sogar eine Unterschriftenaktion initiiert (wir berichteten). Die Dorfgemeinschaft will den dörflichen Charakter Luttums bewahren und nicht – so wörtlich – zu einer Vorstadt von Verden werden. Einigkeit besteht hingegen hinsichtlich der Fassaden, die zu 40 Prozent aus Klinkersteinen bestehen sollen. Der Investor aus Eitze will nun in den kommenden Wochen eine Bildanimation erstellen, damit sich die Bürger sprichwörtlich ein Bild von den zwei zur Verfügung stehenden Varianten machen können.

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