Bürgerbus Kirchlinteln

Verstärkung für den Bürgerbus

Im Laufe des Jahres sind dem Bürgerbus Kirchlinteln einige Fahrer abhandengekommen. Umzüge, das Alter und die Gesundheit brachten die Fahrer aus dem Spiel. Dank einer Werbeaktion gibt es nun wieder Verstärkung.
15.10.2020, 17:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Marie Lührs
Verstärkung für den Bürgerbus

Ohne Fahrer fährt er nicht: Damit der Bürgerbus seinen Fahrplan einhalten kann, werden Ehrenamtliche gebraucht.

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Für den Kirchlintler Bürgerbus gibt es Verstärkung. Drei neue ehrenamtliche Fahrer werden künftig ihre Gäste durch die Gemeinde chauffieren. „Die drei haben schon fast alle Voraussetzungen erfüllt, um den Achtsitzer zu fahren“, erklärt Fahrer-Sprecher Hermann Meyer. Denn neben der Lust auf die ehrenamtliche Tätigkeit benötigen angehende Fahrer einen Führerschein Klasse B und einen Personenbeförderungsschein. Außerdem müssen sie einen Sehtest bestehen und sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, bevor sie sich ans Steuer setzen dürfen. Die entstehenden Kosten übernimmt der Bürgerbusverein.

Einige Fahrer waren dem Verein in den vergangenen Monaten abhanden gekommen, Nachwuchs war entsprechend nötig. Einzelne Fahrer mussten ihr Ehrenamt wegen eines Umzugs aufgeben, andere konnten aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht mehr hinter dem Lenkrad Platz nehmen. So ist die Zahl der aktiven Fahrer binnen weniger Monate von 22 auf 13 gesunken, die neuen Anwärter nicht mit gerechnet. Um potenzielle Fahrer auf das Ehrenamt aufmerksam zu machen, fuhr der Bürgerbus in der vergangenen Woche auf Werbetour durch die Gemeinde. Die Idee dafür stammt von Fahrerin Renate Meyer, die ihre Idee auch gleich umgesetzt hat.

An drei Sonnabenden machten insgesamt neun Bürgerbusfahrerinnen und -fahrer in zwölf Ortschaften im nördlichen Teil der Gemeinde Halt, um für das Ehrenamt zu werben. Eine Stunde pro Haltestelle gab der Zeitplan her. „16 Interessierte kamen, um sich zu informieren, Fragen zu stellen und um weitere Vorschläge zu machen“, erzählt Fahrerin Renate Meyer. Einige waren auch einfach neugierig und wollten einen Blick in das Innere des Busses werfen oder Probe sitzen. Die Werbeaktion brachte also nicht nur neue Fahrer, sondern machte auch mögliche Kunden auf das Angebot der Bürgerbusse aufmerksam. Interessierte bekamen auch die Möglichkeit, in aller Ruhe die ausklappbare Rampe auszuprobieren, die mobilitätseingeschränkten Menschen das Einsteigen erleichtern soll.

„Von alleine kommt keiner und sagt: Ich möchte Bürgerbusfahrer werden“, weiß Renate Meyer. Der Verein müsse daher die Werbetrommel rühren, um die entstandenen Lücken im Team wieder aufzufüllen. Neben dem Knüpfen sozialer Kontakte haben die Freiwilligen die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun und dabei die ländliche Idylle genießen, wirbt der Verein für das Ehrenamt.

Je weniger Fahrer zur Verfügung stehen, desto schwieriger wird es, die Fahrten zu besetzen. Über ein Online-Formular tragen sich die Ehrenamtlichen regelmäßig für ihre Routen ein. Bleiben einzelne Touren unbesetzt, sucht Fahrdienstleiter Reinhard Ries per E-Mail oder Telefon nach Freiwilligen, die Lücken füllen, oder springt selbst ein. Der Bürgerbus ist inzwischen auf vier Linien unterwegs. Ein neuer Bus ist auch bestellt. Wann das neue Modell zu der Flotte stoßen werde, sei momentan allerdings noch unklar, sagt Hermann Meyer.

Viele Kunden nutzen den Bürgerbus, um zum Einkaufen, zu Arztterminen oder, um Geldgeschäfte zu erledigen, in den Kernort zu fahren. Dort gibt es auch Anschluss an die Allerbus-Linie 713, die Kirchlinteln mit Verden verbindet. Im vergangenen Jahr nutzten den Bürgerbus rund 8000 Fahrgäste. Diese Zahl werden die Ehrenamtlichen im laufenden Jahr nicht mehr „einfahren“ können. Denn in den Monaten April und Mai stand die Fahrzeugflotte Corona-bedingt still.

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