Henning Leeske

Durch ihn fließt Kirchlintler Blut

Kirchlintelns Kernort hat einen neuen Ortsvorsteher. Henning Leeske hat das Ehrenamt übernommen. Obwohl er einige Jahre im Ausland lebte, fühlte er sich seiner Heimat stets verbunden.
08.10.2019, 15:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Marie Lührs
Durch ihn fließt Kirchlintler Blut

Als Bindeglied zwischen Einwohnern und Rathaus sieht sich Henning Leeske.

Michael Galian

Henning Leeske ist Kirchlintler durch und durch. „Im zarten Alter von wenigen Monaten“ ist er mit seinen Eltern in den Ort gezogen, erzählt er. Das ist gut 45 Jahre her. Nachdem er einige Jahre im Ausland lebte, ist er nun wieder zurück in Kirchlinteln, lebt in seinem Elternhaus und ist seit kurzem Ortsvorsteher im Herzen seiner Heimat.

Mit seinem neuen Ehrenamt ist er in die Fußstapfen von Joachim Köhler getreten, der aus persönlichen Gründen zurücktrat. Als Ortsvorsteher ist er das Bindeglied zwischen den Bewohnern im Kernort und dem Rathaus. Die CDU, die im Kernort bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen bekam, durfte traditionell dem Rat einen Vorschlag unterbreiten. Sie empfahl Leeske als Kandidaten und der Gemeinderat folgte diesem Vorschlag einstimmig. Eine tolle Bestätigung sei das, findet der Neue.

Nicht lange überlegt

Als er einige Zeit vor seiner Ernennung gefragt wurde, ob er an dem Amt interessiert sei, habe er nicht lange überlegt. Er freue sich schon auf die Arbeit, versichert er. Und die lasse sich wunderbar mit seiner eigentlichen Tätigkeit verbinden. Denn Henning Leeske schreibt freiberuflich für Zeitungen und Verlage. Dass er dadurch zeitlich flexibler ist, sieht er als klaren Vorteil. Auf ihn kommen nun viele Gratulationstermine zu. Außerdem können sich die Einwohner des Ortes mit verschiedenen Belangen an den Ortsvorsteher wenden. Der wiederum gibt Fragen und Anregungen dann an die Gemeindeverwaltung weiter – oder packt selbst mit an. Denn wenn Kleinigkeiten zu erledigen sind, die beispielsweise das Ortsbild verschönern, kann der Vorsteher auf ein kleines Budget zurückgreifen. Damit werden auch Blumen und kleine Präsente für Jubilare oder aber Kränze für den Volkstrauertag finanziert. Über 80 Termine stehen dem Ortsvorsteher jährlich bevor – doch wie sein Vorgänger darf er sich über die Unterstützung von Sigrid Lindhorst freuen. Sie war und bleibt als Stellvertreterin aktiv.

Aller Heimatverbundenheit zum Trotz kehrte Leeske seiner Heimatgemeinde Kirchlinteln für einige Jahre den Rücken. Die weite Welt rief und so zog er für sein Wirtschaftsstudium nach Wien und blieb dort schließlich auch beruflich in der österreichischem Finanzbranche hängen. Unter anderem war er dort bei der Volksbank tätig. Den Anschluss nach Kirchlinteln verlor er allerdings keineswegs. Und so schaffte er es beispielsweise, trotz rund 725 Kilometern Entfernung, in Kirchlinteln Schützenkönig zu werden. Entsprechend oft musste er im Laufe seiner Regentschaft zwischen seinen beiden Wohnorten hin und her fliegen. Nicht umsonst attestierte ihm Bürgermeister Wolfgang Rodewald bei seiner Vereidigung als Ortsvorsteher Bodenständigkeit und „Kirchlintler Blut“. „In erster Linie bin ich Kirchlintler“, sagt Leeske selbst. Schon als Schüler sei er sehr an der Lokalpolitik interessiert gewesen.

Gegen den Trend

Dass es ihn inzwischen wieder in seine alte Heimat gezogen hat, habe persönliche Gründe, erklärt Leeske. „Es ist ein bisschen gegen den Trend“, räumt er ein. Doch der Wechsel von der Metropole zurück zum Ort seiner Kindheit und Jugend habe ihm gut getan. Ein besonderes Thema, mit dem er sich in Zukunft beschäftigen möchte, ist der Bahnhalt Kirchlinteln. „Das ist ein sehr wichtiger Punkt für die Gemeinde“, sagt er. Auch das Wachstum des Ortes sei von großer Bedeutung. Er hoffe, dass im Dialog zwischen Verwaltung und Bürgern konsensorientiert neue Baugebiete ausgeschrieben werden können.

An Kirchlinteln schätzt Leeske vor allem die Vielseitigkeit. „Es ist kein Dorf wie jedes andere“, findet er. Es gebe viele Vereine, die für verschiedenste Interessen das Richtige bereithalten. Bis zum 31. Oktober 2021 hat er sein Amt vorerst inne.

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