Neues Pfarrhaus

Übergabe mit Verspätung

Bereits seit einem knappen Jahr wohnt das Pastoren-Ehepaar im neuen Pfarrhaus der Gemeinde. Die offizielle Übergabe des Gebäudes ließ allerdings Pandemie-bedingt bis jetzt auf sich warten.
12.08.2021, 15:53
Lesedauer: 2 Min
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Übergabe mit Verspätung
Von Marie Lührs

Im neuen Pfarrhaus der St.-Petri-Gemeinde haben sich Merle und Dennis Oswich gut eingelebt. Bereits vor einem knappen Jahr war das Pastoren-Ehepaar in den Neubau an der Schulstraße 12 eingezogen. Doch auf die offizielle Übergabe des Gebäudes und einen Segensspruch mussten sie Corona-bedingt verzichten. Nun wurde der Termin bei strahlendem Sonnenschein und mit gebührendem Abstand zwischen den Beteiligten nachgeholt. 

"Im September 2019 stand auf einmal ein Bagger hier", erinnert sich Reinhard Richter, der das Projekt seitens des Kirchenvorstands begleitet hat, an den Anfang der Bauarbeiten. "Da konnte sich noch keiner vorstellen, dass es so schön wird." Das Vorhaben habe zwar viel Arbeit bereitet, doch "es hat teilweise auch richtig Spaß gemacht", räumt Richter ein. Das sei unter anderem der guten Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zu verdanken. Bis Weihnachten habe Richter an den Abrechnungen gesessen, erinnert sich Merle Oswich, die die Gelegenheit nutzte, um dem Kirchenvorstand für sein Engagement zu danken. "Es ist eine riesige Aufgabe gewesen."

Mehrwert für Gebäudebestand

"Es ist toll, wenn sich so ein Gebäude über die Jahre entwickelt", bilanziert Cord Ohlmeyer, der das Immobilien- und Gebäudemanagement des Kirchenamtes leitet, bei der nachgeholten Übergabe. Ein Neubau wie dieser sei ein Mehrwert für den Gebäudebestand des Kirchenkreises. Das Eigentum der Kirchengemeinden in einem attraktiven Zustand zu erhalten, sei eine herausfordernde Aufgabe. "Das ist hier wirklich gut gelungen", ist Ohlmeyer überzeugt. 

Für den Architekten Rolf Gerlach ist es sein täglich Brot, ein Haus zu entwerfen. Und doch war die Arbeit am Pfarrhaus eine besondere, erzählt er. Denn für den Bau von neuen Pfarrhäusern gibt es ein vorgegebenes Raumprogramm. Neben dem privaten Wohnbereich für das Pastoren-Ehepaar beherbergt das Haus auch ein Amtszimmer, das den Oswichs als Büro und der Gemeinde als Archiv dient. Neue Vorschriften sehen außerdem die Trennung von Pfarrhaus und Gemeindebüro beziehungsweise Pfarramt vor. Daher ist die Gemeindesekretärin Bärbel Heller vom alten Pfarrhaus in das benachbarte Gemeindehaus in Fachwerkbauweise umgezogen.

Ihr ehemaliges Heim haben Merle Oswich und ihr Mann auch weiterhin im Blick. Es wurde verkauft und umgebaut. Unter anderem bietet es nun Wohnungen für Auszubildende. Ein kleines Erinnerungsstück haben sie aus dem Gebäude mitgenommen. Eine Metallfigur, die Petrus, den Namensgeber der Gemeinde, zeigt, hängt nun neben der Eingangstür an der neuen Adresse. 

Planungen begannen 2013

Überlegungen darüber, dass ein neues Pfarrhaus her muss, gab es schon seit 2013, bevor das junge Pastoren-Ehepaar in die Gemeinde kam. Das Gebäude aus den 1960er-Jahren entsprach schon länger nicht mehr den energetischen Standards. Statt einer Sanierung kam für die Gemeinde nur ein Neubau infrage. Der Verkaufserlös floss in den rund 170 Quadratmeter großen Neubau. Neben einem Doppel-Carport gibt es vor der Tür einen Besucherparkplatz.

Das nächste große Bauprojekt steht der Gemeinde schon bevor: Die Kircheninsel soll barriereärmer werden. Aktuell haben Besucher, die mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, schlechte Karten. Denn abgesehen von den Treppenaufgängen gibt es derzeit nur die Autoauffahrt, und die ist steil. Diesem Ärgernis möchte die Kirchengemeinde etwas entgegensetzen: Eine Rampe und ein neu gestalteter Kirchplatz sollen nicht nur bewegungseingeschränkte Gemeindemitglieder erfreuen. Die EU-Leader-Region Hohe Heide übernimmt einen Großteil der Kosten. Die Ausschreibungen laufen bereits, sagt Merle Oswich.

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