Protest gegen Bauvorhaben

Ein Drittel der Luttumer spricht sich gegen Bauvorhaben aus

335 Unterschriften haben Mareile Papenheim und ihre Mitstreiter in Luttum gesammelt. Sie alle eint der Ärger über das Bauvorhaben westlich der Bürgermeister-Hogrefe-Straße.
08.09.2021, 16:10
Lesedauer: 2 Min
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Ein Drittel der Luttumer spricht sich gegen Bauvorhaben aus
Von Marie Lührs

In Luttum lässt es sich gut leben, das wissen die Bewohner selbst am besten. Kein Wunder also, dass es immer mehr Menschen in die Ortschaft zieht. Viele Bewohner stehen dem Zuzug positiv gegenüber, wünschen ihren Kindern, auch in Luttum selbst ein Eigenheim bauen und beziehen zu können. Und doch sehen sie das Bauvorhaben westlich der Bürgermeister-Hogrefe-Straße kritisch. Sie fürchten um den dörflichen Charakter Luttums und wollen nicht zu einer Vorstadt von Verden werden. Fast 340 Bewohnerinnen und Bewohner haben sich daher nun gegen das Vorhaben ausgesprochen. Sie alle unterzeichneten, dass sie mit einer Bebauung mit mehr als zwei Vollgeschossen und einer Firsthöhe von über 9,5 Metern nicht einverstanden seien. Der aktuelle Entwurf sieht deutlich höhere Mehrfamilienhäuser vor. Die gesammelten Unterschriften wurden nun an Bürgermeister Wolfgang Rodewald (parteilos) überreicht.

"Wir wohnen hier wirklich gerne – schon seit 30 Jahren", erklärte Mariele Papenheim bei der Übergabe der Papiere auf dem noch unbebauten Grundstück. 335 Unterschriften, das sei eine "ganz bemerkenswerte Zahl", staunte Wolfgang Rodewald. Etwa 30 Prozent der Luttumer hätten sich so offenbar gegen die aktuellen Pläne ausgesprochen. "Niemand hat etwas dagegen, dass hier gebaut wird", betonte Ulrike Mahlmann, die mit ihrem Mann Hermann zur Unterschriftenübergabe gekommen war. Fraglich sei allein, wie gebaut werde.

Firsthöhe von 11,5 Metern

Auf dem freien Gelände, das sich zwischen der Sophien- und der Bürgermeister-Hogrefe-Straße entlang der Landstraße erstreckt, sollen unter anderem sechs Wohnhäuser mit einer Firsthöhe von 11,5 Metern entstehen, gab Mariele Papenheim vor Ort noch einmal Einblick in die aktuellen Pläne. Das sei den Unterzeichnenden deutlich zu hoch. Auf einem Flyer, mit dem sie in der Ortschaft auf Unterschriftenjagd gegangen waren, ist eine Visualisierung des Vorhabens zu sehen. Die geplanten Bauten fügten sich keineswegs harmonisch in das Ort- und Landschaftsbild, monieren die Luttumer. "Wenn sich die Bürger von Luttum jetzt nicht dagegen aussprechen, kann sich dies langfristig auf alle Bauvorhaben auswirken", mahnten sie in ihrem Rundbrief.

Auch der Ortsvorsteher Claus-Hermann Hoops (CDU) ist keineswegs begeistert von den Bauplänen und unterstützt den Protest der Anwohner. Die Entwicklung vor Ort müsse dorfverträglich bleiben, betonte er. 

Astronomische Preise

Der Ärger der Luttumer geht auch über das Bauvorhaben hinaus. Denn statt eines großen Investors für das ganze Areal hätten sie sich eher Bauplätze für einzelne Interessierte gewünscht. Attraktive Bauflächen in der Gemeinde sind begehrt. "Die Preise hier sind astronomisch", stellte Rodewald fest. Die Verwaltung könne allerdings nicht beeinflussen, an wen die Grundstücke verkauft würden. Auf die Bebauung könne die Gemeinde hingegen sehr wohl in einem gewissen Maß Einfluss nehmen. "Wir haben die Bauleitplanung in der Hand", sagte der Bürgermeister. "Die Unterschriften gehen jetzt erstmal in die Bauakte."

"Wir stehen noch ganz am Anfang am Anfang des Verfahrens", ordnete er die Situation für die die besorgten Anwohner ein. "Wir sind jetzt in der ersten öffentlichen Beteiligung und nehmen Anregungen und Hinweise auf." Die Gemeinde werde den Investor über die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner informieren. Auf eine Überarbeitung der Baupläne werde eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung folgen. 

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Vor einigen Wochen hatten sich die Luttumer Bürger bereits mit einer Demonstration auf den Grundstück gegen die Baupläne stark gemacht. Auch im Gemeinderat herrschte Uneinigkeit über die Pläne.

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