Gewerbeschau Kirchlinteln

Sehen und gesehen werden

Hatte die insgesamt zehnte Gewerbeschau der GSG Kirchlinteln am ersten Tag noch mit dem Wetter zu kämpfen, brummte die heimische Konjunktur dagegen am zweiten Messetag.
05.05.2019, 15:19
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Sehen und gesehen werden
Von Jörn Dirk Zweibrock
Sehen und gesehen werden

Obwohl das Wetter zeitweilig an den unbeständigen April erinnerte, blühte am Stand von Gala-Bau Garts schon alles.

Björn Hake

Eine Hälfte Sand in den einen Eimer und eine Hälfte Sand in den anderen Eimer. Kirchlintelns Gleichstellungsbeauftragte Roswitha Reins-Dieckmann hat am Wochenende jede Menge Kreativität walten lassen, um den jüngsten Besuchern der Gewerbeschau in Hohen das Thema Gleichstellung näher zu bringen.

Dafür erfuhren ihre Eltern dann am Stand von Bernd Stelter aus Nedden, dass sich Alarmanlagen made in Tschechien durch eine Top-Qualität auszeichnen. Natürlich sehr zur Freude der Delegation aus Kirchlintelns tschechischer Partnerstadt Letovice. „Unsere Gäste waren ganz begeistert davon, wie bescheiden sich die Aussteller auf der Gewerbeschau präsentiert haben“, verriet Hermann Meyer, Sprecher der ausrichtenden Gemeinschaft der Selbstständigen und Gewerbetreibenden in der Gemeinde Kirchlinteln (GSG).

Tipps vom Experten

In der Tat, in Marktschreier-Manier brachte Bernd Stelter, weder verwandt noch verschwägert mit dem gleichnamigen Karnevalisten, die tschechischen Alarmanlagen jedenfalls nicht an den Mann oder die Frau. Sachlich und ruhig erklärte er den Besuchern, wie sinnvoll es doch sei, die eigenen vier Wände effektiv vor Langfingern zu schützen. Zuerst empfiehlt er die Sicherung der Außenhaut durch spezielle Magnetkontakte an Fenster und Türen, dann den Schutz des Innenraumes durch Bewegungsmelder. „Die neueste Masche der Einbrecher ist es, mit einem Dachdecker-Bulli vorzufahren, die Pfannen wegzuschieben und dann über den Dachstuhl in das Gebäude einzusteigen“, erläuterte der Experte für Sicherheitstechnik.

Zu den Stammgästen der im Turnus von zwei Jahren stattfindenden Leistungsschauen in der Gemeinde Kirchlinteln zählen neben Birgitt und Uwe Konken aus Holtum (Geest) auch Gilda und Klaus Penner aus Kirchlinteln. „Wir haben uns 2017 bei der Schau in Weitzmühlen einen Ofen gekauft. Der funktioniert immer noch einwandfrei“, erzählte das Paar stolz die Geschichte ihres Wärmespenders.

Gewerbeschau Kirchlinteln / Hohenaverbergen

Bilanzbuchhalterin Andrea Ahlers machte die "Offiziellen" wie Wolfgang Rodewald (v.l.), Peter Bohlmann, Wilhelm Hogrefe und Dörte Liebetruth mit ihrem Berufsbild vertraut.

Foto: Björn Hake

„Verkaufen lässt sich eben immer am besten direkt durch Anfassen“, erläuterte Thomas Seemann von der gleichnamigen Firma aus Luttum. Seit Kurzem hat er auch Terrassenmöbel im Sortiment. Voll im Trend seien momentan massive Sitzgelegenheiten aus Fichten-Vollholz. Seemann findet es gut, dass ihm die Gewerbeschauen der GSG, ob nun im Kleinbahnbezirk oder in der Lintelner Geest, stets auf Neue eine Gelegenheit bieten, sich zu präsentieren.

Dass Handwerk nun einmal goldenen Boden hat und gerade der Mittelstand das Rückgrat der heimischen Wirtschaft ist, wussten auch die „Messe-Promis“. Bei ihrem offiziellen Rundgang durch das Ausstellerzelt und die Stände-Stadt auf dem Außengelände konnten sie sich schnell davon überzeugen, über welche Leistungskraft doch die in der Gemeinde Kirchlinteln ansässigen Betriebe verfügen. Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD), Verdens derzeit im Wahlkampf befindlicher Landrat Peter Bohlmannn (SPD), Gemeinderatsvorsitzender Wilhelm Hogrefe (CDU) sowie Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald (parteilos) ließen sich beispielsweise von Andrea Ahlers in die Welt der Bilanzbuchhaltung einführen. Am Stand der VERDENER NACHRICHTEN konnten die Leser aus Kirchlinteln und umzu der Redaktion dagegen die ein oder andere spannende Geschichte zustecken.

Aufklärung am Milchmobil

Dass die Milch nicht etwa aus dem Tetrapack, sondern vielmehr aus dem Euter der Kuh kommt, lernten die Lütten hingegen bei den Kreisverdener Landfrauen am Milchmobil. Daniel Tramm von der Firma Klenke konnte das Herz der Ausstellungsbesucher stellenweise doch noch für den guten alten Benziner erwärmen. Die inzwischen etwas aus der Mode gekommenen Rasenmäher sind nämlich heute mit einem sogenannten E-Starter ausgestattet, der das mühsame „Anreißen“ erspart. „E-Mobilität gibt es eben nicht nur auf der Straße, sondern auch im Garten“, flachste Tramm. Als Hauptpreis bei der Tombola winkte dann aber doch ein Mäh-Roboter.

Selbst Auswärtige konnten die zehnte Gewerbeschau der GSG nicht verfehlen, denn die mit Blumen geschmückten Büchsen wiesen schon von Weitem den Weg zum Festgelände am Dalschweg. Spielte das Wetter am Sonnabend nicht richtig mit, brummte die Konjunktur dafür am zweiten Tag um so mehr.

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