Vortrag im Lintler Krug Auf den Spuren des Glücks

Die Suche nach Glück und Zufriedenheit hat Alexander Tempel den deutschsprachigen Bereich der Alpen bereist. Was er dabei gefunden hat, erzählt er nun im Lintler Krug.
14.08.2022, 15:38
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Auf den Spuren des Glücks
Von Marie Lührs

Auf die Suche nach Zufriedenheit hat sich der Fotograf Alexander Tempel während der Corona-Pandemie begeben und ist in den Alpen fündig geworden. Über beeindruckende Menschen, die er bei seiner mehrmonatigen Reise durch den deutschsprachigen Bereich des Gebirges kennengelernt hat, hat der Wahl-Kirchlintler ein Buch geschrieben. "Glücksumwege - 15 Lebensgeschichten vom Neuanfang(en) in den Bergen" hat er das Werk genannt. Am Mittwoch, 24. August, ist er im Lintler Krug in Kirchlinteln zu Gast, um von seinem Buchprojekt zu berichten. Mit dabei hat der Fotograf nicht nur viele eindrückliche Bilder seiner Reise, sondern auch eine Frau, die in seinem Buch porträtiert ist.

Tempel ist in Verden aufgewachsen. Für das Studium verließ er die Stadt, lebte später fünf Jahre lang in Sydney (Australien) und zehn Jahre lang Hamburg, ehe es ihn wieder ins Ländliche zog. Er sei gerne in der Natur unterwegs, erzählt er am Telefon. Denn beruflich ist er gerade wieder in Südtirol zu Gast, steht mit seinem Camper auf einem Bauernhof. Dort sei es sehr ruhig, aber unten im Tal, da "stapeln sich die Touristen", erzählt er. 

Anfang 2020 sei seine Mutter überraschend verstorben. "Die Zeit hat mich zum Nachdenken gebracht", sagt der Fotograf. Auch die Vergänglichkeit des Lebens sei ihm dabei durch den Kopf gegangen und die Frage, ob er mit seinem Leben eigentlich zufrieden sei, habe ihn beschäftigt.

Mit dem Camper unterwegs

Für das Fotoprojekt hat er sich im Sommer 2020 gemeinsam mit seiner Freundin Ilka im Camper auf den Weg gemacht. Das Ziel: die Alpen. Er sei gerne in den Bergen. "Da fühlt man sich als Mensch ganz klein." Auf die Männer und Frauen, die er in seinem Buch vorgestellt hat, sei er oft durch Zufall gestoßen. "Wir sind einfach herumgereist", erzählt er. Über Gespräche an verschiedenen Orten sei er immer wieder auf interessante Charaktere aufmerksam geworden. Manchmal waren es aber auch Artikel in Lokalzeitungen oder aber Flyer, die ihn auf die richtige Fährte brachten. 

Bei seiner Reise traf er auf Almwirte, Ziegenbauern, Hoteliers, Ranger und Lebenskünstler. Mit allen führte er tiefgehende Gespräche, ehe er sie für einen Tag mit der Kamera in ihrem Leben begleitete. Eine der ersten Bekanntschaften, die er für sein Fotoprojekt gewinnen konnte, war Ulli Kofler. Ein Flyer, der für ihre Knödelkochkurse warb, hatte Templer auf sie aufmerksam gemacht. "Die Frau muss ich kennenlernen", habe er bei dem Blick auf das Werbeblatt gleich gedacht und sie angemailt. Kaum zwei Stunden später hatte er eine Antwort. "Sehr ungewöhnlich für Ulli", weiß er nun, da er sie kennt. Denn gewöhnlich schaue die Wirtin nicht so oft in ihr digitales Postfach. Beide trafen sich zu einem langen Gespräch, ehe Tempel sie in ihrem Alltag begleitete und fotografierte. Auf Kofler, die bei der Lesung in Kirchlinteln dabei sein wird, folgten viele weitere Bekanntschaften. Mit einigen von ihnen sei er inzwischen befreundet, erzählt der Fotograf. Alle Protagonisten eint etwas: Sie haben eine oder mehrere Krisen durchlebt, bewältigt und schließlich das Glück gefunden. 

Über 1000 Bilder pro Termin

1000 bis 1500 Fotos entstünden pro Termin, erzählt er. Entsprechend zeitaufwändig sei später die Auswahl der besten Aufnahmen. Auch wenn die Felsmassive und Landschaften, die er unter anderem fotografiert hat, fast unwirklich wirken, er bearbeite die Bilder nur minimal. "Es soll so aussehen, wie ich es gesehen habe", erklärt er sein Ziel.

Nach vier aufregenden Monaten, in denen sich Tempel und seine Partnerin ohne feste Route treiben ließen, musste das Paar die Reise aufgrund der verschärften Corona-Regeln früher als geplant abbrechen und die Heimfahrt antreten.

Rückblickend habe ihm die Freiheit des Projektes besonders gefallen. "Ich konnte machen, worauf ich Lust hatte", erzählt Tempel. Es gab keinen Auftraggeber, dessen Vorstellungen er erfüllen musste. Sich kreativ verwirklichen zu können, das sei eine große Freiheit, die er sehr genossen haben. Inklusive Reise arbeitete er etwa zwei Jahre an seinem Buch, das vor wenigen Monaten erschienen ist.

Sein Vortrag im Lintler Krug beginnt um 19.30 Uhr. Der Einlass startet bereits eine halbe Stunde früher. Es gibt keinen Vorverkauf. Karten können sich Interessierte für fünf Euro an der Abendkasse sichern. 

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