Domgymnasium

Wimmelbild aus Tausend Schülern

Der Image-Film des Domgymnasiums ist im August dieses Jahres erschienen. Dabei zeigen die Schüler, was den Schulalltag für sie ausmacht.
27.11.2019, 15:28
Lesedauer: 3 Min
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Von Antonia Blome
Wimmelbild aus Tausend Schülern

Dorothea Blume, Michael Spöring und Teodora Wagenknecht (von links) präsentieren stolz den Image-Film des Domgymnasiums.

Björn Hake

Mit unzähligen aufgeregten Schülern einen acht-minütigen Film ohne Schnitt drehen – geht das? Wie gut das geht, hat das Verdener Domgymnasium erst diesen Sommer mit ihrem neuen Image-Film bewiesen. „Über uns – Der Film“ ist Ende August auf der Homepage des Gymnasiums erschienen und zeigt den facettenreichen Alltag der 1331 Schüler auf kreative Weise.

Angefangenen habe alles im Jahr 2017. „Da wurden wir zur Referenzschule für Filmbildung“, erzählt Teodora Wagenknecht, Fachobfrau für Geschichte. Wegen einer Fortbildung ihrer Kollegin Julia Monsees hätten sie das Label vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) verliehen bekommen. „Eine Voraussetzung für dieses Label war aber, noch ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen, das die gesamte Schule einbindet“, erinnert sich Wagenknecht. Das war der erste Schritt zum neuen Imagefilm des Domgymnasiums.

Im August 2018 setzten sich Wagenknecht und Monsees erstmals zusammen. Von Anfang an habe die Idee eines Lipdubs im Raum gestanden und die Kollegen überzeugt. Dabei bewegen die Darsteller ihre Lippen passend zu einem im Hintergrund eingespielten Musikstück. Die Frage danach, was überhaupt im Film gezeigt werden solle, überließ das Kollegium jedoch allein den Schülern. „Wir verteilten eine Umfrage mit der Frage: Was verbindet ihr mit dem Domgymnasium und was wollt ihr präsentieren?“ Ausgewertet worden sei die Umfrage vom FSJler Dorino Förster. „Aus den Antworten ging schließlich eine Themenliste hervor“, erzählt Schulleiterin Dorothea Blume. „Die Schüler taten sich dann in Gruppen zusammen und wählten das Thema aus, das sie bearbeiten und kreativ darstellen wollten.“

Nach den umfangreichen Vorbereitungen ging es in diesem Jahr schließlich an die praktische Arbeit. „Unser Film ist während der Unesco-Projekttage am 14. und 15. Juni entstanden“, erinnert sich Blume. Unterstützt wurde das Kollegium dabei vom professionellen Kameramannn Martin Bargiel. Das aufwendige, mehrseitige Storyboard stammt von Julia Monsees. Ohne Schnitt begibt sich die Kamera in Form einer Plansequenz auf einen Rundgang durch das Schulgebäude. Der Film beginnt auf dem Sportplatz, führt durch verschiedene Räume des Gymnasiums und endet schließlich mit einem Blick aus dem Fenster, wo sich alle Schüler versammelt haben. Im Laufe des Films zeigen die Schüler ihre Liebe für verschiedene Fächer, Theater oder den Chor. Aber auch andere Themen, die den Gymnasiasten besonders am Herzen liegen, finden ihren Weg in den Image-Film: Anhand von Plakaten, Masken oder Rollenspielen machen die Schüler auch auf die Themen Toleranz und Umweltbewusstsein aufmerksam.

Trotz der anspruchsvollen Aufgabe seien die Filmarbeiten rund gelaufen. „Wir haben nur drei Versuche gebraucht“, verrät Wagenknecht stolz. Das sei inbesondere den Schülern zu verdanken. Im Laufe des Projektes hätten sie sich „kreativ, diszipliniert und engagiert“ verhalten, sagt die Schulleiterin. Um das Lipdub und damit den Film überhaupt realisieren zu können, mussten sich die Schüler im Vorfeld jedoch der Musik annehmen. „Als musikalische Schule hatten wir natürlich den Anspruch, die Musik selbst einzuspielen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Michael Spöring. Neu eingespielt wurden die Lieder We are the World von Michael Jackson und Day Tripper von den Beatles.

Die Wirkung, die der Film nach innen habe, sei indes viel wichtiger, als der Eindruck, den er nach außen schinden könnte. „Als die Schüler den Film das erste Mal gesehen haben, waren sie so still und voller Stolz auf ihre Schule“, erzählt Blume. Das sei für alle ein ganz großer Moment gewesen. Durch den Image-Film sei die Identifikation der Schüler mit dem Domgymnasium und nicht zuletzt der Zusammenhalt noch einmal gestärkt worden. Auch die Eltern seien bei der Elternversammlung berührt und begeistert gewesen. Und selbst Monate später freuen sich alle Beteiligten noch über den Film. „Der Film ist wie ein Wimmelbild, man sieht immer etwas Neues“, freut sich Blume. Ein ähnliches Projekt würden die Beteiligten sofort wieder in Angriff nehmen. Denn „wenn man so tolle Kollegen und Schüler hat, geht auch, was eigentlich nicht geht.“

Der Imagefilm des Domgymnasiums ist online unter https://www.domgymnasium-verden.de/film.html abrufbar.

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