Barrierefreie Bushaltestellen

Ein siebenjähriges Projekt in Langwedel

Im Flecken Langwedel sollen in den kommenden Jahren alle Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden. Den Anfang machen 2020 zwei bei den Schulen in Daverden und Völkersen.
25.06.2019, 15:17
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Ein siebenjähriges Projekt in Langwedel
Von Marius Merle
Ein siebenjähriges Projekt in Langwedel

Die beiden Haltestellen bei der Stiftung Waldheim sind bisher die einzigen, die im Flecken bereits barrierefrei ausgebaut sind.

Klama

Insgesamt 46 Haltestellen für Busse gibt es im Gebiet des Fleckens Langwedel. Den barrierefreien Ansprüchen genügen davon bisher jedoch nur die beiden Wartebereiche in Cluvenhagen bei der Stiftung Waldheim. Das soll sich ab dem kommenden Jahr ändern. Der zuständige Fachausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, eine Prioritätenliste zu erarbeiten und dann nach und nach die Bushaltestellen auf einen modernen Stand zu bringen – etwa mit gläsernen Wartehallen, sogenannten Buskapsteinen, um die Sturzgefahr beim Einsteigen zu minimieren, Blindenleitstreifen, Fahrradbügeln und ausreichender Beleuchtung.

Die Verwaltung hatte bereits vor einiger Zeit das Planungsbüro IDN aus Oyten damit beauftragt, eine Bestandsaufnahme der Bushaltestellen in der Gemeinde vorzunehmen. Dabei sollten der Finanzierungsbedarf und die notwendigen Arbeiten für den Umbau beziehungsweise die Erneuerung der jeweiligen Haltestelle ermittelt werden. Einen Teil der Ergebnisse hat eine Vertreterin in der Ausschusssitzung kürzlich vorgestellt. So wurden die Haltepunkte mit einer besonders hohen Priorität genannt. Dies sind: Förth, Carl-Friedrich-Straße, Schule Daverden, Daverden Ort, Cluvenhagen, Bremer Straße, Völkersen Mühle, Völkersen Schule, Völkersen Prüser, Giersberg und Waldstraße.

Grunderwerb wird nötig sein

Kriterien für die Einteilung waren laut IDN die Fahrgastzahlen und der notwendige Aufwand für die Umsetzbarkeit. An zwei der genannten Haltestellen sollen die Arbeiten schon im kommenden Jahr stattfinden: bei der Grundschule in Völkersen in Fahrtrichtung Fischerhude und in Daverden an der Oberschule in Fahrtrichtung Verden. „Da können wir direkt handeln“, erklärte Bürgermeister Andreas Brandt, dass diese Grundstücke im Besitz der Gemeinde sind. Das ist bei Weitem nicht bei allen Haltestellenprojekten der Fall, für manchen Ausbau wird Grunderwerb unerlässlich sein, wenn eine Verlegung umgangen werden soll. „Das wird nicht einfach“, vermutete Brandt.

Und der Grunderwerb ist auch nicht förderfähig. Vom Planungsbüro wurde vorgerechnet, dass zum Beispiel die Modernisierung der Haltestelle an der Oberschule in Daverden rund 40 000 Euro kosten wird. Jedoch muss der Flecken nur einen Teil dieser Kosten tragen. Durch ein ÖPNV-Förderprogramm des Landes Niedersachsen werden 75 Prozent gedeckt, weitere Zuschüsse durch den ZVBN sind möglich. Für maximal acht Einzelhaltestellen kann eine Kommune jährlich einen Förderantrag an die Landesnahverkehrsgesellschaft stellen. Für jene in Völkersen und Daverden wurde dies getan. Dass für 2020 nur zwei von möglichen acht Anträgen eingereicht wurden, hat den einfachen Grund, dass die Frist dafür Ende Mai ausgelaufen ist und zuvor laut Bauamtsleiter Bernhard Goldmann schlichtweg nicht die Zeit gewesen ist, noch mehr in die Wege zu leiten.

Der Einstieg ist geschafft

Mit der Bewilligung wird im kommenden Frühling gerechnet, bis Jahresende hat der Flecken dann Zeit, die Arbeiten an den Haltestellen fertigzustellen. Mit der Planung, an welchen Buswartepunkten dann 2021 die Barrierefreiheit hergestellt werden soll, soll deutlich frühzeitiger begonnen werden. „Nach den Sommerferien sollten wir festlegen, welche Haltestellen dann umgebaut werden“, kündigte Goldmann an. Bis alle 46 Stück in Langwedel den barrierefreien Ansprüchen genügen, wird es noch einige Jahre dauern. Selbst wenn alles klappt und damit jedes Jahr die maximale Anzahl von acht Haltestellen ausgebaut werden würden, wäre es erst 2026 soweit. Die Politik zeigte sich dennoch zufrieden. „Ich finde es gut, dass wir den Einstieg geschafft haben“, sagte Ausschussvorsitzender Jochen Davids (CDU).

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