Erdgasförderung wohl Ursache

Erdbeben erschüttert Langwedel und Umgebung

Eine spürbare Erderschütterung hat sich in der Nacht zu Montag in Langwedel ereignet - Ursache ist wohl die Erdgasförderung. Zuletzt gab es im Landkreis Verden im Jahr 2019 zwei Erdbeben.
13.09.2021, 14:18
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Erdbeben erschüttert Langwedel und Umgebung
Von Antonia Blome
Erdbeben erschüttert Langwedel und Umgebung

Mit einer Stärke von 2,9 sorgte ein Beben am Montag für Erschütterungen in Langwedel - das Epizentrum befindet sich am südlichen Rand des Erdgasfeldes Völkersen.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Abermals riss ein Erdbeben die Bewohner des Flecken Langwedels und umzu in der Nacht zu Montag aus dem Schlaf: Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) registrierte am Montag um 3.22 Uhr ein Erdbeben mit einer Magnitude von 2,9. Die letzten Erdbeben mit einer Stärke von je 3,2 und 3,0 ereigneten sich in diesem Gebiet im November 2019 in Kirchlinteln.

"Das Epizentrum befindet sich östlich der Ortschaft Langwedel, unweit der Bundesautobahn 27, am südlichen Rand des Erdgasfeldes Völkersen", teilt Pressesprecher Eike Bruns vom LBEG mit. Bis 9 Uhr morgens gingen dem Landesamt rund 40 Meldungen verspürter Erschütterungen zu. Viele Beobachtungen stammen aus Langwedel. "Berichtet wird von klappernden Fenstern und Türen sowie leichten Schäden wie Rissen in Wänden, die aber nicht strukturell sind", heißt es weiter.

Im Gebiet des aktuellen Erdbebens wurden laut dem LBEG bislang insgesamt 22 seismische Ereignisse registriert, von denen acht an der Erdoberfläche als Erschütterung wahrgenommen werden konnten. "Das aktuelle Erdbeben steht sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Erdgasförderung im Erdgasfeld Völkersen", sagt Eike Bruns. Die genaue Ursache werde zurzeit in detaillierten Untersuchungen analysiert.

Das Erdgas- und Erdölunternehmen Wintershall Dea in Langwedel bekennt sich zu dem Erdbeben: "Wintershall Dea bedauert die Unannehmlichkeiten, die dadurch möglicherweise entstanden sind", heißt es in einer Pressemitteilung. Das Ereignis sei insbesondere in der Nähe des Betriebsplatzes Langwedel-Holtebüttel spürbar gewesen. Bei seismischen Ereignissen dieser Größenordnung könnten Schäden wie Putzrisse an Gebäuden auftreten. Anwohner, die an ihren Häusern Schäden feststellen, die sie auf das Beben zurückführen, werden gebeten, sich per E-Mail an fb-gasnord@wintershalldea.com wenden.

"So wie die anderen Langwedeler wurde auch ich heute Nacht wachgerüttelt", sagt Bürgermeister Andreas Brandt zu dem Erdbeben. Die Erschütterung und ein lautes Grollen seien deutlich zu vernehmen gewesen. Mit der Wintershall Dea stehe die Gemeinde im Kontakt. "Wenn wir die Situation auf kommunaler Ebene ändern könnten, würden wir es machen", sagt das Gemeindeoberhaupt in Bezug auf die Erdgasförderung. Eine Meldung über Risse im Putz sei im Rathaus bereits eingegangen. Allen Hauseigentümern rät der Bürgermeister, sich ihr Objekt jetzt genau anzusehen. "Wir hoffen, dass mögliche Schäden umfassend, ausreichend und unbürokratisch reguliert werden", betont Brandt.

Anwohner, die das Erdbeben wahrgenommen haben, können ihre Beobachtungen im Internet unter nibis.lbeg.de/makroseismik in einem Fragebogen melden. Die dort gemachten Angaben werden laut dem LBEG für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+