Schulneubau in Langwedel

Erhebliche Mehrkosten

Der Schulneubau in Langwedel wird durch fehlerhafte Arbeiten und Verzögerungen fast 1,5 Millionen Euro teurer als zuletzt kommuniziert. Daher muss die Gemeinde nun einen Nachtragshaushalt aufstellen.
02.08.2019, 15:58
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Erhebliche Mehrkosten
Von Marius Merle
Erhebliche Mehrkosten

Wenn es nun nach Plan verläuft, könnte die Schule in Langwedel Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Björn Hake

Es hatte sich schon lange angedeutet, nun gibt es die Zahlen auch in Form einer Beratungsvorlage aus dem Rathaus schwarz auf weiß: Der Neubau der Oberschule in Langwedel wird noch einmal deutlich teurer als geplant. Die neuen veranschlagten Gesamtkosten für die Baumaßnahme und die Erstausstattung belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf nunmehr rund 17,8 Millionen Euro – das sind fast 1,5 Millionen Euro mehr, als zuletzt kommuniziert worden waren. Aufgrund der erheblichen Mehrkosten muss der Flecken Langwedel für dieses Jahr einen Nachtragshaushalt aufstellen. Da bereits ein Teilbetrag der zusätzlichen Kosten in Höhe von fast 600 000 Euro im Haushalt enthalten ist, bleiben noch etwa 840 000 Euro, die über den Nachtragshaushalt bereitzustellen sind. Mit dieser Thematik wird sich die Politik noch in diesem Monat befassen.

Wie berichtet, verzögert sich die Fertigstellung der Schule schon seit einiger Zeit. Denn eigentlich sollte das neue Gebäude, das direkt neben den alten Schultürmen entsteht, längst bezogen sein. Doch insbesondere das Problem mit dem Estrich sorgte für eine große Verzögerung. Nicht zu beseitigende Restfeuchtigkeit im Boden sorgte dafür, dass der Fußboden nicht verlegt werden konnte. Um die fehlerhaften Arbeiten zu dokumentieren, folgte ein Beweissicherungsverfahren.

Zusätzliche Arbeiten notwendig

Folgende zusätzliche Arbeiten sind dann laut Verwaltung notwendig gewesen oder noch notwendig: „Im Erdgeschoss wurden der Estrich einschließlich der Ausgleichsschüttung, des Styropors, der Trittschalldämmung, der Folie und der Fliesen zurückgebaut, die Abdichtungsfolie auf der Sohle und die Trockenbauwände bis 60 Zentimeter zunächst entfernt und anschließend erneuert. Der Estrich einschließlich der Ausgleichsschüttung, des Styropors, der Trittschalldämmung und der Abdeckfolie wurde fast komplett wieder eingebaut. Die im Estrich liegenden Strom und Wasserleitungen und sonstigen Leitungen wurden überprüft und bei Bedarf erneuert. Anschließend erfolgen Malerarbeiten an den erneuerten Trockenbauwänden. Die Fliesen in den Treppenhäusern, den Sanitärräumen und der Zubereitungsküche (Boden und zum Teil an der Wand) müssen neu verlegt werden.“

Diese Arbeiten sowie auch die Ansprüche der anderen Unternehmen durch die Verzögerungen führen zu den kalkulierten Mehrkosten. Ob diese komplett vom Flecken Langwedel zu tragen sind, wird erst die Zukunft zeigen. Denn die Gemeinde hat aufgrund der fehlerhaft durchgeführten Estrich-Arbeiten Gutachter und Rechtsanwälte eingeschaltet, um gegen das Unternehmen, das damit beauftragt war, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. „Freiwillig wird die Firma das jedoch nicht machen und so wird darüber irgendwann ein Gericht entscheiden“, erklärt Rolf Korb, Verantwortlicher für das Schulneuprojekt im Rathaus, auf Nachfrage. Bis es soweit ist, könne es aber noch einige Zeit dauern.

Rat entscheidet am 10. September

Solange kann die Gemeinde aber nicht abwarten, denn schließlich macht jede weitere Verzögerung den Bau nur noch teurer. Daher soll die Fertigstellung nun vorangetrieben werden – wofür die Politik jedoch das zusätzliche Geld bereitstellen muss. Gibt der Rat dafür am 10. September grünes Licht, so geht die Verwaltung nach derzeitiger Planung davon aus, dass das Gebäude bis November oder Dezember dieses Jahres fertiggestellt sein wird. So könnte in den Weihnachtsferien mit dem lang ersehnten Schulumzug begonnen werden.

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