TSV Etelsen

TSV Etelsen besiegt SC Borgfeld

Den Fußballern des TSV Etelsen ist eine gelungene Rückkehr auf den heimischen Rasen geglückt. Nach 233 Tagen ohne Auftritt am Schlosspark gewann die Elf von Trainer Nils Goerdel mit 2:1 gegen den SC Borgfeld.
29.07.2020, 14:41
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Von Nico Brunetti
TSV Etelsen besiegt SC Borgfeld

Alex-Christian Ruf (blaues Trikot) setzte sich am Dienstag mit dem TSV Etelsen gegen den SC Borgfeld durch.

FOCKE STRANGMANN

Es gibt Dinge, auf die ist immer Verlass. Dazu zählt auch, dass bei Heimspielen der ersten Fußballmannschaft des TSV Etelsen immer etwas los ist. Normalerweise gilt das für Punkt- oder besondere Pokalspiele. Durch die lange Corona-Pause begeistern sich viele Etelser nun aber auch für Testspiele des TSV. So kamen am Dienstag circa 130 Zuschauer an den Schlosspark, um das Duell zwischen dem Landesliga-Aufsteiger TSV Etelsen und Bremen-Ligist SC Borgfeld zu sehen.

Selbstredend fand die Begegnung aber unter etwas anderen Rahmenbedingungen statt, als es noch vor 233 Tagen beim letzten Heimspiel der Etelser (11:0 gegen den FC Hansa Schwanewede) am 8. Dezember des vergangenen Jahres der Fall war. Diesmal hatten die Zuschauer nämlich einiges beachten: Sie mussten einen Stuhl mitbringen, am Eingang ihre Hände desinfizieren sowie Name, Adresse und Telefonnummer auf einem Blatt Papier eintragen. Beim Besuch auf der Sportanlage waren zudem die Abstandsregeln einzuhalten. Gestört hat sich niemand daran, meinte TSV-Platzwart Florian Krull. „Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es so gut und so ruhig läuft. Es gab kein Meckern, kein Knurren, keiner hat sich einen Zacken aus der Krone gebrochen.“ Dem 33-Jährigen macht dies Hoffnung, das Vertrauen der Politiker zu erfüllen. „Das war ein super Start“, bilanzierte er. Für die Amateurvereine sei die Umsetzung des Hygienekonzepts aus seiner Sicht auch grundsätzlich möglich. „Es ist definitiv mehr Arbeit, aber ein machbarer Aufwand.“

Das Bild, das Krull zeichnete, entsprach der Realität. Die Besucher verhielten sich sehr diszipliniert und um endlich wieder live Fußballspiele vor Ort zu erleben, machen sie nach eigenen Aussagen vieles mit. „Das freut einen, dass man wieder Fußball gucken kann und man hat heute gesehen: Fußball und Sport in so einem Bereich kann funktionieren“, sagte Frans van Veen aus Etelsen. So sei die Wiederaufnahme eine „Wohltat“, wie ein anderer Zuschauer beschrieb. „Alle sehnen sich nach Normalität, die Atmosphäre auf dem Rasen und die Gespräche untereinander habe ich vermisst“, erläuterte 51 Jahre alte Ralf Schröder. Bei all den Unterhaltungen kristallisierte sich heraus: Diese wiedergewonnene Möglichkeit will keiner der Besucher mit unvernünftigem Verhalten aufs Spiel setzen.

Dafür wirbt auch Bastian Reiners, Fußballer des TSV Etelsen. „Es ist echt schön, dass so viele Zuschauer gekommen sind: Das spricht für Etelsen und ist für uns Spieler geil. Aber alle sollten vorsichtig sein und wie ich das gesehen habe, hat der Verein das mit dem Hygienekonzept ganz gut gemacht.“ Er persönlich war es übrigens, der das erste Tor auf dem Etelser Sportplatz im Jahr 2020 erzielte. In der 16. Minute drückte er einen abgefälschten Schuss von Teamkollege Alex-Christian Ruf über die Linie. Gleichzeitig war er damit für den Halbzeitstand verantwortlich. Trotz einiger guter Chancen, insbesondere in Person von Rene Hinrichs (15./22.), blieb es beim 1:0 bis zur Pause. In der zweiten Hälfte dauerte es dagegen nicht lange, bis die Schlossparkkicker den zweiten Treffer nachlegten. Pascal Kubiak, der Rückkehrer vom MTV Eintracht Celle, überwand Borgfelds Keeper Fridjof Gregor Kuss (48.). Dennoch mussten die Platzherren bis zum Schluss um den Sieg zittern – unnötigerweise, da der eingewechselte Timo Schöning per Elfmeter eigentlich auf 3:0 hätte erhöhen müssen. Der Angreifer traf den Ball aber falsch, sodass Schöning deutlich über das Tor schoss (70.). Die TSV-Fußballer gingen trotzdem mit einem Sieg vom Platz. Mehr als der schöne Weitschusstreffer von Erik-Ove Henningsson zum 1:2-Endstand (72.) sollte den Gästen nicht mehr gelingen.

Es war nun schon der zweite Erfolg im zweiten Testspiel. Am Sonnabend gab es schon einen 7:1-Sieg beim Bremen-Ligisten SV Hemelingen. „Das war fast wie aus einem Guss“, lobte TSV-Coach Nils Goerdel. Ganz an das Niveau kamen die Etelser am Dienstag nicht ran, so leisteten sie sich einige Unkonzentriertheiten und einfache Fehler, wie Goerdel und Reiners festhielten. Mehr Gedanken machten sie sich aber um zwei Fußballer. Stephan van Freeden verließ zwischen dem Schöning-Elfmeter und Henningsson-Tor wegen einer Wadenverletzung den Platz. Schon am Sonnabend verlor der TSV für lange Zeit einen Spieler. Christian Heusmann zog sich einen Kreuzbandriss zu. „Für uns alle ist das ein Mega-Schock gewesen. In der Mannschaft stimmt es komplett, wir sind alle Kumpels“, bedauerte Reiners.

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