Sandförderung in Völkersen

Ausbau des Abbaus

Um etwa sechs Hektar soll das Sandabbaugebiet nordöstlich von Völkersen anwachsen. Das beantragt zumindest das Unternehmen, das dort bereits seit mehr als zehn Jahren Sand fördert. Nun ist die Politik gefragt.
18.09.2020, 15:46
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Ausbau des Abbaus
Von Marius Merle

Bereits seit mehr als zehn Jahren wird nordöstlich von Völkersen zwischen den Straßen Spange und Düvelshagen Sand abgebaut. Nun möchte die Firma Specht aus Rotenburg die von ihr betriebene Bodenabbaustätte gerne erweitern. In westliche Richtung sollen etwas mehr als sechs Hektar hinzukommen, womit sich die Gesamtabbaufläche auf rund 15,5 Hektar vergrößern würde. Die Politik im Flecken Langwedel ist nun gefragt, über diesen Antrag zu befinden. Erstmals steht das Thema im Ortsrat Völkersen am kommenden Mittwoch, 23. September, auf der Agenda. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 18.30 Uhr in der Gaststätte Grashoff's.

Aktuell ist die Firma noch mit dem Abbau auf der bereits genehmigten Fläche beschäftigt. In zwei bis drei Jahren soll dieser nach eigenen Angaben abgeschlossen sein, sodass sich dann der Erweiterungsfläche gewidmet werden könnte. „Wesentliche Änderungen der Abbauweise gegenüber dem bisherigen Abbau ergeben sich durch die Erweiterung nicht“, heißt es vom Flecken Langwedel. Auf Grundlage der durchgeführten Bohrungen werde mit einem Gesamtabbauvolumen von etwa 380 000 Kubikmetern gerechnet. Bei einem geschätzten jährlichen Abbauvolumen von rund 80 000 Tonnen pro Jahr wird die Erweiterungsfläche rund sechs bis sieben Jahre im Abbaubetrieb sein. Die Zuwegung zum Abbaugebiet erfolgt den Planungen zufolge weiter über die Gemeindestraße Düvelshagen. Der Abtransport des Sandes ist über die Rotenburger Straße (K 31) weiter zur Bundesstraße 215 vorgesehen.

Die Langwedeler Verwaltung gibt der Politik die Empfehlung, dem Antrag der Firma Specht zuzustimmen. Aufgrund der genannten Zeiträume schlägt sie zudem vor, die Genehmigung für die Erweiterung zeitlich auf zehn Jahre zu befristen. „Kritische Stimmen aus der Bevölkerung gibt es eigentlich nicht. Die Firma ist sehr rücksichtsvoll mit den Anwohnern“, erzählt Bürgermeister Andreas Brandt. Nur der Person, der fünf Hektar Waldfläche in unmittelbarer Nachbarschaft gehören, sind die Erweiterungspläne für den Sandabbau ein Dorn im Auge. Diese befürchtet, dass dadurch der Grundwasserspiegel weiter sinke und die Bäume in seinem Wald absterben.

Diese Befürchtung hat die Langwedeler Verwaltung aufgenommen und sieht die in den Antragsunterlagen genannten Abstände der Abbaukanten von zehn Metern zum Waldrand daher auch kritisch. „Verwaltungsseitig besteht die Auffassung, dass dieser Abstand zu gering ist und die Baumbestände durch den Sandabbau beeinträchtigt werden könnten und sie den dort lebenden Vogelarten zukünftig nicht mehr als Lebensraum und für Brutstätten zur Verfügung stehen“, heißt es. Daher wird aus dem Rathaus vorgeschlagen, dass der Abstand bei einer Genehmigung von zehn auf 20 Meter erhöht werden sollte.

Ein anderes geplantes Sandabbau-Projekt in Völkersen ist derweil nach rund zehn Jahren Diskussion zu den Akten gelegt worden. 2010 war ein Antrag gestellt worden, im Bereich zwischen Völkersen und Schülingen am Waldrand auf einer Fläche von rund 7,6 Hektar ein Sandabbaugebiet zu errichten. Dagegen richtete sich nicht nur Widerstand, es gab für den Antragsteller auch eine Reihe Hindernisse, etwa was die Erschließung angeht. So zog sich das Verfahren in der Folge über viele Jahre. Gegen den durch den Landkreis Verden abgelehnten Antrag hatte der Antragsteller Widerspruch eingelegt, diesen aber nicht ausreichend begründet. Inzwischen ist das Verfahren endgültig beendet und es wird in diesem Bereich sicher keinen Sandabbau geben, wie Bürgermeister Brandt auf Nachfrage erklärt.

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