Tag der offenen Tür

Feuerwehr zum Anfassen

Die Brandschützer der Freiwilligen Feuerwehr Langwedel haben ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert. Zahlreiche Besucher erlebten am Sonntag eine Feuerwehr zum Anfassen.
18.08.2019, 16:27
Lesedauer: 3 Min
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Feuerwehr zum Anfassen
Von Jürgen Juschkat
Feuerwehr zum Anfassen

Auch Simon nutzte den Tag, um die Arbeit der Feuerwehrleute beim Dosenspritzen auf spielerische Weise näher kennenzulernen.

Björn Hake

Mit einem „Tag der offenen Tür“ anlässlich des 125-jährigen Jubiläums hat die Freiwillige Feuerwehr Langwedel am Sonntag einen Einblick in ihren Feuerwehralltag gegeben. Die Brandschützer klärten zusammen mit anderen Fachleuten auf, stellten Fahrzeuge und Ausrüstung vor und luden zum Mitmachen für Groß und Klein ein. Im Häuslingshaus präsentierte zudem der Kulturverein seine Sichtweise aufs Feuerwehrwesen im heimischen Ort.

Die Feuerwehren benötigen oftmals Wasser, um einen Brand zu löschen. Am Sonntag hätten sie beim Tag der offenen Tür aber gern darauf verzichtet, denn lange Zeit regnete es mehr oder weniger kräftig. Ein kleines Mädchen, mit Gummihose und -stiefeln ausgestattet, hatte viel Spaß bei einer großen Pfütze. Das schlechte Wetter hielt sicher viele vom Kommen ab, diejenigen, die trotzdem kamen, erlebten ein interessantes und buntes Programm beim Feuerwehrhaus und in dessen Nachbarschaft. „Wir ziehen das Programm knallhart durch“, verkündete Pressesprecher Christof Dathe zu Beginn und hoffte auf besseres Wetter ab der Mittagszeit. Und es wurde schließlich besser.

Platz nehmen im Einsatzfahrzeug

Die Langwedeler Ortswehr, die über 46 aktive Mitglieder und dabei fünf Frauen sowie die Jugend- und Kinderfeuerwehr verfügt, hatte ihre vier Einsatzfahrzeuge in der Bahnhofstraße aufgereiht – das Hilfeleistungs-Löschfahrzeug mit einem 1600-Liter-Tank, das 2400 Liter fassende Tanklöschfahrzeug, den Gerätewagen Nachschub sowie den Einsatz-Leitwagen. Mit viel Interesse erkundeten Gäste jeden Alters die roten Autos und ließen sich Dies und Das erklären. „Mir gefällt das Funkgerät am besten“, verriet der vierjährige Theo, der hinter dem großen Lenkrad saß. Seine ältere Schwester versuchte währenddessen vergeblich, eine weitere Tür zu öffnen.

Tag der offenen Tür der Feuerwehr Langwedel anlässlich des 125-jährigen Bestehens

Diese Brandschützer demonstrierten die Rettung eines Menschenlebens aus einem zerstörten Fahrzeug.

Foto: Björn Hake

Imposant waren derweil die vom Holtebütteler Meiko Lindhorst und den Langwedeler Brandschützern vorgeführten Brand-Beispiele. Zwei Feuerwehrmänner mit schwerem Atemschutz und persönlicher Schutzausrüstung fingen mit einem Wasserkegel eine Gasflamme ein und erstickten diese. „Das Strahlrohr wirkt wie eine Gartenbrause und ist stufenlos einstellbar“, erklärte Moderator Christof Dathe. Es wurde außerdem mit lautem Knall eine Spraydose zum Explodieren gebracht, aber auch das Zusammenspiel von Fett und Wasser demonstriert. Es war zwar beeindruckend, diente aber gleichfalls als warnendes Beispiel.

Ein fünf Meter hohes Gerüst gehörte zu den Utensilien einer Gruppe, die die Absturzsicherung vornahm. Es standen auch das Zerschneiden eines Personenwagens und eine Feuerwehr-Modenschau auf dem Programm. Groß und Klein hatten die Möglichkeit, aus Kanthölzern und Brettern sowie Resten ausgedienter Schläuche einen schwedischen Gartenstuhl zu bauen. Den gab es komplett oder als Bausatz zu kaufen. Kinder konnten sich bei Kimberly Magerkurth schminken lassen, woanders durften die Kleinen mit Handdruckspritzen aufgemalte Flammen oder Dosen in einem Holz-Giebel per Wasserstrahl umwerfen.

Historie im und am Häuslingshaus

Nostalgisch ging es derweil beim Häuslingshaus zu, wo die einzelnen Ortswehren ihre längst ausrangierten und liebevoll gepflegten Fahrzeuge und Gerätschaften präsentieren. So zeigten die Dauelser stolz ihre Handdruckspritze für Pferdezug aus dem Jahr 1937, die aus einem zweizylindrigen Pumpwerk besteht. Die Kameraden aus Thedinghausen hatten ihr Löschfahrzeug 8, einen 1955 erbauten Opel-Blitz, mitgebracht. Die Etelser Wehr stellte ihr „Firebird“-Boot aus.

Tag der offenen Tür der Feuerwehr Langwedel anlässlich des 125-jährigen Bestehens

Gemeindebrandmeister Ingo Lossau gab sein Wissen aus dem Feuerwehrwesen an die zahlreichen Besuch der Veranstaltung weiter.

Foto: Björn Hake

Im Häuslingshaus selbst bestaunten die Gäste die akribisch zusammengestellte und vielseits gelobte Ausstellung des Heimatvereins. „Es ist ein Streifzug durch die Geschichte des Brandschutzes und der Feuerbekämpfung in Texten und Bildern“, stand auf einer der vielen Informationstafeln. Da wurde auch über die Langwedeler Brände 1856 und die Weiterentwicklung der Feuerspritzen berichtet. „Etwas Besonderes ist der Ledereimer, aber auch der Einreißhaken“, schwärmte Wolfgang Ernst, der kurz danach auf die alten Strahlrohre mit verschieden großen Kupplungen verwies. Der angebotene Flammkuchen passte indes bestens zum Feuerwehr-Thema. Beim Feuerwehrhaus selbst gab es zum Kaffee Kuchen und Torte sowie flotte Musik durch die FMC-Showband Verden.

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