Feuerwehrbedarfsplan Langwedel

Geduld bei der Umsetzung ist gefragt

Der Fachausschuss hat als erstes Gremium für den Langwedeler Feuerwehrbedarfsplan gestimmt. In der Sitzung wurde der Plan auch erörtert und es wurde deutlich, dass die Umsetzung lange Zeit dauern wird.
01.07.2020, 15:03
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Geduld bei der Umsetzung ist gefragt
Von Marius Merle
Geduld bei der Umsetzung ist gefragt

Die Feuerwehrleute im Flecken Langwedel werden in ihren Wehren auf lange Sicht mit neuen Kameraden zusammenarbeiten – denn statt sechs soll es dann nur noch drei Ortsfeuerwehren geben.

Björn Hake

Große Einigkeit herrschte bei der Sitzung des Feuerschutzausschusses Langwedel am Dienstagabend zwischen Vertretern der Verwaltung und Politik, dem Gutachter sowie den Feuerwehrleuten im Bezug auf eine zukunftsfähige Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren im Flecken: „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, betonte etwa Gemeindebrandmeister Meiko Lindhorst. Aus diesem Grund war schon vor drei Jahren die Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplanes in Auftrag gegeben worden, um zu ermitteln, wie die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr im Flecken gesichert werden kann. Der Ausschuss sprach sich am Ende einstimmig für die Umsetzung des Plans aus.

Doch zunächst stellte Steffen Lutter von der beauftragten Firma Orgakom Analyse + Beratung GmbH den Bedarfsplan in den Grundzügen vor. Wie berichtet, lautet das Kernziel, die aktuell sechs Feuerwehrstandorte auf nur noch drei zu halbieren, um in der Zukunft eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen. So sollen eine Schwerpunktfeuerwehr Daverden-Langwedel sowie zwei Stützpunktfeuerwehren Cluvenhagen-Etelsen und Holtebüttel-Völkersen errichtet werden – inklusive drei komplett neuer, moderner Feuerwehrhäuser. Der große Vorteil dadurch: größere Personalstärken der einzelnen Feuerwehren, um die geforderten Schutzziele bei Einsätzen zu erreichen.

Die spannende Frage lautet für dieses Großprojekt: Wie lange wird die Umsetzung dauern? Eine Antwort konnte Lutter darauf nicht geben, merkte aber an, dass es „eine gewisse Zeit“ dauern werde. Für die Planung und den Bau eines Feuerwehrneubaus nannte er mit „etwa fünf Jahren“ eine Zahl. Da er dazu rät, einen Standort nach dem anderen zu errichten, werden somit bis zur Reduzierung von sechs auf drei Feuerwehren aber in jedem Fall deutlich mehr als zehn Jahre vergehen.

„In dieser Interimszeit muss der Brandschutz weiter sichergestellt werden“, betonte Lutter. Und so wurden zuletzt bereits einige in dem Bedarfsplan aufgeführte Mängel in und an den Feuerwehrhäusern behoben, andere werden folgen. Große Sorgen bereitet Lutter zudem die Fahrzeugsituation der Feuerwehren im Flecken Langwedel. Die Fahrzeuge sind im Schnitt mehr als 16 Jahre alt, akzeptabel wäre eine Durchschnittsalter von zehn Jahren. Daher sprach der Gutachter von einem „erheblichen Investitionsstau“. Also auch losgelöst von der Schaffung drei neuer Standorte wird die Gemeinde für den Brandschutz in nächster Zeit einiges an Geld in die Hand nehmen müssen, etwa alleine rund 850 000 Euro für die nötige Erweiterung des Feuerwehrhauses Cluvenhagen.

Die politische Diskussion über den Feuerwehrbedarfsplan in der Sitzung beschränkte sich im wesentlichen darauf, dass Holger Thöle (WGL) weiterhin vorliegende Fehler im Plan monierte und nicht einsehen wollte, warum sich die Gemeindefeuerwehr künftig auch für die Wasserrettung aufstellen sollte, da dies im Zuständigkeitsbereich des Landkreises liege. Er stellte sogar eine Vertagungsantrag für die Verabschiedung des Bedarfsplanes, bis dieser „vernünftig überarbeitet ist“. Letztlich zog er diesen jedoch zurück und stimmte wie alle anderen Mitglieder des Gremiums für den Plan. Final verabschiedet werden soll er in der Ratssitzung am 14. Juli.

Und wie geht es dann weiter? Klar ist, dass die Schaffung der angestrebten Schwerpunktfeuerwehr Daverden-Langwedel Priorität hat. „Gleich nach den Sommerferien werden wir uns zusammensetzen und mögliche Standorte diskutieren“, kündigte Bürgermeister Andreas Brandt an und wies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass man auf verkaufswillige Grundstückseigentümer angewiesen sei, um den Plan umsetzen zu können. Denn potenzielle Grundstücke für die drei neuen Feuerwehren hat der Flecken nicht.

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