Schutzsuchende aus der Ukraine Flüchtlinge ziehen in die Mehrzweckhalle Cluvenhagen

Die Mehrzweckhalle Cluvenhagen wird als Sammelunterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine in Betrieb genommen. Am Donnerstag werden die ersten 26 Personen erwartet.
07.09.2022, 14:50
Lesedauer: 2 Min
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Flüchtlinge ziehen in die Mehrzweckhalle Cluvenhagen
Von Marius Merle

Rund ein halbes Jahr wird die Mehrzweckhalle Cluvenhagen schon als mögliche Sammelunterkunft für ukrainische Flüchtlinge freigehalten – an diesem Donnerstag sollen nun auch die ersten Menschen dort einziehen. Wie der Landkreis Verden mitgeteilt hat, sind für diesen Tag 26 ukrainische Flüchtlinge zur Aufnahme angekündigt worden. "Wir sind dem Flecken Langwedel dankbar, die Halle nutzen zu können", sagt Landrat Peter Bohlmann. Der Flecken habe bisher zu wenige Personen aus der Ukraine aufgenommen und sei daher auch in der Verpflichtung.

"In den letzten vier Wochen war der Landkreis Verden von der Zuführung weiterer Ukraine-Flüchtlinge befreit, da die Aufnahmequote annähernd erfüllt ist", erklärt Stefanie Kranz, zuständige Abteilungsleiterin für die Unterbringung geflüchteter Menschen im Fachdienst Soziales beim Landkreis Verden, wieso es zuletzt keine Verteilung von Geflüchteten mehr an den Landkreis gegeben hatte. Nun habe das Land seinen Verteilerschlüssel aber wieder geändert und verteile die Schutzsuchenden wieder gleichmäßig auf die Kommunen – unabhängig von den bereits erfüllten Quoten. Die Zuführungen würden dem Landkreis jetzt mit einem Vorlauf von sieben Tagen angekündigt. Der Landkreis Verden rechnet in den nächsten Wochen mit der Festsetzung eines neuen Verteilkontingents und daraus resultierend wieder mit regelmäßig hohen Flüchtlingszuweisungen.

Platz für 96 Personen

In der Cluvenhagener Sporthalle können bis zu 96 Personen untergebracht werden. Die Objektbetreuung übernehmen die Johanniter. Die Sammelunterkunft in Cluvenhagen ist, wie die anderen Sammelunterkünfte im Landkreis auch, mit Koch- und Waschmöglichkeiten ausgestattet und als Selbstversorger-Standort konzipiert. "Die Dynamik im Flüchtlingsgeschehen ist für uns schwer vorhersehbar", sagt Landrat Bohlmann. Nachdem die Flüchtlingsströme von Ukrainern im Mai und Juni bundesweit rückläufig waren, hätten diese seit Juli wieder kontinuierlich zugenommen und seien derzeit auf einem sehr hohen Niveau. Auch die Zahl der Asylbewerber sei wieder gestiegen.

Aktuell sind insgesamt 1570 Personen aus der Ukraine im Landkreis Verden gemeldet. Die Liste der Ausländerbehörde umfasst knapp über 1830 Personen, von denen die restlichen aber nach außerhalb des Landkreises verzogen oder in ihr Heimatland zurückgekehrt sind. Der größte Teil der Flüchtlinge vor Ort ist privat untergekommen. Knapp 350 Personen hat der Landkreis derzeit in Sammelunterkünften oder in Privatquartieren untergebracht. Weitere über 220 Personen sind durch Um- und Wegzüge bereits wieder aus der Unterbringungsstatistik des Landkreises gefallen.

Weitere Unterkünfte in Planung

Mit der Mehrzweckhalle in Cluvenhagen hat der Landkreis jetzt fünf Sammelunterkünfte in Betrieb. Neben dem Containerdorf an der Verdener Kreisverwaltung werden das umgebaute Sabatier-Gebäude in Verden sowie die Tennishalle Ottersberg und das alte Feuerwehrhaus in Bassen als Unterkünfte genutzt. "Wir müssen darauf vorbereitet sein, weitere Personen aufnehmen zu müssen", betont Landrat Bohlmann. Daher werde jetzt auch wieder die Turnhalle der BBS in Verden für die Flüchtlingsunterbringung hergerichtet. Weitere Sammelunterkünfte müssten gegebenenfalls noch folgen.

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