Neue Wohnstätte der Stiftung Waldheim

Für ein selbstständigeres Leben

Mitten in Langwedel entsteht derzeit eine Wohnstätte der Stiftung Waldheim für 28 Menschen mit Beeinträchtigung. Am Freitagmittag konnte die Grundsteinlegung gefeiert werden.
29.03.2019, 15:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Für ein selbstständigeres Leben
Von Marius Merle
Für ein selbstständigeres Leben

Ein freudiger Anlass: Carl-Georg Issing und Jacqueline Seibert von der Stiftung Waldheim setzen die Zeitkapsel in den Grundstein ein.

Björn Hake

Das Fundament ist gegossen, die ersten Wandelemente für die neue Wohnstätte der Stiftung Waldheim in Langwedel stehen auch schon – Zeit also für die Grundsteinlegung. Bei bestem Frühlingswetter ist es am Freitagmittag soweit gewesen. Carl-Georg Issing, Vorstandsmitglied der Waldheim Gruppe, und Jacqueline Seibert von der Bewohnervertretung der Stiftung versenkten unter den Blicken zahlreicher Waldheim-Mitarbeiter und -Bewohner sowie Anwohnern traditionell die Zeitkapsel im Mauerwerk. Wenn alles gut läuft, soll das Gebäude im Frühsommer des kommenden Jahres bezugsfertig sein.

Wer schon vorher einmal einen Eindruck davon gewinnen möchte, wie die Wohnstätte aussehen wird, der kann an der Bahnhofstraße in Thedinghausen vorbeischauen. Denn dort wurde vor rund einem halben Jahr eine quasi identische Einrichtung offiziell eröffnet, in die bereits im Herbst 2017 28 Menschen mit Beeinträchtigung eingezogen waren. Ebenso viele Bewohner soll der – natürlich barrierefreie – Neubau in Langwedel zukünftig beherbergen. Die Wohnplätze verteilen sich auf vier Wohngemeinschaften und zwei Appartements. Jede Wohngruppe verfügt über einen offenen Küchen- und Essbereich mit Übergang zum ebenfalls offenen Wohnbereich für das Zusammenleben in der Gemeinschaft. Die Einzelzimmer sind geplant für 15 und 18 Quadratmeter, jeweils zwei Personen teilen sich ein Bad.

Persönlich einrichten und gestalten

„Die Bewohner können sich ihr Zimmer persönlich einrichten und gestalten. Entsprechend ihrem Hilfebedarf werden sie von unseren Fachkräften durch den Alltag begleitet“, erzählte Issing und wollte betont wissen, dass jeder beeinträchtigte Mensch in einem Wohnraum leben sollte, der ihm entspricht. Durch die neuen Gebäude kann indes die Wohnsituation auf dem Hauptgelände in Cluvenhagen verbessert werden. „Wir schaffen Platz für die anstehenden, umfangreichen Sanierungen der noch aus den 70er Jahren stammenden Häuser ‚Verden‘ und ‚Achim‘“, informierte Issing. Neue Raumzuschnitte sollen dort aus Doppelzimmern zukünftig Einzelzimmer und komfortable Bäder ermöglichen. Etwa 50 Menschen mit Beeinträchtigung werden in Cluvenhagen wohnen bleiben.

Rund 3,2 Millionen Euro teuer

„Die Stiftung Waldheim spielt in ihrem Bereich im Konzert der ganz Großen mit“, wollte Karsten Bödeker vom Landkreis Verden in seinem Grußwort angesichts all dieser Pläne betont haben. Auch Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt sprach in seiner kurzen Rede bei der Grundsteinlegung im Bezug auf die Stiftung von einem „Erfolgsprojekt“. Eines, das im Flecken Langwedel schon längst große Spuren hinterlassen habe. Denn schließlich ist die Stiftung Waldheim der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. Vorstandsmitglied Issing sieht in der neuen Wohnstätte in Langwedel auch einen „Ausdruck für die Zukunftsfähigkeit“ dieser Institution – passenderweise im 50. Jahr nach der Umwandlung in eine Stiftung.

Einen wesentlichen Fokus haben die Verantwortlichen für das moderne Wohnkonzept darauf gelegt, dass die neue soziale Einrichtung im Zentrum entsteht. Das ermöglicht den Bewohnern, ein selbstständigeres und selbstbestimmteres Leben zu führen. Denn die Wege für die Freizeitgestaltung sind kurz. Einkaufs- und Essensmöglichkeiten, Ärzte oder auch der Bahnhof sind fußläufig erreichbar. „Es stärkt das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung“, betonte Issing. Denn das Ziel sei es schließlich, eine Gesellschaft zu haben, an der alle teilnehmen können. Passender hätte der Straßenname für die neue Wohnstätte daher auch nicht sein können: Der rund 3,2 Millionen Euro teure Bau entsteht mitten „Im Ort“.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+