Fußball-Landesliga

Angriff wird beim TSV Etelsen plötzlich zur Problemzone

Der vergangene Sonntag war für den TSV Etelsen kein schöner. Denn Timo Schöning und Bastian Reiners verletzten sich im Test gegen Uphusen schwer. Nun hat am Schlosspark die Suche nach Lösungen begonnen.
17.08.2020, 15:38
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Angriff wird beim TSV Etelsen plötzlich zur Problemzone
Von Florian Cordes
Angriff wird beim TSV Etelsen plötzlich zur Problemzone

Die Stimmung war bei Nils Goerdel am Sonntagnachmittag auf dem Tiefpunkt angekommen. Und das lag nicht an der Leistung seiner Elf im Test gegen Uphusen.

Björn Hake

Timo Schöning und Bastian Reiners sind für den TSV Etelsen nicht irgendwelche Spieler. Sie sind für den Fußball-Landesligisten elementar wichtig – sowohl als Torjäger als auch als Führungsspieler. Dies trifft besonders auf Reiners zu. Doch seit Sonntag hat sich am Schlosspark ein riesiges Problem aufgetan. Schöning und Reiners haben sich im Testspiel gegen den TB Uphusen schwer verletzt (wir berichteten). Schöning verletzte sich an der Schulter, Reiners knickte um. Auch einen Tag nach der folgenschweren Partie, die der TBU mit 2:1 gewann, saß der Schock beim TSV-Coach Nils Goerdel noch tief. Allerdings soll und muss der Blick am Schlosspark ebenso nach vorne gerichtet werden. Nun geht es darum eine Lösung des Problems, das sich so plötzlich aufgetan hat, zu finden. Begonnen hat die Suche quasi mit dem Schlusspfiff. „Seit Sonntagabend sind wir dabei, eine Lösung zu finden“, sagt Goerdel.

Eine Idee liegt dabei auf der Hand: Die Schlossparkkicker werden noch einmal auf dem Spielermarkt aktiv, obwohl die Kaderzusammenstellung längst für beendet erklärt wurde. „Wir haben da schon mit ein paar Namen jongliert“, verrät der Coach des Aufsteigers. Ob am Ende jedoch ein neuer Offensivspieler, der für viele Tore steht, ins Team stößt, wollte der Trainer nun auch nicht versprechen. „Der Zeitpunkt, einen externen Spieler zu holen, ist nicht gerade der günstigste.“ Schließlich soll die Saison in rund drei Wochen beginnen. „Außerdem wollen wir nichts Verrücktes machen“, meint Goerdel. „Vielleicht werden wir auch einen unserer Spieler umschulen müssen oder als Stürmer einsetzen, der diese Position bereits gespielt hat.“ Eine andere Möglichkeit ist laut Goerdel, das System anzupassen. „Allerdings haben wir unser Spiel zuletzt schon darauf ausgelegt, mit zwei Spitzen zu agieren“, sagt Goerdel. „Wir haben Ideen gesammelt, die richtige Lösung aber noch nicht gefunden.“

Zwei Garanten für den Aufstieg

Wie auch immer die Antwort auf die Verletzungen ausfallen, Schöning und Reiners sind für den TSV Etelsen kaum zu ersetzen. Das zeigen unter anderem die Statistiken der vergangenen Spielzeiten: Beide Stürmer waren zuletzt in der Lage, während einer Saison auf eine zweistellige Torausbeute zu kommen. In der vergangenen Saison kam Schöning auf zehn Tore, im Jahr davor sogar auf doppelt so viele. Bei Reiners sieht die Ausbeute ähnlich gut aus. In der Meistersaison 2019/2020 schoss er zwölf Tore, 17 waren es in der Serie 2018/2019. Neben der stabilen Abwehr sind Reiners und Schöning zwei Gründe dafür, dass dem TSV Etelsen in diesem Jahr die Rückkehr in die Landesliga Lüneburg gelang. „Die Ausfälle treffen uns hart“, klagt der Coach.

TSV Etelesen - SC Borgfeld

Auf Stürmer Alex-Christian Ruf ruhen beim TSV Etelsen nun die Hoffnungen.

Foto: STRANGMANN

Wie lange die Stürmer ausfallen, müssen Goerdel und Co. noch abwarten. „Für beide steht der MRT-Termin noch an“, sagt der Trainer. „Ich bin kein Arzt, aber bei Basti sieht es nach einem Bänderriss aus. Am Sonntag wurde sein Knöchel innerhalb weniger Sekunden so dick wie eine Kartoffel. Bei Basti habe ich aber die Hoffnung, dass er in sechs bis acht Wochen wieder dabei ist.“ Der Ausfall von Schöning könnte hingegen wesentlich länger ausfallen. Wie im vergangenen Jahr schon einmal, hat er sich die Schulter ausgekugelt. „Damals wurde er nicht operiert. Durch Muskelaufbau wurde aber alles wieder stabilisiert“, erklärt Goerdel. Dass sein Torjäger diesmal wieder so „glimpflich“ davon kommt, kann sich der Trainer nicht vorstellen. Goerdel rechnet mit einer langen Pause – besonders wenn sich der Verdacht einer Schultereckgelenksprengung bewahrheitet.

Hoffnungsträger Alex Ruf

Bis einer der beiden verletzten Torjäger zurückkehrt – und sofern der TSV auf dem Spielermarkt nicht mehr aktiv wird – steht mit Alex-Christian Ruf nur noch ein etatmäßiger Stürmer zur Verfügung. Denn auch Pascal Döpke ist weiterhin keine Option. Seit seinem Wechsel vom TV Oyten im Sommer 2019 hat Döpke noch kein Pflichtspiel für die Schlossparkkicker absolviert. Der treffsichere Stürmer wartet seit mehr als einem Jahr auf sein Comeback. Der Grund ist eine Schambeinentzündung. „Pascal soll nun operiert werden. Eine Wasserstandsmeldung gebe ich bei ihm aber nicht mehr ab. Da lag ich schon dreimal daneben“, hält sich Goerdel bewusst mit einer Einschätzung zu Döpkes Comeback zurück.

Somit ruhen die Hoffnungen nun auf Alex-Christian Ruf. Goerdel ist guter Dinge, dass der erfahrene Stürmer in der Lage ist, einen Alleinunterhalter in der neuen Problemzone zu geben. „Alex weiß um die Verantwortung, die er jetzt trägt und er spielt bislang eine gute Vorbereitung“, meint Goerdel. Doch Ruf soll nicht allein dastehen. Goerdel setzt nun auch darauf, dass ein Aspekt bei den Schlossparkkickern noch mehr zum Tragen kommt, der das Team ohnehin schon so stark macht. „Ich denke, dass wir mit unserem großen Teamgeist einiges wettmachen können. Fest steht aber dennoch, dass wir an einigen Stellschrauben drehen müssen.“

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