Fußball-Landesliga

Christopher Petzold ist beim TSV Etelsen der treue Leistungsträger

Christopher Petzold ist beim TSV Etelsen nicht mehr wegzudenken. Der Abwehrspieler gehört aber zu der Sorte Fußballer, die sich lieber im Hintergrund aufhält.
20.11.2020, 19:00
Lesedauer: 4 Min
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Christopher Petzold ist beim TSV Etelsen der treue Leistungsträger
Von Florian Cordes
Christopher Petzold ist beim TSV Etelsen der treue Leistungsträger

Christopher Petzold muss aktuell wie alle Amateurfußballer pausieren. Im zurückliegenden September ist er beim TSV Etelsen in seine achte Saison gestartet.

Björn Hake

Es gibt verschiedene Typen von Fußballern: Die einen stehen gerne im Vordergrund und genießen die Öffentlichkeit. Genauso gibt es aber Spieler, die nicht so häufig im Rampenlicht stehen. Und dies auch gar nicht unbedingt wollen. Zu dieser Fußballer-Gattung gehört Christopher Petzold. Er hält sich lieber im Hintergrund auf. Dabei ist Petzold aus seiner Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile spielt der ruhige Leistungsträger seine achte Saison beim Landesligisten TSV Etelsen.

Dass er gefühlt unter dem Radar fliegt, habe jedoch nicht nur mit seiner Persönlichkeit zu tun, findet der 27-jährige Petzold. „Dass ich nicht immer so in der Öffentlichkeit stehe, hängt vielleicht auch mit meiner Position zusammen, auf der ich spiele.“ Petzold ist Abwehrspieler und bildet einen wichtigen Baustein in der Defensive der Schlossparkicker. Alle Trainer, die er in Etelsen erlebt hat, haben dem Verteidiger stets ihr Vertrauen geschenkt. Das zeigt auch die Statistik: Seit der Saison 2013/2014 kam er beim TSV zu 170 Ligaeinsätzen und erzielte dabei 20 Tore. Ein beachtlicher Wert für einen Abwehrspieler.

Dennoch: Petzold bleibt bescheiden. „Für mich steht das Team im Vordergrund“, gibt er zu verstehen. Er müsse nicht zu den Topspielern gehören, über die viel gesprochen oder geschrieben wird. Das sollen seiner Ansicht nach lieber andere Spieler übernehmen. „Die Jungs, die vorne die Tore machen, sollen sich freuen, wenn sie im Rampenlicht stehen“, sagt Petzold schmunzelnd. Der Erfolg mit seinem Team sei ihm wichtig – aber eben auch andere Dinge. „Für mich ist ebenso wichtig, dass es im Verein familiär zugeht. Denn man spielt ja auch Fußball, um Freunde zu finden, mit denen man privat auch etwas unternimmt.“

Dem Abstieg folgt der Wechsel

Genau das habe er in Etelsen gefunden, nachdem er sich im Sommer 2013 entschieden hatte, seinen Heimatklub, den TSV Fischerhude-Quelkhorn zu verlassen. Der Schritt sei ihm damals – gerade war er mit Fischerhude aus der Bezirksliga abgestiegen – alles andere als leicht gefallen. Schließlich habe er dieses Familiäre auch an der Wümme gehabt. Nach all den Jahren kommt Christopher Petzold jedoch zu dem Ergebnis, dass er den Schritt nie bereut habe. Ziemlich schnell habe er damals gemerkt, dass der TSV Etelsen für ihn die richtige Adresse ist. „Als wir damals mit Fischerhude abgestiegen sind, habe ich schon mit dem Gedanken gespielt, höher zu spielen. Wenn ich es damals nicht gemacht hätte, dann wohl nie.“

Der Kontakt zu den Schlossparkkickern sei durch den Ex-Etelser Thomas Blohme zustande gekommen, erinnert sich Petzold. Bei seinen ersten Trainingseinheiten mit dem potenziellen neuen Verein sei er auf Anhieb gut aufgenommen worden. Der Wohlfühlfaktor, er war sofort da. Und sportlich wusste Petzold ebenfalls zu überzeugen. „Bernd Oberbörsch (damals Trainer des TSV Trainer, Anm. d. Red.) hatte mich dann schließlich angerufen und gefragt, ob ich nach Etelsen kommen möchte. Ich musste nur ja oder nein sagen“, erinnert sich der 27-Jährige. Die Antwort, die Petzold Oberbörsch gab, ist bekannt.

Sie war der Startschuss einer langen Verbundenheit. Seit seiner Zusage sei ein Abschied aus dem Schlosspark für ihn nicht infrage gekommen. „Es gab immer mal Anfragen. Ein Wechsel war für mich aber nie ein Thema. Ich fühle mich in Etelsen einfach extrem wohl. Der Klub ist mittlerweile so etwas wie mein Heimatverein.“ Dass er nun schon fast eine Dekade lang für den TSV aufläuft, sei ihm gar nicht so bewusst gewesen. „Für mich war damals bei meinem Wechsel klar, dass ich nicht nur ein Jahr bleibe. In der Tat haben wir uns aber im Team mal darüber unterhalten, wer wie lange zur Mannschaft gehört.“ Als sich dabei herausstellte, dass er zu den Dienstältesten zählt, sei ihm dann doch eine Frage durch den Kopf geschossen: „So lange bist du schon hier?“

In den vergangenen acht Jahren hat er in Etelsen unter einigen Trainern gespielt und viel erlebt – sowohl Positives als auch Negatives. Einer der Höhepunkte spielte sich gleich zu Beginn seiner Etelser Zeit ab: das Testspiel gegen den einstigen Bundesliga-Dino Hamburger SV. Im Sommer 2013 trafen die Schlossparkkicker auf ihrem Platz auf die Hansestädter. „Das war schon toll. Gleich in einem meiner ersten Spiele mit dem TSV Etelsen ging es gegen den HSV“, schwärmt er. Während des Tests, den der damalige Erstligist mit 2:0 gewonnen hatte, stand Christopher Petzold eine Halbzeit lang auf dem Feld.

Ein verlorenes Jahr

Ein weiterer Höhepunkt sei das Bezirkspokalfinale gegen Gellersen im Jahr 2017 gewesen – obwohl der TSV in diesem Spiel mit 1:2 unterlag. „Es war aber toll zu sehen, dass der ganze Verein und so viele Menschen hinter uns standen“, sagt Petzold über das Drumherum bei dem Finale. „Eigentlich sollte ja auch die Rückkehr in die Landesliga ein Höhepunkt werden. Aber leider kam es dann ja doch anders.“ Die Etelser packten im vergangenen Sommer zwar den Aufstieg, durften den Gewinn der Meisterschaft in der Bezirksliga wegen der Corona-Pandemie aber nicht gebührend feiern.

Den Abstieg aus der Landesliga Lüneburg verfolgte Christopher Petzold indes mehr oder weniger als Zuschauer. Denn die Saison 2017/2018 endete für ihn bereits vor dem Beginn der Vorbereitung. „Bei einem Firmenturnier hatte ich mir damals das Kreuzband gerissen“, spricht der Defensivspieler über den wohl bittersten Moment seiner Laufbahn. „Ich hatte damals noch auf eine schnelle Rückkehr gehofft. Es wurde aber ziemlich schnell klar: Das wird nichts“, sagt Petzold über die Blessur. Er sei damals schon in ein kleines Loch gefallen. „Es war schlimm, dass ich nur zugucken und der Mannschaft im Abstiegskampf nicht helfen konnte.“ Für ein paar Kurzeinsätze reichte es in der zweiten Saisonhälfte zwar noch, am Ende stand aber der Abstieg aus der Landesliga. Petzold: „Wichtig war für mich damals, dass meine Teamkollegen mich auch wieder aufgebaut haben. Insgesamt war das Jahr einfach für die Katz.“

Aktuell muss Petzold wegen der Pandemie erneut eine Zwangspause einlegen. Doch eines Tages wird auch die vorübergehen. Der Verteidiger hat schon eine Vorstellung, was danach für ihn fußballerisch kommen soll: Möglichst viele Spiele im Trikot der Schlossparkkicker. „Solange ich dreimal in der Woche beim Training sein kann und es beruflich funktioniert, will ich in Etelsen spielen“, sieht Petzold seine Zeit beim TSV noch nicht dem Ende entgegengehen.

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