Fußball-Bezirksliga

Moritz Nientkewitz feiert nach langer Pause sein Comeback

Moritz Nientkewitz riss sich im Mai vergangenen Jahres das Kreuzband und fiel lange aus. Nach 16 Monaten gab er am vergangenen Freitag beim Bezirksliga-Saisonauftakt sein Comeback und wusste zu überzeugen.
09.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock
Moritz Nientkewitz feiert nach langer Pause sein Comeback

Volle Konzentration auf den Ball: Moritz Nientkewitz ist nach einer langen Leidenszeit wieder fit und freut sich auf die anstehenden Aufgaben.

Björn Hake

Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit – Moritz Nientkewitz, Torhüter des Fußball-Bezirksligisten FSV Langwedel-Völkersen, vereint all diese Eigenschaften eines modernen Torhüters. Im Ligaspiel gegen den TSV Ottersberg im Mai 2019 riss sich der 22-jährige Youngster aber das Kreuzband und fiel lange aus. Nach knapp 16 Monaten gab Nientkewitz am vergangenen Freitag beim Saisonauftakt in Heeslingen sein Pflichtspiel-Comeback und wusste auf Anhieb zu überzeugen.

„Wir hatten alle gehofft, dass es keine allzu schwere Verletzung sein wird. Als dann ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, waren wir alle erst mal geschockt“, erinnert sich FSV-Coach Emrah Tavan zurück. Moritz Nientkewitz war über die gesamte Saison 2018/19 die klare Nummer eins im Langwedeler Tor und strahlte gegenüber seinen Mannschaftskollegen stets Ruhe und Sicherheit aus. Auf all dies musste das Team von Emrah Tavan aber ab sofort und insgesamt 16 Monate verzichten. Aufgrund einer Fehldiagnose, die eine erneute Operation nach sich zog, scheiterten zudem mehrere Comeback-Pläne.

Extraschichten statt Kartfahren

Nicht nur für den Verein stellte sich diese Zeit als sehr schwierig heraus, auch Nientkewitz selbst fing in dem langen Zeitraum an zu zweifeln. „Es war alles in allem sehr schwer für mich zu akzeptieren, von heute auf morgen kein Fußball mehr spielen zu können. Da macht man sich natürlich einige Gedanken. Nach ein paar Monaten habe ich mich aber damit abgefunden“, sagt der Keeper. Ein Stück weit in die Karten, so berichtet er, habe ihm auch der coronabedingte Saisonabbruch gespielt. „So habe ich nicht so viele Spiele verpasst. Zudem hat mir die lange Vorbereitung extrem geholfen, wieder fit zu werden.“ Die Nummer eins im Kasten des FSV Langwedel-Völkersen ist besonders durch seinen Ehrgeiz bekannt. Während sich das gesamte Team eine Woche vor dem Saisonstart zum Kartfahren verabredete, verzichtete Nientkewitz. Der 22-Jährige ackerte zur gleichen Zeit auf dem Trainingsplatz und schob drei Stunden lang Extraschichten, um topfit in die neue Spielzeit zu gehen. „Diesen Ehrgeiz bewundere ich sehr“, bekräftigt Tavan.

Am vergangenen Wochenende gab Moritz Nientkewitz dann nach langer Leidenszeit sein Comeback im Auswärtsspiel beim Heeslinger SC II. Zwar brachte Kapitän Daniel Throl die Schwarz-Roten durch seinen Doppelpack auf die Siegerstraße, doch der wahre Gewinner stand laut Tavan an diesem Tag zwischen den Pfosten. „Moritz hat ein exzellentes Spiel gemacht. Er war bis zum Ende extrem fokussiert und hellwach. Speziell durch seine herausragenden Paraden hat er uns in der Schlussphase die drei Punkte festgehalten“, schwärmt der Trainer. Diese lobenden Worte kommen beim Torhüter natürlich gut an. Trotz des erfolgreichen Comebacks weiß Nientkewitz aber, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch viel Arbeit vor ihm liegen wird: „Die 90 Minuten auf dem Feld waren wie Balsam für die Seele, einfach unglaublich. Es hat viel Spaß gemacht und war mit einer normalen Trainingseinheit gar nicht zu vergleichen. Dennoch gilt es, sich jetzt nicht auf der Leistung auszuruhen, sondern weiter mit präzisem Fokus zu arbeiten.“

Hohes Ansehen innerhalb des Teams

Nientkewitz geht bereits in seine sechste Saison beim Bezirksligisten und fühlt sich trotz eines kurzen Gastspiels beim Heeslinger SC in der Saison 2017/18 pudelwohl am Burgweg. Hier kann er zeigen, was er kann und sich Woche für Woche zwischen den Pfosten beweisen. Auch innerhalb der Mannschaft genießt der Youngster ein hohes Ansehen, da er stets ehrlich zu seinen Teamkollegen ist und dabei auch unangenehme Dinge anspricht. „Ich finde, dass Moritz für sein Alter sehr reif ist. Speziell durch seinen guten Charakter kommt er gut im Verein an. Aber er kann auch anders und mal auf den Tisch hauen, wenn ihm etwas nicht passt“, lobt Tavan.

Die konstant guten Leistungen des Torhüters in den vergangenen Jahren sind auch an zahlreichen anderen Vereinen aus der Region nicht spurlos vorbeigegangen. So wurden an FSV-Coach Emrah Tavan schon einige Anfragen für Moritz Nientkewitz herangetragen: „Für mich ist Moritz der beste Keeper in der Region. Da bleiben Anfragen natürlich nicht aus. Eine stärkere Liga würde ich ihm deswegen auch blind zutrauen.“ Nientkewitz lässt das Interesse von anderen Vereinen aber weitestgehend kalt. Der 22-Jährige möchte weiter in Langwedel mit seinen Freunden zusammen auf dem Fußballplatz stehen und eine erfolgreiche Saison spielen. Dabei ist dem Keeper eine Sache ganz besonders wichtig: „Auf jeden Fall verletzungsfrei bleiben.“

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